Diesmal im Visier von Yeni Şafak: Mehmet Şimşek – Zinsentscheidung sorgte für Empörung
Nachdem die Zentralbank den Leitzins auf 46 Prozent angehoben hatte, warf die regierungsnahe Zeitung Yeni Şafak dem Minister für Schatz und Finanzen, Mehmet Şimşek, sowie der Zentralbankführung vor, der Wirtschaft einen „Schlag zu versetzen“. Die Zeitung hatte bereits in der Vergangenheit mit ähnlicher Kritik Zentralbankpräsidenten ins Visier genommen.
Die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) hat am 18. April den Leitzins um 350 Basispunkte auf 46 Prozent angehoben. Während die Entscheidung von Ökonomen im Hinblick auf die Marktstabilität als richtig bewertet wurde, stieß sie in den regierungsnahen Medien auf heftige Kritik. Insbesondere die Zeitung Yeni Şafak nahm den Minister für Schatz und Finanzen, Mehmet Şimşek, sowie die Führung der Zentralbank offen ins Visier.
SCHLAGZEILE SORGT FÜR AUFMERKSAMKEIT
In ihrer Ausgabe vom 19. April bezeichnete die Zeitung Yeni Şafak die Zinsentscheidung in ihrem Artikel mit der Überschrift „Ein weiterer Schlag von Schatzamt und Zentralbank“ als einen „Schlag gegen die Wirtschaft“. In dem Bericht hieß es:
„Nach den Chaosversuchen der Opposition auf der Straße, um ihre Korruptionsfälle zu vertuschen, und den protektionistischen Schritten weltweit, kam ein weiterer Schlag gegen die Wirtschaft von der Zentralbank, die sich nicht mehr unter der Kontrolle des Schatzministeriums befindet. Die Zentralbank, die den begrenzten Anstieg der Devisennachfrage als Vorwand nutzte und die Probleme des Realsektors beim Zugang zu Finanzmitteln ignorierte, erhöhte den Leitzins um 3,5 Punkte auf 46 Prozent. Entgegen der Erwartung der Geschäftswelt auf sinkende Zinsen hat die Zentralbank eine Entscheidung getroffen, die die sich verlangsamende Produktion weiter untergraben wird.“

ŞİMŞEK UND KARAHAN IM VISIER
Der Bericht wies zudem darauf hin, dass die Zinsentscheidung nach der Operation gegen Ekrem İmamoğlu am 19. März fiel, und erweckte mit der Formulierung „Vor der Operation war eine Senkung geplant“ den Eindruck, die Zentralbank handle auf politische Anweisung. Die Wirtschaftspolitik von Finanzminister Mehmet Şimşek sowie die Maßnahmen von Zentralbankpräsident Fatih Karahan gerieten ins Fadenkreuz von Yeni Şafak.
DAS HATTE MAN SCHON FRÜHER GETAN
Die Zeitung Yeni Şafak ist für ihre scharfe Kritik an den Führungen der Zentralbank bekannt. Die Schlagzeilen, die kurz vor den Personalwechseln der letzten Jahre erschienen, sind bemerkenswert.
Im März 2021, nachdem der damalige TCMB-Präsident Naci Ağbal den Leitzins von 17 auf 19 Prozent angehoben hatte, titelte Yeni Şafak: „In wessen Namen haben Sie diese Operation durchgeführt?“. Nach diesen Veröffentlichungen wurde Ağbal seines Amtes enthoben und durch den Yeni-Şafak-Kolumnisten Şahap Kavcıoğlu ersetzt.
Ähnlich verhielt es sich, als Fatih Karahan im Februar 2024 nach dem Rücktrittsgesuch von Hafize Gaye Erkan ernannt wurde. Auch Karahan blieb nach seinem Amtsantritt aufgrund seiner Fortführung der Hochzinspolitik von der Kritik der Zeitung nicht verschont. Yeni Şafak kommentierte die Anhebung der Inflationsprognose durch die Zentralbank mit der Schlagzeile: „Prognose erhöht, Schuld auf die Öffentlichkeit geschoben“.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Junges Paar stirbt bei Absturz mit Geländewagen 15 Meter in die Tiefe
Warnung vor dem Risiko von Haarausfall bei GLP-1-Medikamenten
Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, die die CHP gewonnen hatte, wird ab der dritten Runde wiederholt
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu