Appell der DEVA-Partei: 'Das System der maßgeschneiderten Ausschreibungen muss ein Ende haben!'
Der stellvertretende Vorsitzende der DEVA-Partei, Cem Avşar, kritisierte im Planungs- und Haushaltsausschuss das Budget des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur und wies auf die Ausschreibungen nach dem Verfahren 21/b sowie auf garantierte Zahlungen hin. Avşar thematisierte zudem die unethischen Geschäftsbeziehungen des ehemaligen Ministers Cahit Turan und forderte eine Erneuerung des öffentlichen Vergabewesens.
Der stellvertretende Vorsitzende der DEVA-Partei und Abgeordnete für Tekirdağ, Cem Avşar, sprach im Planungs- und Haushaltsausschuss über das Budget des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur. Avşar forderte, dass von den maßgeschneiderten Ausschreibungsverfahren gemäß Artikel 21/b umgehend Abstand genommen werden müsse.
In seiner Rede kritisierte Avşar auch den Wechsel des ehemaligen Ministers Cahit Turan zwischen dem Ministeramt und der Position als CEO bei Unternehmen, mit denen er geschäftliche Beziehungen unterhielt, was in der Öffentlichkeit für Empörung gesorgt hatte. Zudem sprach er die Verkehrsprobleme in Tekirdağ an, darunter die Forderung nach einem Sondergesetz für einen privaten Betreiber auf der Istanbuler TEM-Autobahn sowie Projekte wie das Logistikzentrum Çerkezköy und die Hochgeschwindigkeitszugstrecken Halkalı-Çerkezköy und Çerkezköy-Kapıkule.
Avşar verwies auf die im Strategieplan des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur verankerten Grundwerte und äußerte sich wie folgt:
„Wenn man den Strategieplan 2024-2028 des Herrn Ministers betrachtet, wird dort erklärt, dass er auf den Grundwerten Menschlichkeit, Innovation, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit aufbaut“, sagte Avşar. „Doch wie sehr spiegelt sich das in der Praxis wider? Wenn wir uns die Umsetzung ansehen: Wie menschenorientiert ist beispielsweise die Belastung der Nation durch die ‚Build-Operate-Transfer‘-Modelle? Wie nachhaltig sind die garantierten Zahlungen? Wie innovativ sind die Ausschreibungen nach dem Verfahren 21/b?“
Avşar erklärte, dass beim Vergleich der Zahlen zwischen 2002 und 2024 zwar ein Anstieg zu verzeichnen sei und dieser Vergleich ständig gezogen werde, jedoch nicht darüber gesprochen werde, wie, zu welchem Preis und ob es günstiger hätte realisiert werden können oder ob die Belastung für die Bürger geringer hätte ausfallen können.
APPELL AN DEN MINISTER FÜR VERKEHR UND INFRASTRUKTUR
Der stellvertretende Vorsitzende der DEVA-Partei und Abgeordnete für Tekirdağ, Avşar, wandte sich an den Minister für Verkehr und Infrastruktur: „Herr Minister, während 4,5 Millionen unserer Familien von staatlicher Unterstützung leben und die wirtschaftliche Lage offensichtlich ist, ist es nicht richtig, ein Wachstumsziel durch die Erhöhung der Anzahl fremdwährungsindexierter garantierter Übergänge anzustreben. Die Ära der Verhandlungsverfahren und der maßgeschneiderten Ausschreibungen muss enden“, sagte er.
Cem Avşar betonte, dass die von den 28 EU-Ländern angewandten Rechtsvorschriften für das öffentliche Auftragswesen unverzüglich auch in unserem Land umgesetzt werden müssten. „Die Vergabe von Aufträgen im Verhandlungsverfahren, obwohl die in Artikel 21, Absatz (b) des Gesetzes über das öffentliche Auftragswesen vorgesehenen Bedingungen nicht erfüllt sind, ist leider eine Methode, auf die in den letzten Jahren häufig zurückgegriffen wurde“, sagte er. Avşar erklärte zudem, dass dieser Zustand zu Schäden für die Öffentlichkeit führe.
'ES IST NICHT MORALISCH'
In seiner Haushaltsrede wies Avşar auf die unethische Situation von Cahit Turan hin, der als CEO von Unternehmen tätig war, die am Bau und Betrieb der Nord-Marmara-Autobahn beteiligt waren, während er gleichzeitig als zuständiger Minister amtierte. Avşar kritisierte, dass Cahit Turan, der während seiner Amtszeit den betreffenden Unternehmen für den Betrieb der Nord-Marmara-Autobahn unmöglich zu erreichende Durchfahrtsgarantien gewährt hatte – was in den Berichten des Rechnungshofs von 2019 festgestellt wurde – nun erneut CEO der Nord-Marmara-Autobahn geworden ist. Er fuhr fort:
„Dass jemand, der zuvor CEO desselben Unternehmens war, Minister wurde und nun wieder CEO desselben Unternehmens ist – und zwar eines Unternehmens, für das weiterhin eine staatliche Garantie besteht –, ist politisch unethisch und moralisch mit keinerlei Werten vereinbar. Es gibt in keinem anderen Land der Welt ein Beispiel dafür.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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