Analyse zur Türkei von US-Investmentriese: Datum für Wahlen genannt
Der US-Finanzriese bewertet, dass er seine Long-Position bei der Türkischen Lira beibehält, keine Anzeichen für eine Dollarisierung sieht und die kontrollierte Wechselkurspolitik fortgesetzt wird. Die als politisches Risiko auf der Agenda stehenden Aufhebungen der Immunität sowie die anstehenden Inflationsdaten für Juni werden an den Märkten genau beobachtet.
Eine große US-amerikanische Bank, einer der bedeutenden Akteure auf den globalen Finanzmärkten, teilte in ihrer jüngsten Analyse zur türkischen Wirtschaft mit, dass sie ihre positive Einschätzung zur Türkischen Lira beibehält. Im Bericht der Bank wurde betont, dass die Währungen der Schwellenländer aufgrund des Rückgangs der globalen Risikobereitschaft unter Druck stehen. Es wurde jedoch angemerkt, dass die Bewegungen des Dollar/Lira-Wechselkurses in der Türkei durch die Devisenverkäufe der staatlichen Banken begrenzt blieben.
Die jüngsten Niveaus des Dollar/Lira-Kurses decken sich weitgehend mit dem prognostizierten Prozess einer langsamen Abwertung. Die zu Wochenbeginn aus dem Ausland eingegangenen realen Geldflüsse deuteten auf ein komplexes Bild hin, das kurzzeitig für eine gewisse Dynamik sorgte.
Die Bank beobachtet die türkischen Märkte genau und stellte fest, dass bei den inländischen Anlegern kurzfristig kein signifikanter Anstieg der Hinwendung zu Fremdwährungen zu beobachten sei. Insbesondere das Fehlen eines ernsthaften Signals für eine Dollarisierung fiel auf.
Im politischen Umfeld seien die Risiken in den letzten Wochen etwas zurückgegangen. Dennoch wurde angemerkt, dass der Verlauf der politischen Entwicklungen nach der Einreichung des Dossiers zur Aufhebung der Immunität des Vorsitzenden der größten Oppositionspartei, Özgür Özel, bei der Kommission weiterhin genau verfolgt werde.
Darüber hinaus betonte die Bank, dass ihre grundlegende Erwartung für den Zeitplan der allgemeinen Wahlen in der Türkei auf einen Zeitraum gegen Ende des Jahres 2027 hindeute.
Die starken Zuflüsse aus dem Ausland in der vergangenen Woche führten zu einem Anstieg der Devisenreserven des Landes. Die Nettoreserven nähern sich, exklusive Swap-Geschäfte, erneut der Marke von 30 Milliarden Dollar.
Experten sind der Ansicht, dass die Nachhaltigkeit der betriebenen Devisenpolitik langfristig schwierig werden könnte, falls der Anstieg der Reserven zum Erliegen kommt oder das Verhalten der inländischen Anleger nicht unterstützend wirkt. Andererseits wird darauf hingewiesen, dass saisonale Verbesserungen der Leistungsbilanz in der kommenden Zeit kurzfristig zur Stärkung der Lira beitragen könnten.
Als zentrales Thema auf dem Devisenmarkt stehen die in der kommenden Woche zu veröffentlichenden Inflationszahlen für Juni im Vordergrund. Der Analyse zufolge könnte unter den aktuellen Bedingungen, in denen der Dollar global stark ist, ein über den Erwartungen liegender Inflationswert zu einer nominalen Abwertung der Türkischen Lira führen, die zwar unter der Inflationsrate bleibt, sich aber beschleunigt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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