Deutschland stellt neue Industriestrategie vor
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat die neue Industriestrategie des Landes in einer 60-seitigen Präsentation vorgestellt. Habeck erklärte: „Wir wollen Deutschland in seiner ganzen Vielfalt als starken Industriestandort erhalten.“
Die Bundesregierung will mit ihrer neuen Industriestrategie den Industriestandort Deutschland durch eine Verdoppelung der Energiesubventionen stärken. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck präsentierte die 60-seitige neue Industriestrategie Deutschlands auf einer Pressekonferenz in Berlin. Habeck betonte, dass Deutschland als starkes Industrieland bekannt sei, und erklärte: „Wir wollen Deutschland in seiner ganzen Vielfalt als starken Industriestandort erhalten. Damit Deutschland auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich bleibt, müssen wir unsere größte Stärke, die Industrie, und damit unsere Fähigkeit, erstklassige Produkte zu entwickeln und herzustellen, weiterentwickeln.“
In der neuen Industriestrategie Deutschlands sind Anreize für energieintensive Branchen ein wesentlicher Bestandteil. Zudem sind für die kommenden vier Jahre Steuerentlastungen in Höhe von 50 Milliarden Euro geplant, um Industrieunternehmen bei der Bewältigung hoher Energiepreise zu unterstützen. Neben Finanzierungsprogrammen konzentriert sich die Strategie auf die Energiewende, die Beschleunigung von Planungsverfahren sowie die Zuwanderung von Fachkräften. Der zügige Ausbau erneuerbarer Energien, des Stromnetzes, der Wasserstoffindustrie und der entsprechenden Infrastruktur ist ebenfalls Teil der Strategie; zudem wird eine „Sanierungsoffensive“ für Schienen, Brücken und Straßen angekündigt.
ANREIZE ZUR VERLÄNGERUNG DER ERWERBSTÄTIGKEIT
Die Strategie sieht zudem neue Handelsabkommen und Rohstoffpartnerschaften mit anderen Ländern vor und verweist auf den Aufbau deutscher und europäischer Produktionsstätten für kritische Produkte wie Halbleiter, saubere Energie, Wasserstoff und Batterien für Elektrofahrzeuge. Zu den Vorschlägen zur Verlängerung der Erwerbstätigkeit gehört, dass die Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Arbeitslosen- und Rentenversicherung nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters direkt an die Arbeitnehmer ausgezahlt werden sollen.
Unterdessen steht die deutsche Industrie aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges unter wachsendem Druck. Die im internationalen Vergleich hohen Energiepreise belasten energieintensive Rohstoffbranchen wie die Chemie- und Stahlindustrie. Während die Produktionsdaten dieser Sektoren seit dem vergangenen Winter schwächeln, mehren sich die Anzeichen dafür, dass einige Branchen Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagern und neue Investitionen bevorzugt in anderen Ländern, insbesondere in den USA, planen. In Deutschland wird seit Monaten darüber debattiert, inwieweit die Politik diesen industriellen Wandel verhindern sollte.
Nachrichtenquelle: 12punto
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