Bakterium identifiziert, das für die mysteriöse Krankheit bei Seesternen verantwortlich ist
Das Bakterium Vibrio pectenicida wurde als Ursache für die „Seestern-Auszehrungskrankheit“ identifiziert, die zu einem massenhaften Sterben von Seesternen führt.
In den letzten Jahren hat eine mysteriöse Krankheit, die an der Westküste Nordamerikas begann und weltweit mehr als 40 Seesternarten betrifft, zu einem rasanten Verschwinden der Tiere geführt. Diese Krankheit verursacht Läsionen an den Körpern der Seesterne, was dazu führt, dass sich ihre Muskeln auflösen und ihre Arme abfallen. Dieser Prozess führt innerhalb weniger Tage zum Tod der Seesterne.
Das Fehlen der Seesterne hat schwerwiegende Auswirkungen auf das Ökosystem. Seeigel, die natürliche Beute der Seesterne, vermehrten sich unkontrolliert und zerstörten Kelpwälder. Diese Wälder bieten Lebensraum für viele Meeresbewohner und spielen gleichzeitig eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels, indem sie Kohlendioxid absorbieren.
IDENTIFIZIERUNG DES BAKTERIUMS
Drew Harvell, Meeresökologe an der University of Washington, erklärte, dass sich das Bakterium Vibrio pectenicida von anderen Krankheitserregern unterscheide und daher schwer zu identifizieren gewesen sei. Der Erreger, der zunächst für ein Virus gehalten wurde, gehört tatsächlich zu einer weit verbreiteten Bakteriengruppe. Diese Entdeckung ist das Ergebnis von vier Jahren Genomsequenzierung und Laborexperimenten.
Das Team unter der Leitung von Melanie Prentice bestätigte durch Experimente an in Quarantäne gehaltenen Seesternen, dass die Krankheit bakteriell bedingt ist. Gesunde Seesterne, die infiziertem Gewebe oder Flüssigkeiten ausgesetzt waren, erkrankten schnell, während diejenigen, die mit gefiltertem und erhitztem Material in Kontakt kamen, überlebten.
DIE ROLLE DES KLIMAWANDELS
Die Forscher vermuten, dass auch der Klimawandel bei der Ausbreitung dieser Krankheit eine Rolle spielen könnte. Vibrio-Bakterien vermehren sich in wärmerem Wasser schneller. Aus diesem Grund versuchen einige Seesternpopulationen in Regionen zu überleben, die zu kalt sind, als dass sich das Bakterium dort festsetzen könnte.
Jono Wilson von The Nature Conservancy betonte, dass das Verständnis der Ursache dieser Krankheit entscheidend für die Erholung der Arten und den Schutz der Kelpwälder sei. Das Forschungsteam plant, die Rolle von Temperaturveränderungen bei der Ausbreitung der Krankheit genauer zu untersuchen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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