Zentralbank senkt Zinsen, Yeni Şafak ist wieder unzufrieden!
Die Zeitung Yeni Şafak kritisierte die Zinsentscheidung der Zentralbank scharf und nahm Präsident Fatih Karahan ins Visier. Der Bericht der regierungsnahen Medien wies auf die Schwierigkeiten der Industriellen bei Produktion und Export hin.
Die regierungsnahe Zeitung Yeni Şafak kritisierte die gestrige Zinssenkung der Zentralbank mit der Schlagzeile "So einen Zinssatz gibt es nirgendwo auf der Welt". Die Zeitung betonte, dass sich die Zinssätze in entwickelten Volkswirtschaften parallel zur Inflation bewegen, während sich diese Kluft in der Türkei vergrößert habe.
Die Zinssenkung der Zentralbank um 100 Basispunkte, die weit hinter den Markterwartungen zurückblieb und den Satz von 38 auf 37 Prozent senkte, sorgte insbesondere bei Industriellen und Exporteuren für Unmut.
KARAHANS ÜBERMÄSSIG VORSICHTIGE HALTUNG KRITISIERT
In dem Bericht wurde auch auf die früheren Zinserhöhungen von Zentralbankpräsident Fatih Karahan hingewiesen. Die Zeitung kritisierte, dass Karahan nur eine Woche vor den Kommunalwahlen im März 2024 die Zinsen auf einen Schlag um 500 Basispunkte erhöht hatte, und bezeichnete seine vorsichtige Haltung im Senkungsprozess als auf Kritik stoßend. Es wurden folgende Aussagen zitiert:
“Zentralbankpräsident Fatih Karahan hatte in geschlossenen Sitzungen trotz fehlender Nachfrage und Erwartung eine Zinserhöhung um 500 Basispunkte vorgenommen. Doch sein 'übermäßig vorsichtiger' Ansatz im Senkungsprozess wird von Produzenten und Exporteuren negativ aufgenommen. Aufgrund des sich verlangsamenden Zinssenkungsprozesses haben Industrielle Schwierigkeiten bei der Produktion, während Exporteure gegenüber ihren Konkurrenten an Boden verlieren.”

REAKTIONEN VON EXPORTEUREN UND INDUSTRIELLEN AUF DIE ZINSPOLITIK
Der Präsident der Türkischen Exporteursversammlung (TİM), Mustafa Gültepe, kritisierte in einer Erklärung gegenüber der Zeitung die Zinspolitik und sagte: "Die Politik der hohen Zinsen und des niedrigen Wechselkurses hat arbeitsintensive Sektoren in den letzten 2,5 Jahren außen vor gelassen. Solange die Zinsen und die Inflation nicht unter 20 Prozent sinken, wird keine echte Entlastung erreicht werden können." Gültepe betonte, dass er ohne Zinssenkungen keine ernsthafte Veränderung in der Wirtschaft erwarte und fügte hinzu, dass er für 2026 keinen Unterschied zu 2025 erwarte.
KRITIK AN DER ZINSPOLITIK DURCH ASKON
In dem Bericht wurden zudem die Ansichten des Vorstandsvorsitzenden der Vereinigung der Geschäftsleute Anatolische Löwen (ASKON), Orhan Aydın, wiedergegeben. Aydın äußerte sich zu den negativen Auswirkungen der Zinspolitik und erklärte, dass grundlegende Änderungen an den Zinssätzen erforderlich seien, damit die Türkei eine wirtschaftliche Entlastung erreichen könne.
Nachrichtenquelle: 12punto
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