Einspruch gegen die Inhaftierung von Resul Emrah Şahan! Erste Stellungnahme der Anwälte
Gegen die Entscheidung des 2. Friedensgerichts von Istanbul, die Inhaftierung des am 23. März im Rahmen der Ermittlungen zum „Stadtkonsens“ (Kent Uzlaşısı) inhaftierten Bürgermeisters von Şişli, Resul Emrah Şahan, fortzusetzen, wurde von seinen Anwälten Hüseyin Ersöz und Enes Ermaner Einspruch eingelegt.
Der Bürgermeister von Şişli, Resul Emrah Şahan, war am 23. März im Rahmen der Ermittlungen zum sogenannten „Stadtkonsens“ inhaftiert worden. Gegen die Entscheidung des 2. Friedensgerichts von Istanbul, die Inhaftierung von Şahan fortzusetzen, wurde von seinen Anwälten Hüseyin Ersöz und Enes Ermaner Einspruch eingelegt.
BETONUNG AUF „INHAFTIERUNG OHNE BEWEISE“
Die Anwälte erklärten, dass es rechtswidrig sei, Resul Emrah Şahan seit 8 Monaten ohne die Erstellung einer Anklageschrift seiner Freiheit zu berauben. Die Juristen betonten, dass Şahan vom Moment seiner Festnahme an ohne Beweise inhaftiert worden sei und dass dem Fall in diesem Zeitraum keine neuen Beweise hinzugefügt worden seien. Unter diesen Umständen sei die Möglichkeit einer Beweisverdunkelung entfallen; es wurde argumentiert, dass die Fortsetzung der Inhaftierung aufgrund abstrakter und wiederholter Begründungen nicht mit den Prinzipien eines Rechtsstaates vereinbar sei.
HINWEIS AUF ŞAHANS POLITISCHE POSITION
Im Einspruchsantrag wurde auf die politischen Erfolge von Resul Emrah Şahan verwiesen und dargelegt, dass die aktuelle Inhaftierungsmaßnahme aufgrund des Fehlens von Beweisen unverhältnismäßig sei. Es wurde daran erinnert, dass Şahan, der mit starker Unterstützung der Bevölkerung von Şişli ins Amt gewählt wurde, in seiner 11-monatigen Amtszeit 150 Dienstleistungen umgesetzt habe und in Zufriedenheitsumfragen zu den erfolgreichsten Bürgermeistern Istanbuls zähle.
WISSENSCHAFTLICHES GUTACHTEN: „KEINE BEWEISE, NUR VERMUTUNGEN“
In der Antragsschrift wurde auch ein wissenschaftliches Gutachten angeführt, das die Unterschriften der Strafrechtler Prof. Dr. Bahri Öztürk, Prof. Dr. Adem Sözüer und Prof. Dr. İzzet Özgenç trägt. In dem Gutachten wurde folgende Bewertung zur zentralen Behauptung der Ermittlungen abgegeben:
„Es gibt keinen direkten, eindeutigen und konkreten Beweis, der eine nationale und legitime Politik wie die ‚Türkei-Allianz‘ als eine geheime, auf Anweisung einer Terrororganisation gegründete Struktur erscheinen ließe. Diese Bewertung ist eine bloße Vermutung.“
„NORMALE POLITISCHE PROZESSE WERDEN ALS AUSSERGEWÖHNLICH DARGESTELLT“
In der rechtlichen Bewertung wurde zudem zum Ausdruck gebracht, dass die Akte eine Struktur aufweise, die „auf das gewünschte Ergebnis hin konstruiert“ sei. Unter Hinweis auf die Fehlerhaftigkeit, normale politische Abläufe als außergewöhnliche Prozesse darzustellen, wurden folgende Ausführungen gemacht:
„Es ist nicht ungewöhnlich, dass Personen, die unter dem Dach von Vereinen oder politischen Parteien Politik betreiben, individuell auf der Grundlage der gemeinsamen Auffassung von kommunalen Dienstleistungen im Rahmen der oben genannten ‚Türkei-Allianz‘-Perspektive der CHP auf deren Listen an Wahlen teilnehmen. Parallel dazu stellt es keine außergewöhnliche Situation dar, wenn Personen, die in der Vergangenheit in rechten oder linken Parteien tätig waren, als Meinungsführer gelten und durch ihre Handlungen und Äußerungen die Wahlentscheidungen breiter Wählerschichten beeinflussen können, im Rahmen der ‚Türkei-Allianz‘ unter dem Dach der CHP an Wahlen teilnehmen, als Kandidaten für den Gemeinderat kandidieren oder nach der Wahl zum stellvertretenden Bürgermeister ernannt werden.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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