Rechnung des Ministeriums geht bei Steuern nicht auf: 500 Milliarden Lira fehlen
Das Finanzministerium, das in den ersten sieben Monaten des Jahres 4,3 Billionen Lira an Steuern einnehmen wollte, konnte lediglich 3,8 Billionen Lira realisieren. Während das Ziel bei der Einkommensteuer erreicht wurde, blieb das Ministerium bei der Körperschaftsteuer und der erklärungsbasierten Mehrwertsteuer hinter den Erwartungen zurück.
Während die Drosselung der Nachfrage eines der Hauptziele im Kampf gegen die Inflation im Wirtschaftsprogramm darstellt, hat sich dies auch negativ auf die Steuereinnahmen ausgewirkt.
Wie Rahim Ak von HaberTürk berichtet, sieht das Finanzministerium für das Gesamtjahr 2024 ein Gesamteinkommen von 8 Billionen 353 Milliarden Lira vor, wovon 7 Billionen 407 Milliarden Lira aus Steuern stammen sollen.
Daten des Finanzministeriums zufolge wurden für die ersten sieben Monate Steuereinnahmen in Höhe von 4,3 Billionen Lira erwartet. Tatsächlich wurden jedoch nur 3,8 Billionen Lira eingenommen. Damit liegt man rund 500 Milliarden Lira unter dem geplanten Ziel. Die möglichen Wege, um das Ziel dennoch zu erreichen, sind eine gesteigerte Steuerleistung im restlichen Jahresverlauf, die Einführung zusätzlicher Steuern oder die Finanzierung des Defizits durch Kreditaufnahme.
78 PROZENT DES ZIELS IN 7 MONATEN ERREICHT
Nach Angaben des Ministeriums gilt das Ziel bei der Einkommensteuer als nahezu erreicht, da 80 Prozent der festgesetzten Steuer eingezogen wurden. Die erklärungsbasierte Einkommensteuer, wie etwa die „Mietsteuer“, blieb mit einer Einziehungsquote von 60 Prozent hinter den Erwartungen zurück; insgesamt wurden in den sieben Monaten 78,3 Prozent des Ziels erreicht. Da diese Steuer in Raten gezahlt wird, besteht die Möglichkeit, dass die Einziehungsquote gegen Jahresende noch steigt.
Speziell bei der Einkommensteuer blieb die Einziehungsquote bei Steuerzahlern mit vereinfachter Buchführung, wie etwa Taxifahrern und kleinen Gewerbetreibenden, bei lediglich 7,7 Prozent.
Ein erhebliches Problem zeigen die Daten auch bei der Körperschaftsteuer. Das Finanzministerium hatte für das Jahr 1,2 Billionen TL an Körperschaftsteuern veranschlagt, doch in den sieben Monaten konnten von den erwarteten 744 Milliarden Lira nur 480 Milliarden Lira eingenommen werden. Unternehmen haben rund 263 Milliarden Lira, die sie hätten zahlen müssen, entweder nicht gezahlt oder konnten sie nicht zahlen.
321 MILLIARDEN LIRA AN MEHRWERTSTEUER WARTEN AUF ZAHLUNG
Die Zahlen deuten auch auf Probleme bei der erklärungsbasierten Mehrwertsteuer (KDV) hin. Während die Einziehungsquote bei der im Abzugsverfahren erhobenen Mehrwertsteuer bei 84 Prozent lag, konnten bei der erklärungsbasierten Mehrwertsteuer nur 28 Prozent des Ziels erreicht werden. Unternehmen zahlten 40 Prozent der festgesetzten 535 Milliarden Lira an Mehrwertsteuer, während 321 Milliarden Lira noch auf ihre Zahlung warten.
Auch die aufgrund der gedrosselten Nachfrage gesunkenen Steuern fielen auf. Während die stark gestiegenen Automobilpreise und die Zinserhöhungen die Einnahmen aus der Sonderverbrauchssteuer (ÖTV) beeinträchtigten, blieb auch die Einfuhrumsatzsteuer hinter den Erwartungen zurück, da sich die jüngsten Regulierungen auf den Zollbereich verlagerten. Da immer weniger Menschen in den Urlaub fahren können, blieb auch die Beherbergungssteuer weit hinter dem Ziel zurück.
Für 2024 wurden aus der ÖTV 1,4 Billionen Lira erwartet; in den ersten sieben Monaten lag man bei den Steuereinnahmen 75 Milliarden Lira unter den 818 Milliarden Lira, die für diesen Zeitraum vorgesehen waren.
ERWARTUNG 136 MILLIARDEN LIRA, EINGENOMMEN NUR 32 PROZENT
Während die erhöhten Steuersätze auf alkoholische Getränke die Steuereinnahmen negativ beeinflussten, ist das Bild nicht nur wegen der sinkenden Verkaufszahlen, sondern auch im Hinblick auf Schmuggel und gefälschten Alkohol besorgniserregend. Bei alkoholischen Getränken lag die Erwartung bei 107 Milliarden Lira, in den sieben Monaten konnten jedoch nur 49 Prozent davon eingenommen werden.
Durch den Rückgang bei Immobilienverkäufen fielen die Grundbuchgebühren um 35 Milliarden Lira niedriger aus als erwartet. Das Finanzministerium nahm in sieben Monaten 44 Milliarden Lira an Grundbuchgebühren ein, was lediglich 32 Prozent der jährlichen Erwartung von 136 Milliarden Lira entspricht.
Während sich dieses Bild bei den Steuereinnahmen abzeichnet, zeigt sich, dass der Staat verstärkt auf Strafzahlungen setzt. Es wurde deutlich, dass das jährliche Ziel bei den Strafen erreicht und sogar übertroffen wurde.
Nachrichtenquelle: 12punto
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