Frage zu Ekrem İmamoğlu an Mehmet Şimşek in Katar
Der Minister für Schatz und Finanzen, Mehmet Şimşek, äußerte sich auf dem Katar-Wirtschaftsforum zu den finanziellen Schwankungen und dem Anlegervertrauen nach der Verhaftung von İmamoğlu. Şimşek behauptete, dass es einen Abwärtstrend bei der Inflation gebe, die Direktinvestitionen gestiegen seien und die Türkei durch Reformen für Investoren attraktiv geworden sei.
Der Minister für Schatz und Finanzen, Mehmet Şimşek, nahm am Doha-Wirtschaftsforum in Katar an der Sitzung „Globales Wachstum und Geökonomie“ teil, bei der die Zukunft der Weltwirtschaft diskutiert wurde. An dem Forum nahmen auch der saudi-arabische Minister für Wirtschaft und Planung, Faisal Al-Ibrahim, sowie der katarische Finanzminister Ali bin Ahmed Al-Kuwari teil.
In der von Stephanie Flanders von Bloomberg moderierten Sitzung wurden der Ausblick der türkischen Wirtschaft, die Wahrnehmung der Investoren, die Geldpolitik und die Auswirkungen der jüngsten politischen Entwicklungen erörtert.
DIE VERHAFTUNG VON İMAMOĞLU UND DIE REAKTION DER MÄRKTE
In der Sitzung kamen auch die finanziellen Turbulenzen zur Sprache, die nach der Verhaftung des Bürgermeisters von Istanbul (İBB) und Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu am 19. März auftraten. Moderatorin Flanders wies darauf hin, dass die türkische Lira nach der Verhaftung von İmamoğlu einen starken Wertverlust erlitten habe und die Investoren von dieser Entwicklung erheblich betroffen seien.
Flanders richtete die Frage an Şimşek: „Der Wertverlust der Lira und das anschließende Hochzinsumfeld verunsichern die Investoren weiterhin. Was muss getan werden, damit langfristige Investitionen wieder in die Türkei fließen?“
„DAS WIRTSCHAFTSPROGRAMM IST AUF KURS“
Minister Şimşek erklärte: „Unser Wirtschaftsprogramm läuft wie geplant und beginnt, seine Wirkung zu zeigen.“ Şimşek räumte ein, dass die Inflation immer noch hoch sei, fügte jedoch hinzu: „Wir haben jedoch den niedrigsten Stand der letzten 40 Monate gesehen.“
Şimşek wies darauf hin, dass es eine Erholung bei den Devisenreserven gebe, die Kreditrisikoprämie (CDS) um 90 Basispunkte gesunken sei und eine allgemeine Verbesserung der Anlegerstimmung zu beobachten sei.
„DAS PROGRAMM BASIERT NICHT AUF HEISSEM GELD“
Şimşek betonte, dass sich das Wirtschaftsprogramm auf den strukturellen Wandel konzentriere und nicht auf kurzfristige Kapitalzuflüsse (heißes Geld) angewiesen sei. Er sagte, dass die ausländischen Direktinvestitionen in den letzten 12 Monaten gestiegen seien.
Şimşek erklärte, dass die Türkei mit ihrer starken Infrastruktur und ihren qualifizierten Arbeitskräften für globale Investoren attraktiv sei: „Länder, die widerstandsfähig gegen Brüche im Welthandel sind und vom regionalen Wohlstand profitieren können, werden im Vordergrund stehen. Die Türkei ist einer dieser Kandidaten.“
Şimşek räumte ein, dass das Wirtschaftsprogramm in einigen Sektoren zu vorübergehenden Schwierigkeiten führe, und erklärte: „Keine Behandlung ist ohne Nebenwirkungen. Wir schaffen jedoch Unterstützungsmechanismen, um diese Nebenwirkungen zu verringern. Insbesondere für arbeitsintensive Exportsektoren haben wir die Unterstützung Anfang dieses Jahres erhöht.“
Şimşek betonte, dass das Hauptziel darin bestehe, die Inflation dauerhaft zu senken, und sagte, dass sie das Programm in dieser Richtung entschlossen fortsetzen würden.
BEWERTUNG DER TÜRKISCHEN WIRTSCHAFT
Şimşek ging auch auf den allgemeinen Ausblick der türkischen Wirtschaft ein und erklärte, dass das verarbeitende Gewerbe von der globalen Verlangsamung betroffen sei und insbesondere die Stagnation in Europa die Produktion erschwere.
„Das verarbeitende Gewerbe macht nur 23 Prozent des BIP aus. Der Dienstleistungssektor entwickelt sich jedoch stark und schafft weiterhin Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr wurden rund 1 Million neue Arbeitsplätze geschaffen“, sagte Şimşek und betonte zudem, dass das Verhältnis der Verschuldung der privaten Haushalte zum Nationaleinkommen unter 10 Prozent liege.
ERKLÄRUNG ZU SYRIEN UND DER PKK
Şimşek wurde in der Sitzung auch nach seiner Einschätzung zu den Signalen der USA zur Aufhebung der Syrien-Sanktionen und zur Entscheidung der PKK, die Waffen niederzulegen, gefragt.
„Ein stabiles, friedliches und wohlhabendes Syrien wäre ein großer Gewinn sowohl für die Türkei als auch für die Region“, sagte Şimşek und fügte hinzu, dass ein Ende der Konflikte die regionalen Volkswirtschaften positiv beeinflussen würde.
Şimşek wies auf die Bedeutung des Schrittes der PKK zur Waffenruhe hin und erklärte: „Wir haben im 50-jährigen Kampf gegen den Terrorismus etwa 1,8 Billionen Dollar ausgegeben. Dass diese Ressourcen nun in Entwicklungs- und produktive Bereiche fließen, ist eine große Chance für die Türkei.“
TÜRKEI BEREITET SICH AUF „LANGFRISTIGEN WOHLSTAND“ VOR
Zum Abschluss seiner Rede sagte Şimşek, dass das Endziel des Wirtschaftsprogramms langfristiger Wohlstand und nachhaltiges Wachstum sei.
Nachrichtenquelle: 12punto
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