Schimpansen nutzen Kriegstaktiken, die bisher als rein menschlich galten
Eine Entwicklung, die die Frage aufwirft, ob die „Planet der Affen“-Filme Realität werden: Es hat sich herausgestellt, dass Schimpansen beginnen, Kriegstaktiken anzuwenden, die bisher als ausschließlich menschlich galten.
Schimpansen in den Wäldern Westafrikas zeigen ein bisher nicht beobachtetes Verhalten. Die Tiere bewegen sich taktisch auf höher gelegene Punkte, um rivalisierende Gruppen auszuspionieren, eine bessere Übersicht zu gewinnen und Informationen zu sammeln. Diese „Aufklärung“ wird genutzt, um über die nächsten Schritte zu entscheiden. Die Menschheit nutzt diese Kriegstaktik seit Jahrhunderten, doch bei Schimpansen war dieses Verhalten bisher nicht dokumentiert.
SIE ZEIGTEN VERHALTENSWEISEN, DIE ALS REIN MENSCHLICH GALTEN
Laut den Details, die bei Chip veröffentlicht wurden, wurde dieses Verhalten während einer dreijährigen Studie der Universität Cambridge und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste dokumentiert.
Das Team sammelte GPS-Daten und über 21.000 Stunden Beobachtungsaufzeichnungen von zwei benachbarten westafrikanischen Schimpansengruppen, die insgesamt 58 Tiere umfassten. Da die Gebiete dieser beiden Gruppen aneinandergrenzen, müssen sie häufig um Ressourcen konkurrieren, was zu gewaltsamen Auseinandersetzungen führen kann. Die Beobachtungen der Forscher zeigten, dass die Schimpansen regelmäßig an den Grenzen patrouillierten, um ihre nur vage definierten Reviere zu kontrollieren.

Der Hauptautor der Studie, der biologische Anthropologe Dr. Sylvain Lemoine vom Fachbereich Archäologie der Universität Cambridge, erklärte: „Die Patrouillen werden meist in Untergruppen durchgeführt, die eng beieinander bleiben und Geräusche minimieren. Als Beobachter spürt man, dass die Patrouille begonnen hat. Sie bewegen und stoppen gleichzeitig, genau wie bei einer Jagd.“
Ein gemeinsames Merkmal dieser Patrouillen war, dass die Schimpansen beim Vordringen in Richtung der Grenze, wo es häufig zu Gebietsstreitigkeiten kommt, meist über höher gelegenes, unebenes Gelände aufstiegen. Auf dem Rückweg in ihr eigenes Territorium neigten sie jedoch dazu, diese Hügel zu meiden und bevorzugten einfachere, flachere Routen.
Es stellte sich zudem heraus, dass die nächsten Schritte der Schimpansen durch die Informationen bestimmt wurden, die sie von den Anhöhen aus gesammelt hatten. Die Wahrscheinlichkeit, in „feindliches Gebiet“ vorzudringen, stieg nach der Informationsbeschaffung über die Rivalen von 40 Prozent, wenn diese 500 Meter entfernt waren, auf 50 Prozent bei einer Entfernung von 1.000 Metern und auf 60 Prozent bei 3.000 Metern.
TAKTISCHE KRIEGSFÜHRUNG
Dr. Lemoine sagt: „Taktische Kriegsführung gilt als treibende Kraft der menschlichen Evolution.“ Er fährt fort: „Dieses Verhalten der Schimpansen erfordert komplexe kognitive Fähigkeiten, die dabei helfen, ihr Territorium zu schützen oder zu erweitern, und wird durch natürliche Selektion begünstigt. Die Nutzung des Geländes zur territorialen Kontrolle hat tiefe Wurzeln in unserer Evolutionsgeschichte. In der Anwendung dieser kriegsähnlichen Strategien durch Schimpansen sehen wir wahrscheinlich Spuren der ersten kleinmaßstäblichen Kriege, die bereits bei prähistorischen Jäger-und-Sammler-Populationen existierten.“
Die neue Studie wurde in der Fachzeitschrift PLOS Biology veröffentlicht.
Nachrichtenquelle: 12punto
Verwandte Nachrichten
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu
Warnung vor dem Risiko von Haarausfall bei GLP-1-Medikamenten
Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, die die CHP gewonnen hatte, wird ab der dritten Runde wiederholt