9-Millionen-Tonnen-Gefahr: Vorsicht ist geboten!
Eine neue Analyse hat alle kleinen elektronischen Geräte gezählt, die von Menschen oft nicht als Elektroschrott erkannt werden – die Zahlen sind erschreckend.
Ladegeräte, E-Zigaretten, Spielzeug und Kabelknäuel – all das landet in immer größeren Mengen als Elektroschrott auf dem Müll und entzieht den Lieferketten wichtige Materialien. Eine neue Analyse hat alle kleinen elektronischen Geräte gezählt, die von Menschen oft nicht als Elektroschrott erkannt werden, und die Zahlen wirken erschreckend.
Wie Chip berichtet, wird das Gewicht aller weltweit jährlich weggeworfenen E-Zigaretten auf das Gewicht von drei Brooklyn Bridges geschätzt. Das Gesamtgewicht von E-Zigaretten und anderen kleinen Konsumgütern, die als „unsichtbar“ gelten, beläuft sich auf 9 Milliarden Kilogramm pro Jahr. Das entspricht einer halben Million Müllkipper voller elektrischer Zahnbürsten, mit LEDs verzierter hässlicher Weihnachtspullover, Drohnen und anderer kleiner elektronischer Geräte. Stoßstange an Stoßstange aufgereiht, würden diese Lastwagen von Nairobi bis nach Rom reichen.

Das Problem bei der Entsorgung dieser Gegenstände über den Hausmüll besteht darin, dass elektronische Geräte oft gefährliche Stoffe wie Blei oder Quecksilber enthalten, die aus Mülldeponien austreten und Boden sowie Wasser verunreinigen können. Auch das Horten der Geräte zu Hause ist keine ideale Lösung. Wenn diese Produkte stattdessen recycelt würden, könnten Hersteller echtes Gold und andere wertvolle Materialien zurückgewinnen. Dies könnte den Elektroschrott reduzieren und potenziell den Bedarf an Rohstoffabbau verringern.
Obwohl weggeworfene Geräte und Computer schon seit Jahrzehnten ein Problem darstellen, beleuchtet die neue Analyse Trends, die sich zu einem globalen Chaos entwickelt haben und oft ignoriert werden. Einweg-E-Zigaretten sind überall. Neue Gerätegenerationen werden oft mit neuen Steckern geliefert, die neue Ladegeräte erfordern. Das Internet der Dinge hat alles miteinander vernetzt.
Magdalena Charytanowicz, Kommunikationsmanagerin des gemeinnützigen WEEE-Forums (Waste Electrical and Electronic Equipment), erklärte in einem Pressebriefing: „Verbraucher erkennen oft nicht, dass manche Gegenstände Elektronik enthalten, und deshalb gelangen diese Gegenstände nicht an den richtigen Ort – das ist ein Verlust.“
WAS PASSIERT, WENN SIE NICHT RECYCELT WERDEN?
Laut dem WEEE-Forum hätten allein im Jahr 2019 Materialien im Wert von etwa 9,5 Milliarden Dollar zurückgewonnen werden können, vor allem Eisen, Kupfer und Gold. Die im letzten Jahr weggeworfenen kupferhaltigen Kabel hätten die Erde 107 Mal umwickeln können. Die Nachfrage nach Kupfer, das für erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und mehr von entscheidender Bedeutung ist, wird in diesem Jahrzehnt voraussichtlich sprunghaft ansteigen.

E-Zigaretten, die im Müll landen (wie auch andere wiederaufladbare Geräte), führen zur Verschwendung von Lithium, einem wichtigen Batteriemineral, das die Welt für den Übergang zu sauberer Energie und Mobilität dringend benötigt.
Das in Brüssel ansässige Forum hat das United Nations Institute for Training and Research (UNITAR) mit der neuen Analyse zu den unsichtbaren elektronischen Geräten beauftragt. Die Schätzungen basieren auf dem globalen E-Waste-Monitor, einem internationalen Bericht, der zuletzt 2020 von UNITAR erstellt wurde und alle Arten von Elektroschrott erfasst.
Etwa 55 Prozent des Elektroschrotts werden in Europa gesammelt, was größtenteils auf Gesetze zurückzuführen ist, die Hersteller dazu verpflichten, die durch ihre Produkte entstehenden Abfälle zu verwalten. In vielen anderen Teilen der Welt fehlen ähnliche Gesetze zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) sowie die notwendige Recycling-Infrastruktur, um weggeworfene Produkte verantwortungsvoll zu zerlegen und wertvolle Materialien zu gewinnen. Weltweit liegt die Sammelquote für Elektroschrott bei nur 17 Prozent.
Nachrichtenquelle: 12punto
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