Wie wird die Zinsentscheidung der TCMB ausfallen? Was sind die Prognosen der globalen Giganten?
Vor der Zinssitzung der Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) am Donnerstag äußern internationale Finanzinstitute unterschiedliche Ansichten zum Leitzins. Während einige Analysten davon ausgehen, dass der Zinssatz unverändert bleibt, halten andere eine erneute Anhebung für möglich.
Die Zinsentscheidung, die die Zentralbank der Republik Türkei am Donnerstag, den 11. Juni, bekannt geben wird, wird von den Märkten aufmerksam verfolgt. Vor dieser kritischen Sitzung sind die Erwartungen weltweit führender Banken und Finanzkreise gespalten.
Morgan Stanley prognostizierte in seinem jüngsten Bericht unter Hinweis auf die Abschwächung der Binnennachfrage und die anhaltend hohe Inflation, dass die Zentralbank den Leitzins bei 37 % belassen werde. In dem Bericht wurde darauf hingewiesen, dass die TCMB trotz des Anstiegs der Energiepreise und der Marktvolatilität an ihrer straffen Geldpolitik festhalten werde. Morgan Stanley teilte zudem die Einschätzung, dass im weiteren Jahresverlauf ein kontrollierter Zinssenkungsprozess auf die Tagesordnung kommen könnte und der Leitzins bis 2027 auf 27,5 % sinken könnte.
Zudem hob Morgan Stanley in seiner Strategie für die Türkische Lira die Short-Position bei Dollar/TL mit einer Laufzeit von drei Monaten hervor und wies darauf hin, dass der erwartete Wertverlust der Lira kontrolliert und unterhalb der Forward-Märkte erfolgen könnte.
Eine weitere globale Bank, Goldman Sachs, bewertete, dass die Zentralbank bei der Sitzung in dieser Woche keine Zinsänderung vornehmen werde. Die Analysten von Goldman Sachs erklärten in einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht: „Wir glauben derzeit, dass nur ein erheblicher Dollarisierungsdruck die Zentralbank dazu veranlassen würde, den Leitzins zu erhöhen.“ Die Bank gab an, dass für eine finanzielle Straffung eher makroprudenzielle Maßnahmen bevorzugt würden, die das Kreditwachstum begrenzen.
Bei der Bank of America (BofA) herrscht eine ähnliche Erwartung. Während die BofA davon ausgeht, dass der Leitzins in der aktuellen Situation beibehalten wird, wies sie auch darauf hin, dass der Druck auf die Kerninflation weiterhin besteht. Die Bank betonte: „Obwohl es keine starken Anzeichen für Zweitrundeneffekte des Energieschocks oder Preisverzerrungen gibt, bleibt die Inflation auf einem hohen Niveau und die Erwartungen liegen deutlich über den Prognosen der TCMB.“ Die BofA erklärte zudem, dass die TCMB die effektiven Finanzierungskosten bei etwa 40 % halten könnte und der Druck auf die Reserven aufgrund sowohl der Inflation als auch geopolitischer Entwicklungen anhalte.
Küçük, einer der Ökonomen der BofA, unterstreicht, dass eine Anhebung des Zinssatzes auf 40 % eine weitere Option sei, die auf dem Tisch liege.
Andererseits weisen Analysten von Garanti BBVA und einige internationale Institutionen auf die Möglichkeit einer Zinserhöhung hin. Insbesondere Analysten, die die geopolitischen Spannungen in Westasien hervorheben, prognostizieren, dass der Leitzins von 37 % auf 40 % angehoben werden könnte. JPMorgan und Capital Economics gehören ebenfalls zu den Institutionen, die eine Zinserhöhung um 300 Basispunkte durch die TCMB erwarten.
Während die Volatilität und Unsicherheit an den Märkten bis zur Bekanntgabe der Zinsentscheidung anhalten, ist der Schritt der Zentralbank für internationale Investoren und die heimischen Märkte von großer Bedeutung.
Nachrichtenquelle: 12punto
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