Fall Onur Yaser Can: 14 Jahre später alles auf Anfang
Im Fall von Onur Yaser Can, der vor 14 Jahren nach seiner Festnahme in Istanbul nackt durchsucht und gefoltert wurde und sich anschließend das Leben nahm, wurde die Einstellung des Verfahrens gegen die Drogenfahnder aufgehoben.
Im Fall von Onur Yaser Can, der sich 2010 kurz nach seiner Festnahme in Istanbul das Leben nahm, gibt es eine neue Entwicklung.
Onur Yaser Can war während seines Gewahrsams nackten Durchsuchungen und Folter ausgesetzt gewesen, bevor er seinem Leben ein Ende setzte. Die damals gegen die Drogenfahnder erlassene Entscheidung zur Einstellung des Verfahrens wurde nun nach 14 Jahren vom 8. Friedensstrafgericht Istanbul aufgehoben.
Es wurde bekannt, dass gegen die Polizisten nun ein Ermittlungsverfahren wegen Folter eingeleitet wird.
WAS WAR PASSIERT?
Der 28-jährige Onur Yaser Can wurde am 2. Juni 2010 in Istanbul von Einheiten der Drogenfahndung wegen des Vorwurfs des Kaufs von Cannabis festgenommen.
Nach Angaben seiner Familie und seiner Anwälte wurde seine Familie jedoch nicht über die Festnahme informiert, und bei seiner Vernehmung war kein Anwalt anwesend.
Can, der im Gewahrsam nackt durchsucht und gefoltert wurde, erhielt keine Kopien der Protokolle, die er während der Vernehmung unterschreiben musste.
Laut seiner Familie und seinen Anwälten wurde Can nach seiner Entlassung aus dem Gewahrsam observiert.
Einen Tag später wurde er erneut von der Drogenfahndung zur Aussage vorgeladen.
Er wandte sich an einen Anwalt und wollte seine Aussagen einsehen, doch diese wurden ihm nicht ausgehändigt.
Kurze Zeit später wurde er ein drittes Mal vorgeladen, mit der Begründung, seine Unterschrift fehle.
Am Abend des Tages, an dem er gesucht wurde, dem 23. Juni 2010, sprang er aus seiner Wohnung und verlor dabei sein Leben.
Seine Familie, die sich in einer anderen Stadt aufhielt, berichtet, dass "Can sie an jenem Tag angerufen habe, sagte, er sei in Schwierigkeiten, könne dies aber nicht am Telefon erklären und bat sie, nach Istanbul zu kommen".
Nach seinem Tod kam ein unvollendeter Abschiedsbrief ans Licht, in dem er schrieb, dass er "im Gewahrsam völlig entkleidet, zum Hocken gezwungen, geschlagen wurde, man ihn die Schreie einer Person hören ließ, die die Polizisten anflehte, und man von ihm verlangte, als Informant zu arbeiten".
Nachrichtenquelle: 12punto
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