Energiewende: Bis 2050 könnten 1 Million Bergleute arbeitslos werden
Aufgrund weltweiter Pläne zur Schließung von Bergwerken und der Umstellung des Marktes auf kostengünstige und saubere Energiequellen wie Wind- und Solarenergie droht bis 2050 schätzungsweise 1 Million Bergleuten der Verlust ihres Arbeitsplatzes.
In einem Bericht des internationalen Thinktanks Global Energy Monitor (GEM), dem sogenannten Global Coal Mine Tracker, wurden Daten zur Beschäftigung in 4.300 aktiven und geplanten Kohlebergwerken veröffentlicht, die für 90 Prozent der weltweiten Kohleförderung verantwortlich sind.
Laut der Studie, die als erste ihrer Art in diesem Bereich gilt, sind weltweit 2,7 Millionen Bergleute direkt in aktiven Kohlebergwerken beschäftigt.
Es wird geschätzt, dass die Kohleindustrie bis 2035 etwa eine halbe Million Menschen entlassen wird. Dies bedeutet, dass durchschnittlich 100 Arbeiter pro Tag von einer Entlassung bedroht sind.
Unter Berücksichtigung der geplanten Minenschließungen wird bis 2050 mit einem Verlust von etwa 1 Million Arbeitsplätzen gerechnet.
Während sich 2,2 Millionen der insgesamt Beschäftigten im Kohlebergbau in Asien befinden, wird erwartet, dass die Schließungen die Beschäftigung in China und Indien am stärksten treffen werden.
MEHR ALS DIE HÄLFTE DER PRODUKTION IN CHINA
In China, das für mehr als die Hälfte der weltweiten Kohleförderung verantwortlich ist, arbeiten über 1,5 Millionen Bergleute. In Indien, dem zweitgrößten Kohleproduzenten der Welt, sind laut offiziellen Angaben 337.400 Bergleute beschäftigt.
Auf diese beiden Länder folgen Indonesien mit 160.000 Bergleuten, Russland mit 109.000 und Europa mit 90.000, wobei der Großteil davon in Polen tätig ist.
Das staatliche indische Unternehmen Coal India steht mit einem Entlassungsrisiko von 73.800 Personen bis 2050 an der Spitze der betroffenen Unternehmen.
12.000 BERGLEUTE IN DER TÜRKEI
In der Türkei sind schätzungsweise rund 12.000 Menschen im Bergbau beschäftigt; es wird prognostiziert, dass bis 2050 etwa 2.000 Bergleute von Arbeitslosigkeit bedroht sein könnten.
Dorothy Mei, Projektmanagerin des Global Coal Mine Tracker bei GEM, erklärte in ihrer Bewertung des Berichts, dass die Schließung von Kohlebergwerken unvermeidlich sei, die daraus resultierenden wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen für die Arbeiter jedoch vermieden werden könnten.
Ryan Driskell Tate, Direktor des Kohleprogramms bei GEM, äußerte sich wie folgt: "Wenn wir sicherstellen wollen, dass die Energiewende nicht nur aus leeren Worten besteht, müssen wir die Arbeiter an die erste Stelle der Agenda setzen. Angesichts der Technologien und Märkte, die sich auf die Energiewende konzentrieren, müssen wir proaktiv auf die Sorgen der Bergleute und ihrer Gemeinden eingehen."
Nachrichtenquelle: AA
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