Wirtschaftliches Gleichgewicht im Iran könnte sich nach Aufhebung der Sanktionen verschieben
Durch das erwartete Abkommen zwischen den USA und dem Iran könnten Ressourcen in Milliardenhöhe freigesetzt werden; es wird prognostiziert, dass die Revolutionsgarden am meisten von dieser Entwicklung profitieren werden.
Die Erwartungen an ein umfassenderes Abkommen nach der zwischen den USA und dem Iran erzielten Absichtserklärung rücken eine weitreichende Lockerung der Wirtschaft des Landes in den Fokus. Während die potenziellen Auswirkungen der Aufhebung der Sanktionen diskutiert werden, wird davon ausgegangen, dass die Revolutionsgarden, eine der einflussreichsten Institutionen des Iran, aus diesem neuen Prozess einen großen finanziellen Vorteil ziehen könnten.
Die Revolutionsgarden, die über Jahre hinweg ein tiefgreifendes wirtschaftliches Netzwerk aufgebaut haben – insbesondere im Energie- und Bausektor, aber auch in der Hafenverwaltung, Telekommunikation und Logistik –, könnten laut Quellen ihre wirtschaftliche Macht dank der wieder ansteigenden Erdölexporte und ausländischer Investitionen nach der Aufhebung der Sanktionen weiter ausbauen.
Hochrangige iranische Beamte, die Informationen zu diesem Thema gaben, bezeichnen die Institution als den "wahren Gewinner des Krieges" und weisen darauf hin, dass die Revolutionsgarden, die eine führende Rolle beim Fortbestand des Staates spielen, die Institution sein werden, die am meisten von den entstehenden neuen Geschäftsmöglichkeiten profitieren wird.
Andererseits werden die Finanzberichte der Institution nicht öffentlich gemacht. Dennoch wird betont, dass ihr wirtschaftlicher Einfluss dank ihres riesigen Handelsnetzwerks, ihres Anteils an den Öleinnahmen und ihrer Aktivität bei großen Bauprojekten Milliarden von Dollar erreichen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation durch westliche Länder eines der Haupthindernisse für die Rückkehr des Iran in das internationale Finanz- und Handelssystem darstellt. Internationale Investoren sind aufgrund der iranischen Gesetze meist gezwungen, mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten; dies könnte ausländische Unternehmen dazu drängen, direkt oder indirekt mit Firmen zusammenzuarbeiten, die mit den Revolutionsgarden verbunden sind. Insbesondere für westliche Unternehmen birgt dies sowohl politische als auch rechtliche Risiken.
Das Gewicht, das die Institution in der iranischen Wirtschaft hat, spiegelt sich auch in offiziellen Aufzeichnungen wider. Insbesondere das Hauptquartier für Bauwesen Hatam al-Anbiya, das Ingenieurleistungen erbringt, zeichnet für Hunderte von Projekten in verschiedensten Sektoren wie Energie, Infrastruktur, Automobilindustrie, Tourismus, Kommunikation und Logistik verantwortlich. Dieses breite Einflussnetzwerk ermöglicht es den Revolutionsgarden, bei der Entwicklung des Landes und in der Regierungspolitik einen Schlüsselansatz zu verfolgen.
Die Revolutionsgarden, die ihre regionale Rolle seit der Revolution von 1979 ausgebaut und ihre politische Macht von Chomeini bis Chamenei gefestigt haben, konnten ihren Einfluss im Land mit dem Amtsantritt des neuen religiösen Führers Mudschtaba Chamenei weiter steigern. Es wird behauptet, dass das Gewicht der Institution mit den jüngsten Kriegen und politischen Veränderungen zugenommen hat.
Betrachtet man die jüngsten Entwicklungen, so wurde mit der letzten Vereinbarung, die von US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian unterzeichnet wurde, eine Ausnahmeregelung für einige Ölsanktionen eingeführt. Sollten die Parteien in der kommenden Zeit eine umfassendere Vereinbarung erzielen, könnten laut Angaben neue wirtschaftliche Mittel in Höhe von etwa 300 Milliarden Dollar für den Iran verfügbar werden.
Experten zufolge werden die Revolutionsgarden, selbst wenn kein umfassendes Abkommen zustande kommt und die bestehenden Sanktionen in Kraft bleiben, dank ihres bestehenden wirtschaftlichen Netzwerks und ihrer Mechanismen zur Umgehung von Sanktionen ihre Kontrolle im Bereich Öl und Außenhandel weiterhin aufrechterhalten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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