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Große Gehaltskluft in Europa: Schweiz führt an, Türkei in besorgniserregender Lage

Ein neu veröffentlichter OECD-Bericht verdeutlicht die tiefgreifenden Unterschiede bei den durchschnittlichen jährlichen Bruttogehältern in europäischen Ländern, wobei die Türkei am unteren Ende der Liste steht. Berücksichtigt man jedoch die Kaufkraft, ändert sich das Bild; hinter den Einkommensunterschieden zeichnen sich zudem kritische Faktoren ab.

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Große Gehaltskluft in Europa: Schweiz führt an, Türkei in besorgniserregender Lage

Den von der OECD zusammengestellten Daten zufolge ist die Schweiz mit einem durchschnittlichen jährlichen Bruttogehalt von 107.487 Euro das Land mit den höchsten Verdienstmöglichkeiten in Europa. Auf die Schweiz, das einzige Land, das die 100.000-Euro-Schwelle überschreitet, folgt Island mit 85.950 Euro. In Luxemburg, das unter den EU-Mitgliedstaaten an erster Stelle steht, wurde dieser Wert mit 77.844 Euro gemessen.

Während das durchschnittliche Jahreseinkommen von Arbeitnehmern in Dänemark 71.961 Euro erreicht, liegt dieser Betrag in den Niederlanden bei 69.028 Euro; in Norwegen wurden mit 68.420 Euro ebenfalls hohe Werte verzeichnet.

WIE IST DIE LAGE IN DEUTSCHLAND UND GROSSBRITANNIEN?

In Deutschland, einer der führenden Volkswirtschaften Europas, liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei 66.700 Euro. Im Vereinigten Königreich wurde dieser Wert auf 65.340 Euro beziffert. In Frankreich bleiben die Durchschnittsgehälter bei 45.964 Euro, in Italien bei 36.594 Euro und in Spanien bei 32.678 Euro.

Auch in west- und nordeuropäischen Ländern wie Österreich, Belgien, Irland, Finnland und Schweden übersteigen die durchschnittlichen jährlichen Bruttoeinkommen die 50.000-Euro-Marke.

NIEDRIGSTES GEHALT IN DER TÜRKEI

Am Ende der Liste steht die Türkei mit einem durchschnittlichen jährlichen Bruttogehalt von 18.590 Euro. Unter den EU-Ländern befindet sich die Slowakei mit 19.590 Euro nahe am unteren Ende der Liste. Auch in Ländern wie Ungarn, Lettland, Tschechien, Portugal und Polen blieben die Gehälter im Durchschnitt unter 25.000 Euro.

WIE HAT DIE KAUFKRAFT DIE RANGLISTEN VERÄNDERT?

Bei der Gehaltsbewertung wurden nicht nur die Nominalbeträge, sondern auch die Kaufkraftparität (KKP) berücksichtigt. Nach dieser Berechnung verringerten sich die Gehaltsunterschiede zwischen den Ländern teilweise, und es kam zu bemerkenswerten Veränderungen in der Rangliste. Während die Türkei in der nominalen Rangliste den letzten Platz belegte, stieg sie auf Basis der KKP um 9 Plätze auf den 18. Rang. Auffällig ist auch, dass Deutschland in der KKP-Rangliste um 5 Plätze auf den zweiten Rang aufstieg. Andererseits fielen Island und Estland in der Rangliste zurück.

WAS SIND DIE GRÜNDE FÜR DIE UNTERSCHIEDE BEI DEN LÖHNEN?

Experten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) führen die Gehaltskluft in Europa auf drei Hauptgründe zurück: Es wird betont, dass das allgemeine Gehaltsniveau in Ländern, in denen Sektoren mit hoher Wertschöpfung wie Finanzen und Technologie dominieren, höher ist und dass starke Gewerkschaftsstrukturen eine Rolle bei der Steigerung der Einkommen der Arbeitnehmer spielen.

EINKOMMENSTEUERN VERÄNDERN DAS NETTOGEHALT

Ein weiterer Punkt, der im Bericht hervorgehoben wird, sind die deutlichen Unterschiede bei den Einkommensteuersätzen zwischen den Ländern. Dies führt dazu, dass die Rangfolge der Netto-Gehälter, die den Arbeitnehmern nach Abzug vom Bruttogehalt verbleiben, oft anders ausfällt.


Nachrichtenquelle: 12punto