IWF gibt bekannt: Türkei auf Platz 1 im Bericht über Zombie-Unternehmen
Im Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) über "Zombie-Unternehmen" – Firmen, die zwar noch nicht insolvent sind, deren Bankrott jedoch absehbar ist – belegt die Türkei mit einem Anteil von 13 Prozent den ersten Platz.
Ozan Gündoğdu, Kolumnist der Zeitung Birgün, analysierte in seinem Artikel mit dem Titel "Der Aufstieg der wandelnden Toten: Zombie-Unternehmen" den Bericht des Internationalen Währungsfonds zu diesem Thema. Gündoğdu wies darauf hin, dass die Türkei in dem 43 Länder umfassenden Bericht den ersten Platz belegt. Er betonte, dass in einem funktionierenden System keine Bank Kredite an Unternehmen vergeben würde, deren operative Einnahmen nicht einmal die Zinsen ihrer Schulden decken, während in unserem Land Kredite über Bekanntschaften vermittelt würden. Er schrieb dazu:
"Unternehmen, die noch nicht insolvent sind, deren Bankrott aber so offensichtlich ist, nennt man 'Zombie-Unternehmen'. Technisch definiert sind Zombie-Unternehmen Betriebe, deren operative Einnahmen niedriger sind als die Zinsen ihrer Schulden. Der Betrieb befindet sich in einem Zustand, in dem er selbst für die Fortführung seiner Tätigkeit neue Schulden aufnehmen muss, während die Zinslast so stark ansteigt, dass die Einnahmen unter den Zinskosten bleiben.
Warum gibt es in einem gesund funktionierenden Markt keine 'Zombie-Unternehmen'? Weil der Bankensektor diesen Unternehmen, die wie wandelnde Tote wirken, keine Kredite gewährt, sodass sie wie vorgesehen aus dem System ausscheiden und in die Insolvenz gehen.
In der Türkei stellt sich das Bild jedoch anders dar. Ein Unternehmen wird zum Zombie, doch dank 'Vermittlern in Ankara' finden diese Zombie-Unternehmen irgendwie Kredite und leben als wandelnde Tote weiter, was den Druck auf das Finanzsystem erhöht.
DIE TÜRKEI HAT DEN HÖCHSTEN ANTEIL
Insbesondere während der Pandemie öffnete der Bankensektor weltweit die Kreditkanäle. In dieser Zeit profitierten auch Zombie-Unternehmen von den geöffneten Geldhähnen und konnten überleben. Doch nach dem Ende der Pandemie begann man, diese Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen. So veröffentlichte der Internationale Währungsfonds am 16. Juni 2023 einen Bericht über Zombie-Unternehmen. Der Titel des Berichts ist bemerkenswert: 'The Rise Of The Walking Dead: Zombie Firms Around the World'. Auf Deutsch: 'Der Aufstieg der wandelnden Toten: Zombie-Unternehmen weltweit.'
Im gesamten Bericht wird detailliert erläutert, was Zombie-Unternehmen sind, wie sie einer Wirtschaft schaden und wie sie das Risiko für das Finanzsystem erhöhen, bevor auf die weltweite Situation eingegangen wird. Laut dem IWF-Bericht ist die Türkei das Land mit dem höchsten Anteil an Zombie-Unternehmen innerhalb des gesamten Unternehmensökosystems. Dem Bericht zufolge, für den Daten aus 43 Ländern untersucht wurden, liegt der Anteil der Zombie-Unternehmen in der Türkei bei 13 Prozent. Es folgen Indonesien und Rumänien.
Nachrichtenquelle: 12punto
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