13-Jähriger findet tausendjährigen Wikinger-Schatz
Ein Schüler und sein Lehrer, die auf der Insel Rügen hobbymäßig mit Metalldetektoren suchten, haben einen bedeutenden Schatz aus 600 Teilen entdeckt, der vermutlich dem Wikingerkönig Harald Blauzahn zuzuordnen ist.
Eine Entdeckung auf der Insel Rügen im Norden Deutschlands hat neues Licht auf die skandinavische Geschichte des Mittelalters geworfen. Der 13-jährige Luca Malaschnitschenko und sein Lehrer René Schoen stießen bei einer routinemäßigen Suche mit einem Metalldetektor zunächst auf ein Metallstück, das auf den ersten Blick wertlos erschien. Später stellte sich jedoch heraus, dass dieser Fund auf einen großen Schatz aus dem Wikingerreich des 10. Jahrhunderts nach Christus hindeutet.
Nachdem der Fund den Behörden gemeldet worden war, wurde auf der Insel eine großflächige Ausgrabung unter archäologischer Aufsicht eingeleitet. Im Zuge der Grabungen wurden rund 600 historische Gegenstände unterschiedlicher Größe aus der Erde geborgen. Es wurde festgestellt, dass etwa 100 Stücke dieser Sammlung, die Münzen, Halsketten, Perlen, Armbänder und Ringe umfasst, aus der Regierungszeit des berühmten dänischen Königs Harald Blauzahn stammen.
Experten, die den riesigen Schatz bewerteten, betonten, dass die Fundstücke eine Handelsansammlung widerspiegeln, die über einen Zeitraum von etwa 250 Jahren entstanden ist. Zu den bemerkenswertesten Objekten der Sammlung gehören ein Damaskus-Dirham aus dem Jahr 714 n. Chr. sowie ein Pfennig, der auf das Jahr 983 n. Chr. datiert wird.
Der Grabungsleiter Michael Schirren erklärte: „Die Funde stellen die größte Ansammlung von Blauzahn-Münzen dar, die jemals im südlichen Ostseeraum auf einmal ans Licht gebracht wurde, und dies ist von großer Bedeutung für die Archäologie der Region.“
VERMUTLICH WÄHREND EINER ZEIT POLITISCHER WIRREN VERGRABEN
Archäologen vermuten, dass diese Schatzsammlung wahrscheinlich aus den 980er Jahren stammt, als König Harald Blauzahn seinen Thron verlor und vor seinem Tod aus Dänemark fliehen musste. Historische Aufzeichnungen belegen, dass Harald Blauzahn von seinem Sohn Sven Gabelbart entmachtet wurde und aus dem Land floh. Experten gehen davon aus, dass die Wertsachen höchstwahrscheinlich während dieser Flucht auf der Insel Rügen versteckt wurden und danach nicht mehr geborgen werden konnten.
HISTORISCHE VERBINDUNG ZUR BLUETOOTH-TECHNOLOGIE
Diese einzigartigen Funde beeinflussen nicht nur die Wikingergeschichte, sondern auf gewisse Weise auch die heutige Technologie. Die heute weit verbreitete drahtlose Kommunikationstechnologie „Bluetooth“ hat ihren Namen von Harald Blauzahn, der zwischen 958 und 986 n. Chr. die Stämme in Skandinavien vereinte. Der Ursprung dieses Beinamens des schwedischen Königs liegt in einem bläulich verfärbten Zahn. Der Name, der der 1997 entwickelten Technologie gegeben wurde, war ursprünglich als vorläufiger Codename gedacht, wurde dann aber beibehalten.
Alle gefundenen Artefakte wurden unter der Aufsicht des Landesamtes für Archäologie zur Untersuchung in Schutz genommen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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