Mehmet Şimşek wollte es, Erdoğan lehnte ab: Regelung könnte auf Eis gelegt werden
Es wird behauptet, dass die Regelung, die eine Erklärungspflicht für Geldtransfers ab 200.000 Lira und ein Abfrageformular für Beträge über 2 Millionen Lira vorsieht, von Präsident Erdoğan nicht gebilligt werden wird.
Der vom Finanzkriminalitäts-Untersuchungsrat (MASAK), der dem Ministerium für Schatz und Finanzen unterstellt ist, erstellte Entwurf sieht eine Begründungspflicht bei Geldtransfers vor.
Der Entwurf sieht vor, dass bei Transfers ab 200.000 Lira eine Begründung von mindestens 20 Zeichen angegeben werden muss, bei Transaktionen über 2 Millionen Lira ein Abfrageformular auszufüllen ist und bei Transfers über 20 Millionen Lira neben dem Formular auch Belege über die Herkunft des Geldes vorgelegt werden müssen. Sollte die Regelung genehmigt werden, würde sie Anfang 2026 in Kraft treten.
Zülfikar Doğan, Wirtschaftsredakteur der Nachrichtenagentur ANKA, erklärte, dass die Umsetzung der besagten Regelung schwierig sei. Doğan sagte: „Angesichts des Zeitpunkts und der Frage, ob der politische Wille dahintersteht, erscheint ein Inkrafttreten der Regelung unwahrscheinlich. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie von Präsident Erdoğan nicht genehmigt, zurückgewiesen, verschoben oder Anfang 2026 nicht in Kraft treten wird.“
Doğan erinnerte zudem daran, dass Erdoğan in der Vergangenheit ähnliche Schritte nicht umgesetzt habe. Er äußerte: „Präsident Erdoğan hat trotz des 2006 verabschiedeten Gesetzes seit 19 Jahren die Liste der ‚Steueroasen‘ nicht veröffentlicht. Aus diesem Grund konnten die Milliarden-Dollar-Transfers, die aus der Türkei in Steueroasen flossen oder aus dem Ausland kamen, nicht nachverfolgt und eine 30-prozentige Besteuerung nicht vorgenommen werden.“
ERINNERUNG AN DAS „WOHER HAST DU ES“-GESETZ
Doğan erinnerte auch daran, dass die AKP unmittelbar nach ihrem Amtsantritt das vom damaligen Finanzminister Zekeriya Temizel eingeführte „Woher hast du es“-Gesetz aufgehoben hat. Dieses Gesetz sah vor, nicht registrierte Einkünfte zu hinterfragen und deren Herkunft nachzuweisen. Laut Doğan wird Erdoğan diese Regelung, die mit einer ähnlichen Logik auf die Feststellung von Einnahmen und Ausgaben abzielt, ebenfalls nicht zulassen.
REGELUNG KÖNNTE AUF EIS GELEGT WERDEN
Den Behauptungen zufolge wird Erdoğan den von MASAK erstellten Entwurf entweder gar nicht genehmigen oder das Datum des Inkrafttretens auf spätere Jahre verschieben. Damit würde die Regelung, die zur Bekämpfung von Geldwäsche und nicht registrierten Einkünften vorbereitet wurde, erneut auf Eis gelegt werden.
Nachrichtenquelle : 12punto
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