Mahfi Eğilmez bewertet die türkische Wirtschaft 2023
Der Ökonom Mahfi Eğilmez hat in einem Beitrag auf seinem persönlichen Blog die türkische Wirtschaft des Jahres 2023 analysiert.
Der Ökonom Mahfi Eğilmez stellte fest: „Das Haushaltsdefizit liegt in den ersten 8 Monaten bei 383 Milliarden TL. Das erwartete Defizit ist fast viermal so hoch. Am Jahresende wird man mit einem riesigen Haushaltsdefizit konfrontiert sein.“
Die Erklärungen von Eğilmez lauten wie folgt:
Das globale System wuchs um etwa 3 Prozent. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen näherte sich 14.000 Dollar. Da dieser Betrag nach dem von mir vorgeschlagenen Maßstab dem mittleren Einkommensniveau entspricht, können Länder mit einem Pro-Kopf-Einkommen in dieser Größenordnung als Länder mit mittlerem Einkommen definiert werden. Im globalen System ist die Inflation im Vergleich zum Jahr 2022 zurückgegangen und von 8,8 Prozent auf 6,6 Prozent gesunken. Man kann sagen, dass auch das globale Handelsvolumen mit einem Anstieg von 2,4 Prozent eher schwach blieb.
Trotz dieses allgemeinen Bildes sind einige Volkswirtschaften in eine Rezession geraten. Die wichtigste darunter war Deutschland. Deutschland erlebte zwei Quartale in Folge einen wirtschaftlichen Rückgang. Japan sah sich zum ersten Mal seit langer Zeit mit einer Inflation von etwa 3 Prozent konfrontiert. Diese Entwicklung wird als Zeichen für den Ausstieg Japans aus der Stagnation gewertet, in der es sich seit Jahren befindet.
DAS DURCHSCHNITTLICHE PRO-KOPF-EINKOMMEN IN DER TÜRKEI BLEIBT UNTER DEM WELTDURCHSCHNITT
Den jüngsten Schätzungen zufolge wird das BIP der Türkei bei einer jährlichen Wachstumsrate von 3,9 Prozent voraussichtlich 1,067 Billionen Dollar betragen. Dieses BIP entspricht 1 Prozent des weltweiten BIP. Da der Anteil der Türkei am weltweiten BIP seit Jahren bei 1 Prozent liegt, ist hier keine Veränderung zu erkennen. Es wird geschätzt, dass das Pro-Kopf-Einkommen über 12.000 Dollar liegen wird. Da das durchschnittliche Einkommen weltweit bei fast 14.000 Dollar liegt und die Türkei darunter bleibt, ist davon auszugehen, dass wir in der Falle des mittleren Einkommens verharren werden.
Die Inflation der Türkei (59,9 Prozent) ist mehr als achtmal so hoch wie die durchschnittliche weltweite Inflation (6,6 Prozent). Wir schätzen, dass diese Rate, die den Stand per September widerspiegelt, zum Jahresende noch höher ausfallen wird. Dies bedeutet, dass die Inflation das größte Problem für die türkische Wirtschaft darstellt.
Die Lira verliert gegenüber dem Dollar und anderen Fremdwährungen weiter an Wert. Der Außenwertverlust der Lira, der sich durch die Zinssenkungen der türkischen Zentralbank (TCMB) beschleunigte, kann sich derzeit trotz der aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen nicht erholen. Der Grund dafür ist, dass der Leitzins der TCMB trotz der Erhöhung bei 30 Prozent liegt, während die Inflation 58,9 Prozent beträgt.
Bei der Arbeitslosigkeit ist die entscheidende Kennzahl die Summe aus Arbeitslosen und denjenigen, die arbeitslos sind, sich aber nicht arbeitssuchend gemeldet haben. Diese Quote liegt sehr nahe bei 23 Prozent: ein ziemlich hoher Wert.
DAS HAUSHALTSDEFIZIT WIRD IMMER GRÖSSER
Das Haushaltsdefizit liegt in den ersten 8 Monaten bei 383 Milliarden TL. Das erwartete Defizit ist fast viermal so hoch. Am Jahresende wird man mit einem riesigen Haushaltsdefizit konfrontiert sein.
Der gesamte Auslandsverschuldungsbestand der Türkei beläuft sich zum ersten Halbjahr 2023 auf 475,7 Milliarden Dollar. Betrachtet man dies zusammen mit dem geschätzten BIP zum Jahresende, liegt er bei etwa 45 Prozent des BIP. Das ist keine hohe Quote, aber die Finanzierung ist schwierig.
Nachrichtenquelle: 12punto
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