Plötzlicher Anstieg des Dollar/TL-Kurses an Freitagen: Bremst die Zentralbank kurzfristiges Kapital?
Laut Bloomberg zielt die türkische Zentralbank (TCMB) mit den in den letzten Wochen an Freitagen beobachteten deutlichen Kursanstiegen darauf ab, Carry-Trade-Geschäfte abzuschrecken, die auf kurzfristige Zinsgewinne abzielen. Die Behörden stehen heißem Geld, das Volatilität am Markt erzeugen könnte, distanziert gegenüber.
Während die türkische Lira in den letzten Monaten weiterhin real an Wert verliert, sind an bestimmten Wochentagen auffällige Kursbewegungen zu beobachten. Insbesondere an Freitagen kommt es zu plötzlichen Anstiegen des Dollar/TL-Kurses. Bloomberg deutete an, dass diese Bewegung kein Zufall sei, sondern ein bewusster Schritt der Zentralbank (TCMB) sein könnte, um kurzfristige Zuflüsse von heißem Geld zu begrenzen.
In einer Analyse der in den USA ansässigen Finanznachrichtenagentur wurde darauf hingewiesen, dass der Wertverlust der Lira an Freitagen drei- bis viermal höher ausfällt als an den anderen Wochentagen.
HINDERNIS FÜR DIE CARRY-TRADE-STRATEGIE
Laut der Bloomberg-Analyse mit dem Titel „TCMB zielt darauf ab, kurzfristige Carry-Trade-Geschäfte abzuwehren“, macht der starke Wertverlust an Freitagen eine beliebte Carry-Trade-Strategie zunichte, die darauf abzielt, kurzfristige Zinserträge in Lira zu erzielen.
Bei dieser Strategie planen Investoren, am Donnerstagabend Lira zu kaufen, über das Wochenende Zinserträge zu generieren und am Montag wieder auszusteigen. Die starken Kursanstiege am Freitag machen dieses Geschäft jedoch unrentabel.
LIRA ALS ATTRAKTIVES INSTRUMENT FÜR CARRY TRADES
Der Leitzins in der Türkei, der sich der 50-Prozent-Marke nähert, und der relativ stabile Wechselkurs unter Kontrolle der Zentralbank machen die türkische Lira für Carry Trades attraktiv. Tatsächlich erreichten die Carry-Trade-Renditen im Mai den höchsten Stand seit der Zeit nach 2021.
Seit dem 18. April belief sich die Menge des auf diesem Weg ins Land geflossenen heißen Geldes auf 3,4 Milliarden Dollar.
BEHÖRDEN BESORGT ÜBER VOLATILITÄT
Laut Quellen, die gegenüber Bloomberg sprachen und anonym bleiben wollten, sind die Behörden besorgt über die potenziellen Risiken kurzfristiger Kapitalzuflüsse. Es wird darauf hingewiesen, dass solche Kapitalbewegungen aufgrund der Volatilität, die sie an den Märkten verursachen könnten, nicht gefördert werden.
Erkin Işık, Chefökonom der QNB Bank, äußerte eine ähnliche Einschätzung: „Die Behörden sind nicht sehr erpicht darauf, kurzfristige Carry-Trade-Zuflüsse anzuziehen. Sie haben bereits früher erlebt, dass schnelle Abflüsse über diesen Kanal zu Schwankungen bei Wechselkursen und Reserven führen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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