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CHP fordert Abschaffung des Straftatbestands der 'Beleidigung des Präsidenten': 'Politische Kritik wurde kriminalisiert'

Die CHP-Abgeordnete für Izmir, Sevda Erdan Kılıç, hat einen Gesetzesentwurf in die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) eingebracht, um den Straftatbestand der 'Beleidigung des Präsidenten' abzuschaffen. Sie argumentiert, dass Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuches die Meinungsfreiheit einschränke. Kılıç betonte mit den Worten 'Zehntausende Menschen werden wegen dieses Delikts angeklagt, es reicht!', dass diese Regelung, die den Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates widerspreche, dringend aufgehoben werden müsse.

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CHP fordert Abschaffung des Straftatbestands der 'Beleidigung des Präsidenten': 'Politische Kritik wurde kriminalisiert'

Die CHP-Abgeordnete für Izmir und Mitglied des Verfassungsausschusses der TBMM, Sevda Erdan Kılıç, hat einen Gesetzesentwurf in die Große Nationalversammlung der Türkei eingebracht, um den in Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuches verankerten Straftatbestand der „Beleidigung des Präsidenten“ abzuschaffen.

Kılıç betonte, dass die betreffende Regelung sowohl der Verfassung als auch der Europäischen Menschenrechtskonvention widerspreche und der Artikel daher dringend aufgehoben werden müsse.

'ZEHNTAUSENDE MENSCHEN WERDEN WEGEN DIESES DELIKTS ANGEKLAGT'

In ihren Erklärungen zu diesem Thema wies Sevda Erdan Kılıç darauf hin, dass diese Regelung weite Teile der Gesellschaft betreffe:

"Nicht zehn, nicht hundert, nicht tausend... Zehntausende Verfahren. Im ganzen Land werden vom Lehrer bis zum Schüler, vom Journalisten bis zum Künstler, vom Abgeordneten bis zum Parteivorsitzenden, vom 16-jährigen Jugendlichen bis zur 78-jährigen Frau, von Jung bis Alt, Zehntausende Angeklagte wegen Beleidigung des Präsidenten vor Gericht gestellt. Es reicht!"

'POLITISCHE KRITIK WURDE KRIMINALISIERT'

Kılıç erinnerte daran, dass das Amt des Präsidenten eigentlich neutral sein sollte, sich dies jedoch durch die Verfassungsänderung von 2017 geändert habe. Sie erklärte, dass der Präsident nun gleichzeitig Vorsitzender einer politischen Partei sei und Kritik durch strafrechtliche Sanktionen zum Schweigen gebracht werden solle.

Kılıç sagte: "Es ist ein Verbrechen, dem Präsidenten zu antworten oder ihn für seine Handlungen zu kritisieren, wenn er bei jedem Auftritt am Rednerpult in seiner Eigenschaft als AKP-Vorsitzender alle, die nicht seiner Meinung sind, mit ausgrenzender und stigmatisierender Rhetorik belegt und die Opposition auf das Schärfste angreift!"

Bezüglich der Haltung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) erinnerte Kılıç daran, dass der EGMR festgestellt habe, dass Staatsoberhäupter keinen besonderen Schutz vor Kritik genießen sollten. Dennoch werde in der Türkei die Freiheit zur Kritik weiterhin eingeschränkt, und Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuches sei eines der größten Hindernisse für die Meinungsfreiheit.

'DAS VERSTÄNDNIS EINES NEUTRALEN PRÄSIDIALAMTES IST BEENDET'

Bei der Erläuterung der Gründe für ihren Gesetzesentwurf wies Sevda Erdan Kılıç darauf hin, dass das Amt des Präsidenten nicht mehr überparteilich sei. Sie erklärte, dass seit der Verfassung von 1961 die Verbindung der Präsidenten zu ihren Parteien gekappt wurde, dieses Prinzip jedoch mit der Verfassungsänderung von 2017 aufgegeben wurde.

Kılıç erinnerte daran, dass mit dieser Änderung die Exekutivgewalt auf den Präsidenten übertragen wurde, und äußerte sich wie folgt:

"Im früheren System wurde der Präsident als eine neutrale Instanz angesehen, die die gesamte Gesellschaft umfasste. Doch heute ist der Präsident eine Figur, die mitten in der aktiven Politik steht. Daher widerspricht es den Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates, eine Person, die Teil der politischen Auseinandersetzung ist, durch einen speziellen Gesetzesartikel vor Kritik zu schützen."

Kılıç betonte, dass Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuches nach der Verfassungsänderung zu einer politischen Waffe geworden sei, die Kritik kriminalisiere. Mit der Abschaffung dieses Artikels würde die Türkei einen wichtigen Schritt im Bereich der Meinungsfreiheit machen.


Nachrichtenquelle: 12punto

CHP Sevda Erdan Kılıç Beleidigung des Präsidenten