Halkbank-Vorwurf beim Trump-Erdoğan-Gipfel: Wurde die Einstellung des Verfahrens vorgeschlagen?
Gegenüber Reuters erklärten Quellen, dass Präsident Erdoğan während seines Besuchs in Washington das Halkbank-Verfahren zur Sprache gebracht habe und türkische Beamte vorgeschlagen hätten, den Fall gegen eine Zahlung von etwa 100 Millionen Dollar beizulegen.
Präsident Recep Tayyip Erdoğan war im vergangenen Monat auf Einladung von US-Präsident Donald Trump nach Washington gereist. Das Treffen im Weißen Haus, das erste nach sechs Jahren, wurde als „historisches Treffen“ für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern bezeichnet.
Eine neue Behauptung zu diesem Treffen sorgte in diplomatischen Kreisen für Aufmerksamkeit.
BEHAUPTUNG: HALKBANK-FALL KAM AUF DEN TISCH
Die britische Nachrichtenagentur Reuters behauptete in einem Bericht, der sich auf zwei dem Treffen nahestehende Quellen stützt, dass Präsident Erdoğan den Halkbank-Fall bei dem Treffen im Weißen Haus zur Sprache gebracht habe.
Dem Bericht zufolge unterbreiteten türkische Beamte während des Gesprächs den Vorschlag, das Verfahren, in dem die Halkbank beschuldigt wird, gegen US-Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben, gegen eine Zahlung von etwa 100 Millionen Dollar einzustellen.
Die Quellen, die mit Reuters sprachen, gaben an, dass der von der Türkei übermittelte Vorschlag auch einige zusätzliche Bedingungen enthalte. Die vorrangige Forderung Ankaras sei es gewesen, das Verfahren zu beenden, ohne dass die Halkbank die Vorwürfe einräumt.
Es wurde jedoch keine Erklärung dazu abgegeben, wie die US-Seite auf diesen Vorschlag reagiert hat oder ob die Kontakte zu diesem Thema nach dem Treffen fortgesetzt wurden.
„EIN KOMPROMISS KÖNNTE DIE BEZIEHUNGEN REPARIEREN“
In dem Reuters-Bericht wurde auch kommentiert, dass der angebliche Vorschlag ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufschlagen könnte. In dem Bericht hieß es: „Ein Kompromiss der Parteien im Halkbank-Fall könnte die Bemühungen der Türkei zur Reparatur der Beziehungen zu den USA unterstützen.“
Es wurde daran erinnert, dass die Beziehungen zwischen den beiden Ländern durch den Kauf des S-400-Luftabwehrsystems durch die Türkei aus Russland im Jahr 2019 belastet wurden.
WAS IST DER HALKBANK-FALL?
Gegen die Halkbank, der vorgeworfen wird, dem Iran unter Nutzung von Scheinfirmen im Iran, in der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei der Umgehung von US-Sanktionen geholfen zu haben, wurde eine Anklageschrift erstellt, die 2019 veröffentlicht wurde. Die Halkbank hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.
Im Mai reichte die Halkbank einen Antrag beim Obersten Gerichtshof der USA ein und forderte die Aufhebung der Entscheidung des Berufungsgerichts, wonach sie strafrechtlich verfolgt werden könne.
Der Oberste Gerichtshof der USA hatte den Antrag der Halkbank abgelehnt. Die Aktien der Halkbank waren nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA um 10 Prozent gefallen.
Die Halkbank teilte am 6. Oktober auf der Plattform für öffentliche Offenlegung (KAP) mit, dass die Bemühungen, „eine Grundlage für eine rechtliche Einigung im Rahmen der Vereinbarungen zwischen den USA und der Türkei zu finden“, „positiv“ verlaufen würden.
Nachrichtenquelle : 12punto
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