Debatte um „Erhöhung des Mindestlohns basierend auf der Zielinflation“
Die Äußerungen des Präsidenten der Handelskammer Istanbul (İTO), Şekib Avdagiç, wonach die Erhöhung des Mindestlohns auf Basis der Zielinflation erfolgen sollte, haben eine neue öffentliche Debatte ausgelöst. Ökonomen äußerten sich zu Avdagiç' Worten.
Während erste Einschätzungen zum Mindestlohn in der Öffentlichkeit diskutiert werden, haben die Worte des Präsidenten der Handelskammer Istanbul, Şekib Avdagiç, eine neue Debatte eröffnet.
Avdagiç erklärte, dass die Erhöhung des Mindestlohns nicht auf Basis der tatsächlichen, sondern der Zielinflation erfolgen sollte, woraufhin Ökonomen ihre Ansichten dazu teilten.
Der ehemalige Chefökonom der Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) und Dozent an der Bilkent-Universität, Prof. Dr. Hakan Kara, betonte in einer Stellungnahme auf seinem X-Account den Anteil der Arbeit am Volkseinkommen und sagte: „Es ist nicht fair, die Löhne auf Basis der Zielinflation festzulegen, während der Anteil der Arbeit am Volkseinkommen in diesem Zustand ist.“
Nach Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) war der Anteil der Arbeitnehmerentgelte an der Bruttowertschöpfung im zweiten Quartal 2023 auf 34,3 Prozent gesunken.
Auch der Dozent der Bilkent-Universität, Prof. Dr. Refet Gürkaynak, äußerte sich zu dem Thema. In seinem Beitrag auf X schrieb Gürkaynak: „Werden die Unternehmen die Preise ihrer verkauften Produkte ebenfalls im Rahmen der Zielinflationsrate erhöhen? Oder soll nur bei der Arbeit auf das MTP (Mittelfristprogramm) geschaut werden? (Die Zahlen im MTP sind zwar Prognosen und keine Ziele, aber das lassen wir mal beiseite; später heißt es dann, das Ziel liegt bei 5 Prozent, also soll der Mindestlohn auch nur so stark steigen.)“
Ein ähnlicher Kommentar kam vom Ökonomen Haluk Bürümcekçi. Bürümcekçi sagte: „Der Präsident der Handelskammer Istanbul, Şekib Avdagiç, hat gesagt, dass der zum Jahresende festzulegende Mindestlohn um die im MTP angestrebte Inflationsrate erhöht werden sollte. Wird er die Preise der Produkte in seinem eigenen Unternehmen ebenfalls parallel zum MTP erhöhen?“
AVDAGIÇS AUSSAGEN ZUM MINDESTLOHN
Der Präsident der Handelskammer Istanbul und des Verbandes der Dienstleistungsexporteure, Şekib Avdagiç, sprach bei der Preisverleihung „Champions des Dienstleistungsexports“, die vom Verband der Dienstleistungsexporteure organisiert wurde, über den Mindestlohn: „Die Unternehmen in der Türkei haben einen erheblichen Mangel an Arbeitskräften. Ich glaube nicht, dass wir in der kommenden Zeit in eine Phase der Entlassungen oder der Stagnation bei Neueinstellungen eintreten werden. Der Mindestlohn sollte unter Berücksichtigung der aktuellen Politik und der Zielinflation so festgelegt werden, dass die bestehenden Gleichgewichte nicht gestört werden. In diesem Bereich müssen natürlich Entscheidungen getroffen werden, die sowohl die Erwartungen der Arbeitnehmer berücksichtigen als auch das Gleichgewicht des Marktes nicht stören.“
Dem Mittelfristprogramm (MTP) zufolge wird erwartet, dass die Inflation Ende 2023 bei 65 Prozent, Ende 2024 bei 33 Prozent, Ende 2025 bei 15,2 Prozent und Ende 2026 bei 8,5 Prozent liegen wird.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Junges Paar stirbt bei Absturz mit Geländewagen 15 Meter in die Tiefe
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Warnung vor dem Risiko von Haarausfall bei GLP-1-Medikamenten
Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, die die CHP gewonnen hatte, wird ab der dritten Runde wiederholt
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu