Ahmet Ercan nennt die Stärke des Erdbebens, das die Türkei erschüttern wird! Er nannte Fikirtepe als Beispiel
Prof. Dr. Övgün Ahmet Ercan kritisierte die unter dem Namen strukturelle Transformation in der Türkei durchgeführten Projekte und sagte unter Verweis auf das Beispiel Fikirtepe: „Sie haben Istanbul aufgespießt“. Er verglich die Situation mit den USA und Japan und nannte die Stärke des Erdbebens, das die Türkei zerstören würde.
Das Erdbeben der Stärke 6,2, das sich am 23. April vor der Küste von Silivri in Istanbul ereignete, verursachte zwar keine Zerstörung, brachte aber die Erdbebenrealität der Türkei erneut auf die Tagesordnung. Die Zerstörungsszenarien, die ein erwartetes großes Erdbeben im Marmarameer verursachen könnte, haben die Diskussion über den Gebäudebestand und die Politik der städtebaulichen Umgestaltung neu entfacht.
''NICHT DAS ERDBEBEN, SONDERN DIE FEHLPLANUNG TÖTET''
Der Geophysiker Prof. Dr. Övgün Ahmet Ercan beteiligte sich mit einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account an dieser Debatte. Ercan betonte, dass das eigentliche Problem in der Türkei nicht das Erdbeben selbst sei, sondern die mangelnde Vorbereitung auf Erdbeben und die naturwidrige Bebauung, und äußerte sich wie folgt:
„Wenn wir hier mit der Analyse beginnen, werden wir das Erdbebenproblem lösen. Wenn die Probleme der Türkei gelöst werden, lösen sich die Probleme der natürlichen Erdbeben von selbst.“
AB WELCHER STÄRKE KOMMT ES ZUR ZERSTÖRUNG?
Ercan erklärte, dass in den USA und Japan zerstörerische Erdbeben erst ab einer Stärke von 7,4 beginnen, da die Gebäude dort widerstandsfähiger seien; in der Türkei hingegen könnten bereits Erdbeben der Stärke 6,4 zu Zerstörungen führen. Er bewertete diese Situation als „bildungsmäßiges, rechtliches, administratives und moralisches Defizit“.
''KEINE STÄDTEBAULICHE UMGESTALTUNG, SONDERN STÄDTEBAULICHE ABZOCKE''
Ercan erklärte, dass die Projekte, die in der Türkei unter dem Namen „städtebauliche Umgestaltung“ durchgeführt werden, weit davon entfernt seien, dem Volk zu dienen, und drückte aus, dass eine echte städtebauliche Umgestaltung darin bestehe, umweltfreundliche und moderne Städte für eine gesunde und glückliche Gesellschaft zu schaffen.
Ercan argumentierte jedoch, dass es sich bei dem, was in der Praxis umgesetzt werde, lediglich um eine „bauliche Umgestaltung“ handele, bei der lediglich Gebäude abgerissen und durch höhere ersetzt würden. Er erklärte, dass diese Projekte den Interessen des Einzelnen und der Bauunternehmer dienten und nicht dem Wohl der Gesellschaft.
DAS BEISPIEL FİKİRTEPE
Prof. Dr. Ercan, der das seit Jahren nicht fertiggestellte Fikirtepe-Projekt in Kadıköy als „keine städtebauliche Umgestaltung, sondern städtebauliche Abzocke“ bezeichnete, sagte, dass in dieser Region die Grundstücke der Menschen für einen Spottpreis aufgekauft und daraus Millionengewinne erzielt wurden.
„Die städtebaulichen Abzocker, die den Armen ihre Häuser und Grundstücke für einen Spottpreis abgenommen und für Millionen verkauft haben, haben Istanbul aufgespießt und das Leben zur Qual gemacht. Das genutzte Erdbeben, die Erdbebenwissenschaftler und die finanziellen Ressourcen der Türkei sind die Leidtragenden.“
DAS PROBLEM LIEGT NICHT IN DER NATUR, SONDERN IM SYSTEM
Die Erklärungen von Prof. Dr. Ercan zeigten, wie sehr neben technischen Maßnahmen auch moralische und administrative Probleme einen großen Risikofaktor bei der Erdbebenvorsorge darstellen. Ercan wiederholte seine Kritik, dass die städtebauliche Umgestaltung nicht für das Volk, sondern für das Kapital durchgeführt werde, und betonte, dass die Lösung nur durch gesellschaftsorientierte und nicht durch renditeorientierte Politik möglich sei.
Nachrichtenquelle : 12punto
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