Strenge Kontrollen durch SGK und Finanzämter: Falsche Angaben können Ihre Rente gefährden
Der SGK-Experte Özgür Erdursun hat wichtige Warnungen für Unternehmen und Arbeitnehmer bezüglich Scheinanstellungen und nicht deklarierter Zahlungen ausgesprochen. Fehler können zum Entzug der Rente, zum Verlust von staatlichen Förderungen und zu hohen Geldstrafen führen.
Dank der digitalisierten Infrastruktur der Sozialversicherungsanstalt (SGK) und der Finanzämter hat eine Ära strenger Kontrollen begonnen. Insbesondere bei Themen wie Scheinanstellungen, Barzahlungen von Gehältern und Scheinrechnungen wurden die Sanktionen verschärft. Der SGK-Berater Özgür Erdursun richtete wichtige Warnungen sowohl an Arbeitgeber als auch an Arbeitnehmer.
In seinen Erklärungen auf YouTube erinnerte Erdursun an die gesetzliche wöchentliche Arbeitszeit von 45 Stunden. Er wies darauf hin, dass bei Überstunden an Wochentagen ein Aufschlag von 50 Prozent, an Sonntagen von 100 Prozent sowie an Feiertagen ein zusätzlicher Tageslohn pro Tag zwingend vorgeschrieben ist.

Erdursun betonte, dass die SGK-Meldungen exakt mit den Bankzahlungen übereinstimmen müssen und dass die lückenlose Führung von Urlaubsansprüchen und Personalakten der Mitarbeiter von entscheidender Bedeutung sei. Zudem stellte er klar, dass die Auszahlung von Urlaubsabgeltungen in bar während des laufenden Arbeitsverhältnisses rechtswidrig ist.
Erdursun fasste das Risiko für Personen, die sich scheinanmelden lassen, wie folgt zusammen:
"Wenn Sie einem Vermittler Geld zahlen oder sich aus Gefälligkeit scheinanmelden lassen und dies bei einer Prüfung auffällt, werden alle Ihre Tage gelöscht. Ihre Rente wird annulliert; die bereits ausgezahlten Rentenbezüge und Gesundheitskosten werden inklusive gesetzlicher Zinsen zurückgefordert. Für Unternehmen drohen der Entzug sämtlicher staatlicher Förderungen sowie hohe Geldstrafen."

DIE GRÖSSTEN FEHLER DER ARBEITGEBER
Laut Erdursun begehen Arbeitgeber häufig den unvermeidbaren Fehler, Mitarbeiter, die unentschuldigt fehlen, sofort zu entlassen. Dabei muss bei Mitarbeitern, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen oder an drei Tagen innerhalb eines Monats nicht zur Arbeit erscheinen, zunächst ein Protokoll erstellt, anschließend eine Abmahnung per Notar zugestellt und dem Personal innerhalb von sechs Arbeitstagen das Recht auf Stellungnahme eingeräumt werden. Wird dieses Verfahren nicht eingehalten, kann der Arbeitgeber in eine rechtlich ungünstige Position geraten und zur Zahlung von Abfindungen und Kündigungsentschädigungen verurteilt werden.

RISIKEN DURCH KÜNSTLICHE INTELLIGENZ UND UNTERNEHMENSBEWEGUNGEN
Wir befinden uns in einer Zeit, in der Finanzämter dank moderner Technologien Bankbewegungen, SGK-Meldungen und Steuererklärungen innerhalb von Sekunden abgleichen können. Aufgrund von Scheinrechnungen und irreführenden Dokumenten können sogar Haftstrafen drohen. Zudem wurde betont, dass Kassen-, Bank- und Lagerbewegungen der Unternehmen korrekt geführt werden müssen, da andernfalls schwere strafrechtliche Konsequenzen drohen.
Erdursun wies darauf hin, dass Unternehmensgesellschafter einem falschen Verständnis unterliegen, wenn sie glauben, das Geld in der Kasse gehöre ihnen. Er erklärte, dass für Entnahmen aus dem Unternehmen ausschließlich Methoden wie "Tantiemen" oder "Gewinnausschüttungen" unter Berücksichtigung der entsprechenden Steuern zulässig sind.
Bezüglich der Aussage von Finanzminister Mehmet Şimşek, dass es "keine Steueramnestie" geben werde, äußerte sich Erdursun wie folgt:
"In der Türkei gab es noch nie eine Amnestie, bei der die Steuerschuld selbst erlassen wurde. Die getroffenen Regelungen sind lediglich Umstrukturierungen; die Verzugszinsen werden fixiert und in Raten gezahlt. Das Warten auf eine Umstrukturierung, um Schulden anzuhäufen, bringt Unternehmen aufgrund der steigenden Verzugszinsen in eine noch größere Sackgasse. Wer über liquide Mittel verfügt, sollte seine Schulden so schnell wie möglich reduzieren."
Nachrichtenquelle: 12punto
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