„Märchen“ wurde zur Lüge: Barzahlungen und Scheinfirmen! 885 Jahre Haft gefordert
Das Luxus-Schlossprojekt „Burj Al Babas“ in Bolu steht wegen Betrugsvorwürfen in der Kritik. Für 13 Angeklagte wurde eine Gesamtfreiheitsstrafe von 885 Jahren gefordert.
In der von der Ermittlungsstelle für Geldwäsche-Delikte der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft erstellten Anklageschrift wird darauf hingewiesen, dass nach einer Beschwerde gegen die Gesellschafter, Geschäftsführer und einige Mitarbeiter der am Projekt 'Burj Al Babas' beteiligten Unternehmen ein Bericht der MASAK (Finanzkriminalitäts-Untersuchungsrat) eingeholt wurde. Die auf Basis dieses Berichts durchgeführten Finanzanalysen ergaben, dass die als Geschäftsführer/Gesellschafter agierenden Verdächtigen gemeinschaftlich den Straftatbestand des qualifizierten Betrugs erfüllt haben.
In der Anklageschrift heißt es, dass die aus dieser Straftat erlangten Erträge durch Methoden wie Geldtransfers zwischen Unternehmen, Bargeldabhebungen und Kapitalübertragungen an Scheinfirmen gewaschen wurden. Diese Transaktionen dienten dem Zweck, die illegale Herkunft zu verschleiern oder einen rechtmäßigen Anschein zu erwecken. Zudem wurde dargelegt, dass die Erträge aus der Straftat durch verschiedene Vorgänge, einschließlich des Transfers ins Ausland, gewaschen wurden und zahlreiche Beweise für diese Handlungen in der Akte enthalten sind.
ALS MÄRCHEN PRÄSENTIERT
Die Anklageschrift führt aus, dass das Projekt Burj Al Babas im Bezirk Mudurnu in Bolu, das 732 luxuriöse 'Schlossvillen' umfasst, als Wohnanlage im 'Schloss'-Stil konzipiert war. Das 2014 vorgestellte Projekt wurde der Öffentlichkeit als eines der größten ultraluxuriösen Ferienresorts der Türkei präsentiert.
Im Rahmen des Projekts wurde eine riesige Anlage versprochen, die mit Moscheen, türkischen Thermalbädern, Schönheitszentren und einem Einkaufszentrum ausgestattet sein sollte. Es wurde beschrieben, dass jede dieser etwa 325 Quadratmeter großen Villen blaue Türme, Wendeltreppen und eine luxuriöse Innenausstattung haben würde.
Den Käufern wurde somit ein 'Märchen'-Lebensstil versprochen. In den Werbeaktivitäten wurde betont, welche Vorteile das Projekt der Region und den Investoren bringen würde. Die Verkaufspräsentation während der Markteinführung drehte sich um das Thema, dass man sich den Traum vom 'Kauf eines eigenen Schlosses' zu attraktiven Preisen erfüllen könne.
59 PERSONEN REICHTEN BESCHWERDE EIN
In den in der Anklageschrift enthaltenen MASAK-Berichten wird hervorgehoben, dass zwischen 2014, dem Beginn des Projekts, und 2018 insgesamt 67 Millionen 180 Tausend US-Dollar in 1.041 Einzeltransaktionen an die Projektgesellschaften geflossen sind und dass es sich bei allen Geldgebern um kuwaitische Geschäftsleute handelte.
In der Anklageschrift wird festgehalten, dass das Projekt nicht fertiggestellt werden konnte und 59 Personen Anzeige erstattet haben.
'BARZAHLUNGEN ENTGEGENGENOMMEN'
Im Zuge der Ermittlungen wurde zudem festgestellt, dass von einigen Kunden Zahlungen 'bar' entgegengenommen wurden, mit der Begründung, 'das Unternehmen solle nicht mit Steuern belastet werden und es fielen keine Bankgebühren an'.
Es wurde dargelegt, dass die Geschädigten durch falsche Angaben getäuscht wurden, ihnen unwahre Zusicherungen bezüglich des Fertigstellungstermins und anderer Themen gegeben wurden und die Verkäufe fortgesetzt wurden, obwohl klar war, dass das Projekt nicht vollendet werden konnte.
Darüber hinaus wird in der Anklageschrift ausgeführt, dass die gesammelten Gelder nicht für das Projekt, sondern für die persönlichen Interessen der Beteiligten verwendet wurden und sie mit Betrugsabsicht handelten.
Laut einem Bericht der Abteilung für Beteiligungen und Immobilien des Einlagensicherungsfonds (TMSF) liegen die Fertigstellungskosten für das unter Zwangsverwaltung stehende Projekt zwischen 162 Millionen und 188 Millionen US-Dollar. Es wurde vermerkt, dass keine Zahlungspläne oder Belege vorhanden seien, die Daten in der Buchhaltung unzureichend seien und keine Informationen darüber vorlägen, welches Schloss an wen verkauft wurde, wie hoch der Preis war und welche Zahlungen tatsächlich geleistet wurden.
885 JAHRE HAFT FÜR 13 ANGEKLAGTE
In der erstellten Anklageschrift wird für jeden der 13 Angeklagten wegen 'qualifizierten Betrugs' zum Nachteil von 59 Geschädigten eine Haftstrafe von jeweils 885 Jahren gefordert. Die Anklageschrift wurde vom 35. Schwurgericht Istanbul, bei dem sie eingereicht wurde, angenommen.
Nachrichtenquelle : 12punto
Meistgelesen
Überraschende Ergebnisse zur 'neuen Partei' von Özgür Özel
Özgür Özel antwortet mit konkretem Datum zur Anzahl der Rücktritte
Waldbrand in Antalya unter Kontrolle gebracht
Die PKK-Öffnung und der Weg von Özgür Özel!..
Huthis greifen saudischen Tanker an
Wie haben die Zeitungen den Abschied von Özgür Özel von der CHP bewertet?
Was hat die CHP getan?
Özels Vorstoß für eine neue Partei in der Weltpresse
Die neue CHP gegen die CEHAPE
Von der Selbstwirksamkeit zur Hilflosigkeit