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Öl-Dilemma im Nahen Osten: Lager voll, Produktion gestoppt

Die durch die Hormus-Krise im Nahen Osten ausgelöste Überfüllung der Öllagerkapazitäten hat zu einem teilweisen Produktionsstopp in der Region geführt und das Angebotsgleichgewicht auf dem Weltmarkt verändert.

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Öl-Dilemma im Nahen Osten: Lager voll, Produktion gestoppt

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Krise um die Straße von Hormus beeinträchtigen die Öllieferungen erheblich. Da die Lagerkapazitäten in wichtigen Förderländern wie Kuwait, Irak, Bahrain und Katar ihre Grenzen erreicht haben, ist die neue Ölproduktion nahezu zum Stillstand gekommen. Während Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate in den letzten Wochen über alternative Transportwege noch begrenzte Mengen exportieren konnten, haben sich die Schwierigkeiten bei der Versorgung der internationalen Märkte in der gesamten Region verschärft.

Der Energieexperte Altuğ Karataş bewertet die aktuelle Entwicklung als „einen Wendepunkt für die Energiemärkte“ und stellte fest, dass sich die Länder nach dem großen Schock der ersten Monate schnell alternativen Energiequellen zugewandt haben. Karataş erklärte, dass die vorhandenen Ölreserven die Nachfrage noch für eine gewisse Zeit decken könnten, und fügte hinzu, dass sowohl die Aufhebung des Embargos gegen Russland als auch die Suche vieler Länder nach neuen Energiequellen für eine gewisse Entspannung auf den Märkten gesorgt hätten.

Aufgrund der an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßenen Lager im Nahen Osten mussten Länder wie der Irak, Kuwait, Bahrain und Katar die Produktion vollständig einstellen, da sie ihr Öl nicht auf den internationalen Markt bringen konnten. Die Unfähigkeit, das in den Lagern befindliche Produkt zu speichern, führte zu Betriebsunterbrechungen in den Raffinerien. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Situation sind schwerwiegend. Karataş sagte: „Während diese Länder wirtschaftlich große Verluste erleiden, hat sich die Situation für die USA und Russland in eine Chance verwandelt.“ Es wurde festgestellt, dass insbesondere die USA ihre Öl- und LNG-Exporte gesteigert haben und beide Länder durch die Aufhebung des Ölembargos gegen Russland ihren Anteil am globalen Ölmarkt ausbauen konnten.

HOFFNUNG AUF NORMALISIERUNG DER ÖLPREISE

Während die Auswirkungen der historischen Preissteigerungen auf dem Energiemarkt anhalten, exportierten die Länder des Nahen Ostens den Großteil ihrer Produktion über die Straße von Hormus. Doch nach der Schließung der Meerenge kam es aufgrund der sich ansammelnden Bestände zu einer massiven Drosselung der Produktion. Karataş erklärte: „Im optimistischen Szenario könnten die Ölpreise auf das Niveau von 50 Dollar sinken, sobald sich der Transit durch Hormus wieder normalisiert und die Raffinerieprozesse stabilisiert haben.“ Er wies jedoch darauf hin, dass sich die hohen Preise unter den derzeitigen Bedingungen noch eine Weile auf den Märkten niederschlagen werden.

Das sinkende Angebot auf dem Ölmarkt hat weltweit zu steigenden Energiepreisen und insbesondere zu Problemen bei europäischen Raffinerien geführt. Obwohl die Internationale Energieagentur 400 Millionen Barrel zusätzliches Öl auf den Markt brachte, konnte der Engpass in den Lagern nicht grundlegend gelöst werden.

KRISE BEI FLUGKRAFTSTOFF UND EUROPAS ABHÄNGIGKEIT

In seiner Bewertung des aus Erdöl gewonnenen Flugkraftstoffs erklärte Altuğ Karataş: „Insbesondere die Schließung von Ölraffinerien in Europa hat zu einer ernsthaften Krise bei Flugkraftstoff geführt. Um dies zu subventionieren, wurden Flüge in einige Länder gestrichen. Es wurden Ersatzrouten geschaffen. Ich gehe davon aus, dass die Flugkraftstoffkrise in Europa in der kommenden Zeit anhalten wird. Denn Europa ist bei Flugkraftstoff zu 100 % vom Nahen Osten abhängig. Auch hier sind die Lagerbestände nahezu erschöpft.“

Der Energieengpass zwingt die Länder dazu, sich erneuerbaren und alternativen Quellen zuzuwenden. Experten betonen, dass die Exporteure im Nahen Osten, die nicht liefern können, am stärksten von der aktuellen Krise betroffen sind. Mittelfristig wird eine Stabilisierung der Märkte erst mit einer Verbesserung der Bedingungen in der Straße von Hormus erwartet.


Nachrichtenquelle: 12punto