Türkei muss Fahrplan für chinesische Investitionen erstellen
EBSO-Präsident Ender Yorgancılar weist darauf hin, dass Chinas Investitionen in Europa eine Gefahr für türkische Exporteure darstellen, und betont, dass die Türkei dringend eine auf China ausgerichtete Strategie benötigt.
Bei der Dezember-Sitzung der Industrie- und Handelskammer der Ägäisregion (EBSO) erklärte der Vorstandsvorsitzende Ender Yorgancılar, dass die positiven Wachstumserwartungen in der Welt- und Europawirtschaft zwar Chancen für die Türkei böten, die Investitionen Chinas in EU-Länder jedoch ein besorgniserregendes Bild für die türkischen Exporte zeichneten.
Yorgancılar sagte: „Dass chinesisches Kapital in Unternehmen in der EU investiert, könnte unsere Exportchancen in diesen Bereichen zunichtemachen.“ Er betonte, dass eine umfassende Analyse der aus China in unser Land importierten Produkte unerlässlich sei, und wies darauf hin, dass ein Großteil des Handels nur aus wenigen Produktkategorien bestehe. „Wir führen derzeit eine Studie zu diesem Thema durch. Sobald diese abgeschlossen ist, werden wir sie mit der Union der Kammern und Börsen der Türkei (TOBB) teilen und anschließend dem Ministerium vorlegen können. Man darf nicht vergessen, dass 40 Prozent des türkischen Leistungsbilanzdefizits auf Importe aus China zurückzuführen sind. Vielleicht könnten zusätzliche Steuern eine Lösung sein, aber das Wichtigste ist, eine gemeinsame Unternehmenskultur zu entwickeln und die Produktion zu stärken“, fügte er hinzu.
Unter Bezugnahme auf Wirtschaftsindikatoren merkte Yorgancılar an, dass Wechselkurs und Inflation in den letzten Jahren zwar einen Abwärtstrend zeigten, Zinsen und Devisen jedoch noch immer nicht den Erwartungen entsprächen. „Ich schätze, dass die Inflation Ende Dezember bei höchstens 31 Prozent liegen wird. Wenn wir uns auf Strukturreformen konzentrieren, könnte die wirtschaftliche Erholung schneller und nachhaltiger erfolgen“, sagte er.
NEUE GLEICHGEWICHTE IN PRODUKTION UND FINANZIERUNG
Yorgancılar wies darauf hin, dass der Zufluss von ausländischem Kapital in die Türkei im kommenden Jahr zunehmen könnte. Er erklärte, dass der PMI-Index seit 20 Monaten unter der 50-Punkte-Marke liege, was auf Produktionsprobleme in der Industrie hindeute. Gleichzeitig berichtete Yorgancılar, dass die CDS-Werte, die als Risikoprämie der Türkei bekannt sind, den niedrigsten Stand seit sieben Jahren erreicht hätten: „Wir liegen derzeit bei 218 Punkten. Wenn wir den CDS unter 100 Punkte drücken können, könnte die Türkei im nächsten Jahr mit dem Rückgang der Inflation und der Entlastung des Devisendrucks zu einem attraktiveren Standort für ausländische Investoren werden“, bewertete er.
Bezüglich der Kreditmöglichkeiten für exportierende Unternehmen empfahl Yorgancılar den Industriellen, die nach Handelskrediten suchen, die von der Zentralbank bereitgestellten Diskontkredite. „Für Exporteure sind Diskontkredite das zinsgünstigste und vorteilhafteste Finanzierungsinstrument. Auch 2026 werden diese Kredite die beste Option für Exporteure sein. Wer keinen Zugang zu Diskontkrediten hat, kann sich an TL-Kredite wenden“, sagte er.
Nachrichtenquelle: 12punto
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