Goldmarkt stagniert in unsicherem Waffenstillstandsumfeld: Fokus auf US-Inflationsdaten
Die mangelnde Klarheit über die Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und dem Iran hat dazu geführt, dass die Goldmärkte weiterhin abwartend agieren. Investoren verhalten sich vor der Veröffentlichung kritischer US-Inflationsdaten vorsichtig.
Die Goldpreise starteten am vierten Tag der Woche im Schatten geopolitischer Entwicklungen mit einer Seitwärtsbewegung. Insbesondere die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten bleiben einer der bestimmenden Faktoren für die Preisgestaltung.
Spot-Gold verzeichnete eine begrenzte Veränderung und notierte bei etwa 4.720 US-Dollar pro Unze. Die US-Gold-Futures für Juni gaben um 0,8 Prozent auf 4.736,50 US-Dollar nach.
In der Türkei startete der Gramm-Goldpreis am Morgen bei einem Niveau von 6.756 Lira.
Brian Lan, Geschäftsführer von GoldSilver Central, erklärte: „Die Spekulationen über die Entwicklungen nach dem Waffenstillstand halten an. Gold gibt derzeit kein Signal für eine deutliche Bewegung.“ Lan fügte hinzu, dass erwartet werde, dass sich die Goldpreise in naher Zukunft zwischen 4.607 und 4.860 US-Dollar konsolidieren.
Die Spannungen an der Front im Nahen Osten eskalierten, nachdem Israel die bisher schwersten Angriffe auf den Libanon durchgeführt hatte. Während infolge der Angriffe Hunderte Menschen ihr Leben verloren, verringern die möglichen Vergeltungsdrohungen des Iran die Risikobereitschaft an den Märkten.
In den letzten Tagen ist auch bei den Ölpreisen wieder ein Anstieg zu beobachten. Experten zufolge stützte die Sorge, dass sich das Angebot aus der Region trotz des Waffenstillstands nicht vollständig erholen könnte, die Ölpreise.
WIE WIRD SICH DER GOLDKURS ENTWICKELN?
Nach der militärischen Aktivität zwischen den USA, Israel und dem Iran, die am 28. Februar begann, verzeichnete Spot-Gold einen Wertverlust von über 10 Prozent. Zusammen mit den steigenden Energiepreisen führte der inflationäre Druck dazu, dass die Erwartungen an die Zinspolitik der Fed neu bewertet wurden. Gold gilt aufgrund des fehlenden Zinsertrags in einem Niedrigzinsumfeld im Allgemeinen als attraktiver.
In den Protokollen der Sitzung der US-Notenbank (Fed) im März wurde betont, dass weitere Zinserhöhungen in Betracht gezogen werden könnten, falls die Inflation über dem Zielwert von 2 Prozent bleibt. Der durch die Spannungen in der Region erzeugte Inflationsdruck scheint diese Möglichkeit zu stützen.
An den Finanzmärkten richtet sich der Blick auf die heutigen US-Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) sowie auf die am Freitag veröffentlichte Inflationsrate für März. Diese Daten werden neue Hinweise darauf liefern, welche Geldpolitik die Fed in der kommenden Zeit verfolgen wird.
In einer neu veröffentlichten Einschätzung von Standard Chartered wurde darauf hingewiesen, dass die steigenden geopolitischen Risiken in der Region trotz kurzfristiger Schwankungen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Gold in den kommenden Monaten wieder an Wert gewinnen könnte.
Neben Gold herrschte auch bei anderen Edelmetallen Verkaufsdruck. Spot-Silber fiel mit einem Verlust von 0,5 Prozent auf 73,71 US-Dollar pro Unze, Platin sank um 0,6 Prozent auf 2.017,26 US-Dollar und Palladium gab um 0,4 Prozent auf 1.549,18 US-Dollar nach.
Nachrichtenquelle: 12punto
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