Privatisierung von Brücken und Autobahnen in Istanbul: Portugiesische Kontakte rücken in den Fokus
Im Rahmen der Bemühungen zur Privatisierung der Brücken und Autobahnen in Istanbul haben türkische Behörden ihre Kontakte zu führenden europäischen Autobahnbetreibern intensiviert; wie bekannt wurde, fanden wichtige Gespräche in Portugal statt.
Im Zuge der Pläne zur Steigerung der Staatseinnahmen durch die Privatisierung von Brücken und Autobahnen sind internationale Dialoge in den Fokus gerückt. Es wurde berichtet, dass die Privatisierungsbehörde (ÖİB) und das Beratungsunternehmen EY in den vergangenen Wochen führende portugiesische Autobahnbetreiber besucht haben, während sich das Projekt noch in der Vorbereitungsphase befindet. Diese Kontakte mit in Europa ansässigen Unternehmen, die noch vor der offiziellen Ausschreibung stattfanden, sollen den Boden für die kommenden Phasen bereiten.
Die Regierung plant, mit diesem Privatisierungsschritt erhebliche Einnahmen für den Haushalt zu generieren. Mit der Finalisierung des Vorgangs in den kommenden Monaten werden insbesondere aus den beiden Bosporus-Brücken und den Autobahnen in Istanbul hohe Einnahmen erwartet. In diesem Zusammenhang wird davon ausgegangen, dass der Ausschreibungskalender im Mai oder Juni veröffentlicht wird.
Während etwa 3.800 Kilometer des öffentlichen Straßennetzes derzeit unter staatlicher Verwaltung stehen, werden die übrigen Autobahnen bereits von privaten Unternehmen betrieben. Daten des Verkehrsministeriums zeigen, dass sich das Verkehrsaufkommen größtenteils auf die staatlichen Brücken und Autobahnen konzentriert. Die Brücken über den Bosporus gelten dabei als strategische Einnahmequellen.
Es wurde mitgeteilt, dass der portugiesische Autobahngigant Brisa ebenfalls ein privates Treffen mit türkischen Vertretern abgehalten hat und das Unternehmen bereits in der Vergangenheit Interesse an Privatisierungsinitiativen in der Türkei gezeigt hatte. Die betroffenen Institutionen vermieden eine Stellungnahme zu den Gesprächen. Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu hatte zuvor betont, dass an einer Übertragung der Betriebsrechte für einen begrenzten Zeitraum gearbeitet werde und dies keinen direkten Verkauf bedeute.
Im Zuge der Privatisierungsdebatte wurden die Worte des AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan aus dem Jahr 2013 wieder aufgegriffen: "Diese Zahl hat mich nicht zufrieden gestellt. Ich habe eine Untersuchung dazu in Auftrag gegeben. Was könnte die höchstmögliche Summe für diese Ausschreibung sein? Hier kam eine Zahl heraus, die doppelt so hoch ist. Wenn ich das nach einem solchen Ergebnis genehmige, begehe ich Landesverrat, dann verrate ich mein Volk." Nachdem das Angebot von 5,7 Milliarden Dollar im Jahr 2013 abgelehnt worden war, sorgt nun das im neuen mittelfristigen Wirtschaftsplan festgelegte Privatisierungsziel von insgesamt 4,4 Milliarden Dollar für Fragen in der Öffentlichkeit.
Ökonomen und Branchenexperten betonen in ihren Kommentaren, dass die kurzfristigen Einnahmen aus den Privatisierungen zwar eine vorübergehende wirtschaftliche Entlastung bringen könnten, jedoch langfristig ein bedeutender Teil der Einnahmequellen an neue Betreiber abgetreten werde. Insgesamt wird erwartet, dass die Einnahmenverteilung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor im Zuge dieses Prozesses neu gestaltet wird.
Nachrichtenquelle: 12punto
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