Antwort von Mahfi Eğilmez auf die Frage: 'Wenn es eine Krise gibt, wer füllt dann die Restaurants?' – 'Zusammenfassend lässt sich sagen...'
Der Ökonom Dr. Mahfi Eğilmez bewertete die Einkommensverteilungsstatistik des türkischen Statistikamtes (TÜİK) für das Jahr 2023 und wies auf die Einkommensungleichheit hin. Er erklärte, dass die einkommensstärksten 20 Prozent der Bevölkerung von der Krise nicht betroffen seien, während ein erheblicher Teil der restlichen 80 Prozent unter der Krise leide. Mahfi Eğilmez betonte, dass diejenigen, die die Restaurants und Cafés füllen, aus der einkommensstarken Gruppe stammten, während die einkommensschwachen Schichten mit Lebenshaltungskosten zu kämpfen hätten.
Der Ökonom Dr. Mahfi Eğilmez beantwortete in seinem Artikel mit dem Titel 'Welche Krise?' die Frage, ob in der Türkei eine Krise herrsche, basierend auf der Einkommensverteilungsstatistik des TÜİK für das Jahr 2023.
In seinem Beitrag legte Eğilmez zudem dar, wer die Restaurants und Cafés füllt.
Eğilmez' Artikel mit dem Titel 'Welche Krise?' lautet wie folgt;
"Wenn wir uns tatsächlich die Restaurants, Cafés und Straßen ansehen, begegnen wir überall Menschen, die Geld ausgeben, und dann stellen wir uns die Frage: 'Wenn es eine Krise gibt, wer sind diejenigen, die diese Ausgaben so großzügig tätigen?' Denn das sind nicht nur drei oder fünf Leute, sondern eine große Anzahl von Menschen, darunter auch Angestellte in weißen Berufen. Manche betrachten beide Situationen und behaupten, dass ein Teil der Gesellschaft in einer Krise steckt, während ein kleinerer Teil von dieser Situation, die für die andere Gruppe als Krise bezeichnet werden kann, nicht betroffen ist. Welche Beobachtung und Diagnose ist richtig? Ich denke, die Beobachtung der dritten Gruppe scheint korrekt zu sein. Lassen Sie uns das etwas erläutern.
Die neuesten uns vorliegenden Daten zur Einkommensverteilung finden sich im Bericht des TÜİK mit dem Titel 'Einkommensverteilungsstatistik 2023', der das Thema anhand der Daten von 2022 untersucht. In der folgenden Tabelle, die ich auf Basis der Daten dieses Berichts erstellt habe, sind die Anteile der 20-Prozent-Bevölkerungsgruppen am BIP aufgeführt:

Demnach teilen sich die einkommensstärksten 20 Prozent der Bevölkerung (17.055.991 Personen) im Jahr 2022 die Hälfte des BIP in Höhe von 906 Milliarden Dollar (451 Milliarden Dollar). Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in dieser Gruppe beträgt 26.453 Dollar. Die restlichen 80 Prozent der Bevölkerung teilen sich 454,8 Milliarden Dollar. Das Pro-Kopf-Einkommen in dieser Gruppe liegt bei 6.668 Dollar. Das Einkommen der einkommensschwächsten 20 Prozent der Bevölkerung beträgt hingegen 3.134 Dollar.
FÜR 17 MILLIONEN MENSCHEN GIBT ES KEINE KRISE
Für die einkommensstärksten 17,1 Millionen Menschen gibt es keine Krise. Die Situation der nächsten 20-Prozent-Bevölkerungsgruppe ist gemischt, aber im Allgemeinen sind auch deren einkommensstärkere Mitglieder nicht allzu sehr von der Krise betroffen.
In diesem Fall ergibt sich eine interessante Situation. Etwa 25 Millionen Menschen sind nicht so stark von der Krise betroffen wie die restlichen 60 Millionen Menschen. Das sind die Personen, die wir in jenen Restaurants, Cafés, auf den Straßen und in den Autos sehen. Ein Teil der anderen versucht ebenfalls, diese Situation als vorübergehend zu betrachten und versucht, durch Verschuldung so zu leben wie sie. Aber die Übrigen stecken voll und ganz in der Krise.
Obwohl die Lage dort etwas besser ist als bei uns, ähnelt die Situation in Argentinien der in der Türkei. Nach den Daten von 2022 werden in Argentinien 47 Prozent (297 Milliarden Dollar) des BIP (631 Milliarden Dollar im Jahr 2022) von 20 Prozent (9,2 Millionen Menschen) der Bevölkerung (46,2 Millionen Menschen im Jahr 2022) geteilt. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen dieser reichsten 9,2 Millionen Menschen beträgt 32.000 Dollar.
WIR HABEN ARGENTINIEN BEI DER EINKOMMENSUNGLEICHHEIT ÜBERHOLT
Die restlichen 80 Prozent der Bevölkerung (37 Millionen Menschen) teilen sich den verbleibenden Teil des Einkommens in Höhe von 334 Milliarden Dollar. Ihr durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 9.000 Dollar. Der Gini-Koeffizient liegt in der Türkei bei 0,43 und in Argentinien bei 0,42.
Wie man sieht, sind sich beide Länder hinsichtlich der Einkommensverteilung sehr ähnlich. Auch in Argentinien füllen die einkommensstarken Gruppen die Restaurants, Cafés und Straßen, während sich die einkommensschwachen Gruppen darüber beklagen, nicht über die Runden zu kommen.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Sowohl in der Türkei als auch in Argentinien gibt es für manche eine Krise, für andere gibt es keine nennenswerte Situation. Je nachdem, in welcher Gruppe Sie sich befinden, ändern sich Ihre Perspektive und Ihr Urteil, abhängig von Ihrer Sensibilität gegenüber denjenigen, die zur einkommensschwachen Gruppe gehören.
Nachrichtenquelle: 12punto
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