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Die neuen Methoden der Betrüger

Das Cybersicherheitsunternehmen ESET hat untersucht, wie neue Angreifer durch Werbung in Untergrundforen den Telekopye-Gruppen beitreten. Es wurde der gesamte Betrugsbetrieb aus der Sicht der Angreifer detailliert analysiert. Zu den Fähigkeiten von Telekopye gehören das Erstellen von Phishing-Websites, das Versenden von Phishing-SMS und -E-Mails sowie das Generieren gefälschter Screenshots.

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Die neuen Methoden der Betrüger

ESET-Forscher hatten im August in einem Bericht Telekopye entdeckt und analysiert, ein Toolkit, das technisch weniger versierten Personen hilft, Online-Betrug einfacher durchzuführen. Mit einem zweiten Bericht konzentrierten sie sich nun auf den Rekrutierungsprozess der Betrüger, einen detaillierten Einblick in den gesamten Betrugsbetrieb und die Analyse von Betrugsszenarien.

REKRUTIERUNGSPROZESSE ÜBER WERBEANZEIGEN

Telekopye-Gruppen rekrutieren neue „Neandertaler“ über Werbeanzeigen in verschiedenen Kanälen, einschließlich Untergrundforen. Das Ziel dieser Anzeigen ist klar definiert: Nutzer auf Online-Marktplätzen zu betrügen. Angehende Neandertaler müssen ein Bewerbungsformular ausfüllen, in dem grundlegende Fragen beantwortet werden, etwa zu ihren Erfahrungen in diesem „Arbeitsbereich“. Wenn sie von bestehenden Gruppenmitgliedern mit ausreichend hohem Rang bestätigt werden, können die neuen Neandertaler Telekopye in vollem Umfang nutzen.

Es gibt drei Hauptbetrugsszenarien: Verkäufer, Käufer und Rückerstattung. Im Verkäufer-Szenario geben sich die Angreifer als Verkäufer aus und versuchen, ahnungslose Opfer zum Kauf eines nicht existierenden Produkts zu überreden. Wenn das Opfer Interesse am Produkt zeigt, überzeugt der „Verkäufer“ es davon, online statt persönlich zu bezahlen, und sendet einen Link zu einer Phishing-Website, die wie eine legitime Zahlungsseite aussieht. Im Gegensatz zur echten Webseite fragt diese Seite jedoch nach Online-Banking-Zugangsdaten, Kreditkartendaten (manchmal inklusive Kontostand) oder anderen sensiblen Informationen. Die Phishing-Website stiehlt diese automatisch.

Im Käufer-Szenario agieren die Angreifer als Käufer und suchen nach potenziellen Opfern. Sie zeigen Interesse an einem Produkt und behaupten, bereits über die bereitgestellte Plattform bezahlt zu haben. Anschließend senden sie dem Opfer eine E-Mail oder SMS (erstellt über Telekopye) mit einem Link zu einer sorgfältig präparierten Phishing-Website und behaupten, das Opfer müsse auf diesen Link klicken, um sein Geld von der Plattform zu erhalten. Der Rest des Szenarios ähnelt stark dem „Verkäufer“-Betrug. Im Rückerstattungsszenario erzeugen die Angreifer eine Situation, in der das Opfer eine Rückerstattung erwartet, und senden dem Opfer dann eine Phishing-E-Mail mit einem Link zur Phishing-Website, was wiederum demselben Zweck dient.

BETRÜGER HABEN SPEZIALGEBIETE

Radek Jizba, ESET-Forscher, der Telekopye untersucht hat, sagt: „In fast jeder Neandertaler-Gruppe finden wir Verweise auf Leitfäden, aus denen die Neandertaler ihre Strategien und Ergebnisse von Online-Marktplatzrecherchen ableiten.“ Jizba fügt hinzu: „Zum Beispiel wählen die Neandertaler im Käufer-Betrugsszenario ihre Ziele basierend auf der Art der Produkte aus, die sie verkaufen. Einige Gruppen halten sich beispielsweise komplett von Elektronik fern. Auch der Preis des Produkts spielt eine wichtige Rolle. Die Leitfäden empfehlen den Neandertalern im Käufer-Betrugsszenario, Produkte mit einem Preis zwischen 9,50 € und 290 € auszuwählen.“ Zusätzlich nutzen Angreifer, die Telekopye verwenden, Web-Scraping-Tools, um schnell viele Online-Marktplatzlisten zu durchsuchen und das „perfekte Opfer“ auszuwählen, das am wahrscheinlichsten auf den Betrug hereinfallen wird.

Telekopye-Angreifer glauben, dass ihre Gruppen voller „Spione“ (z. B. Strafverfolgungsbehörden oder Forscher) sind. Deshalb halten sie sich strikt an die Regeln; im Grunde werden keine tiefgehenden Fragen gestellt, die die Identität anderer Gruppenmitglieder offenlegen könnten. Ein Verstoß gegen diese Regeln kann zum Ausschluss führen. Die goldene Regel lautet: „Arbeite mehr, rede weniger“.

Obwohl die Hauptziele der Betrüger Online-Marktplätze sind, die in Russland beliebt sind, wie OLX und YULA, hat ESET auch Ziele beobachtet, die nicht spezifisch für Russland sind, wie BlaBlaCar und eBay, und sogar solche, die keinerlei Bezug zu Russland haben, wie Jófogás und Sbazar.


Nachrichtenquelle: 12punto

Untersuchung Cybersicherheit