Wachsende Rezessionssorgen in der US-Wirtschaft: Entscheidungen der Fed erwartet
Da in den USA Inflationsrisiken zunehmend von Rezessionssorgen abgelöst werden, werden Daten zur wirtschaftlichen Aktivität und zum Arbeitsmarkt die möglichen Zinsschritte der Federal Reserve (Fed) im November und Dezember bestimmen. Der Rückgang des Verbrauchervertrauens und Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe sorgen für Unsicherheit an den Märkten.
In der US-Wirtschaft rücken nach dem Anstieg der Inflationsrisiken nun Rezessionssorgen in den Vordergrund, während Daten zur wirtschaftlichen Aktivität und zum Arbeitsmarkt Hinweise auf mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) im November und Dezember geben könnten. Analysten weisen darauf hin, dass trotz der Daten, die auf eine Schrumpfung im verarbeitenden Gewerbe hindeuten, und der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten, die die Risikowahrnehmung erhöhen, die Erwartungen einer „sanften Landung“ (Soft Landing) durch den Beginn des Lockerungszyklus der Fed die Risikobereitschaft stützen.
Den gestern veröffentlichten Daten zufolge fiel der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board im September auf 98,7 Punkte und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück; dies war der stärkste Rückgang seit August 2021. Zudem lag der Richmond-Fed-Index für das verarbeitende Gewerbe im September mit minus 21 unter den Prognosen.
Der S&P CoreLogic Case-Shiller-Index für nationale Immobilienpreise verzeichnete im Juli einen Anstieg von 5 Prozent auf Jahresbasis, jedoch zeigten sich Anzeichen einer Verlangsamung des Wachstums.
Während die Äußerungen von Fed-Vertretern anhalten, betonte Vorstandsmitglied Michelle Bowman, dass die Inflation weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der Bank liege und bei Zinssenkungen Vorsicht geboten sei. Die Erwartung, dass die Fed bis zum Jahresende Zinssenkungen um insgesamt 75 Basispunkte vornehmen wird, bleibt in der Preisgestaltung an den Geldmärkten stark.
Auf Unternehmensebene legten die Aktien des Chipherstellers Nvidia um 3,9 Prozent zu, nachdem CEO Jensen Huang seine Aktienverkäufe abgeschlossen hatte, während die Aktien von Visa nach einer Klage des Justizministeriums gegen das Unternehmen um 5,5 Prozent fielen.
Unterdessen hat die 79. Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) unter Teilnahme von 76 Staatschefs und zahlreichen hochrangigen Vertretern in New York begonnen. Bei der diesjährigen Sitzung sollen globale Probleme angegangen und die Zusammenarbeit gestärkt werden.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen notiert bei 3,74 Prozent, während der Dollar-Index bei 100,3 liegt. Der Goldpreis erreichte mit 2.670,38 Dollar ein historisches Hoch. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl fiel zum gestrigen Handelsschluss von 74,5 auf 74,3 Dollar.
Gestern legten der Dow-Jones-Index um 0,20 Prozent, der S&P 500 um 0,25 Prozent und der Nasdaq um 0,56 Prozent zu. Der S&P 500 erreichte mit 5.735,32 Punkten ein Allzeithoch. Die Index-Futures starteten jedoch mit einem negativen Trend in den neuen Tag.
An den europäischen Börsen war eine überwiegend positive Stimmung zu beobachten, während weiterhin Unsicherheit über die Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) bis zum Jahresende besteht. In Deutschland sank das Geschäftsklima im September auf 85,4 Punkte und verzeichnete damit den vierten Rückgang in Folge.
An den asiatischen Märkten zeigten die wirtschaftlichen Anreize der chinesischen Zentralbank Wirkung. Die PBoC gab bekannt, dass sie den Zinssatz für einjährige mittelfristige Kredite von 2,30 Prozent auf 2,00 Prozent gesenkt hat. Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, erklärte, dass man es mit Zinserhöhungen nicht eilig habe.
An der Borsa Istanbul schloss der BIST-100-Index den Tag mit einem Plus von 1,44 Prozent bei 10.029,73 Punkten. Der Dollar/TL-Kurs notiert zum Handelsauftakt am Interbankenmarkt mit einem Anstieg von 0,1 Prozent bei 34,1360.
Heute werden im Inland die sektoralen Inflationserwartungen und im Ausland die wöchentlichen Hypothekenanträge sowie die Verkäufe neuer Häuser in den USA verfolgt. Die heute zu beobachtenden Daten an den Märkten sind wie folgt:
- 10.00 Uhr Türkei, sektorale Inflationserwartungen für September
- 14.00 Uhr USA, wöchentliche Hypothekenanträge
- 17.00 Uhr USA, Verkäufe neuer Häuser im August.
Nachrichtenquelle: AA
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