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Mehmet Ağar sagt erstmals im „Umut-Prozess“ aus! Hat er wirklich gesagt: „Wenn ich den Ziegelstein ziehe, stürzt die Mauer ein“?

Im sogenannten „Umut-Prozess“, der 22 ungeklärte Morde umfasst – darunter das Attentat auf Uğur Mumcu –, wurde Mehmet Ağar nach 32 Jahren als Zeuge vernommen. Ağar behauptete, er habe Güldal Mumcu gegenüber nie den Satz „Wenn ich den Ziegelstein ziehe, stürzt die Mauer ein“ geäußert. Das Gericht vertagte die nächste Sitzung auf den 9. Februar.

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Mehmet Ağar sagt erstmals im „Umut-Prozess“ aus! Hat er wirklich gesagt: „Wenn ich den Ziegelstein ziehe, stürzt die Mauer ein“?

Der 13. Verhandlungstag des Prozesses fand statt, der im Zusammenhang mit 22 ungeklärten Morden in den 1990er Jahren in Ankara eröffnet wurde, darunter die Ermordung des Journalisten und Autors Uğur Mumcu, der Akademikerin Bahriye Üçok, des ehemaligen Präsidenten der Anwaltskammer Ankara, Muammer Aksoy, sowie des Politikers Ahmet Taner Kışlalı.

In dem in der Öffentlichkeit als „Umut-Prozess“ bekannten Verfahren sagte der damalige Generaldirektor der Polizei und ehemalige Innenminister Mehmet Ağar erstmals aus.

AĞAR NAHM PER SEGBİS TEIL

Mehmet Ağar nahm aufgrund gesundheitlicher Probleme per Videoübertragung (SEGBİS) von Istanbul aus an der Verhandlung vor dem 5. Schwurgericht in Ankara teil. Das Gericht hatte Ağar zuvor eine Vorladung zur Aussage zugestellt.

Grund für diese Vorladung war eine Behauptung, die im Antrag der Familie Mumcu enthalten war und seit Jahren für Diskussionen sorgt. Demnach soll Ağar bei einem Kondolenzbesuch bei Güldal Mumcu nach dem Tod von Uğur Mumcu gesagt haben: „Es ist, als würde eine Mauer errichtet.“ Als Güldal Mumcu ihn daraufhin an die Worte „Ziehen Sie einen Ziegelstein, damit die Mauer einstürzt“ erinnerte, soll Ağar geantwortet haben: „Ich kann den Ziegelstein nicht ziehen.“

„UĞUR BAT MICH UM DOKUMENTE“

Mehmet Ağar erklärte in seiner Aussage, dass er und Uğur Mumcu in der Vergangenheit häufig zusammengekommen seien:

„Wir trafen uns oft mit Herrn Uğur. Ich besuchte ihn häufig zu Hause, und wir tauschten Ideen aus. Er erzählte mir damals, dass er ein Buch über Kazım Karabekir vorbereite. Er bat mich um einige Informationen, und ich gab ihm diese Dokumente.“

Ağar erinnerte zudem daran, dass er und Güldal Mumcu sich aus ihrer Zeit an der Mülkiye-Fakultät kannten, und sagte: „Ich kenne Güldal aus der Studienzeit.“

„MEINE WESTE IST REIN“

Auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden zu der im Raum stehenden „Mauer-Behauptung“ äußerte sich Ağar wie folgt:

„Diese Mauer-Sache wurde falsch verstanden. Durch ständiges Wiederholen wurde die Angelegenheit immer größer. Ich war zu dieser Zeit Gouverneur von Erzurum. Ich hatte keine Verbindung zur Polizei. Uğur und ich sahen das Land mit denselben Augen. Unsere Sorgen waren dieselben; wir wollten eine vollkommen unabhängige Türkei... Meine Weste ist in dieser Angelegenheit rein. Es wird so dargestellt, als hätte eine böse Absicht bestanden. Da ist nichts Wahres dran. Für jeden Polizisten ist dieser Fall eine Frage der Ehre.“

REAKTION VON ÖZGE MUMCU

Während der Verhandlung widersprach Uğur Mumcus Tochter Özge Mumcu der Aussage von Mehmet Ağar: „Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis zu Uğur.“ Mit dem Ausruf „Nein, so etwas gab es nicht“ sorgte Özge Mumcu für einen kurzen Moment der Spannung im Saal.

Auf die Frage des Richters: „Wie eng war Ihr Verhältnis zu Uğur Mumcu?“ antwortete Ağar: „Wir sprachen über das Thema des internationalen Terrorismus, eine solche Beziehung hatten wir.“

KEINE BEWERTUNG OHNE BEWEISE

Auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden: „Ein ehemaliger General der Luftwaffe sagte, der Mossad und Israel steckten hinter dieser Sache. Was denken Sie darüber?“ antwortete Ağar:

„Es wäre falsch, ohne konkrete Beweise eine Bewertung abzugeben. Da unsere Arbeit auf dem Recht basiert, bewerten wir Dinge im Rahmen des Gesetzes. Ich möchte keine falschen Einschätzungen vornehmen.“

Zu seinen Beobachtungen innerhalb der Polizei äußerte sich Ağar wie folgt:

„Ich habe im Parlamentsausschuss alles gesagt, was ich über dieses Attentat weiß... Als ich noch in niedrigeren Rängen war, dachte man, Russland stecke hinter diesen Dingen. Als ich in höhere Ränge aufstieg, sah ich, dass unsere Verbündeten, die USA und westliche Länder, solche Dinge ausführten. Das kann sein, warum nicht?“

„WIR HABEN NICHTS MIT GLADIO ZU TUN“

Auf die Fragen der Anwälte zur „Gladio“-Struktur antwortete Ağar: „Wir haben nichts mit Gladio zu tun. Was wir getan haben, waren rein ministerielle Aufgaben im gesetzlichen Rahmen.“

Auf die Frage von Özge Mumcu: „Gab es Druck auf Sie in Bezug auf diesen Fall?“ antwortete Ağar: „Wer sollte Druck auf mich ausüben? Ich werde mich keinem illegalen Druck beugen. Wenn ich auch nur die geringste Information hätte, würde ich sie weitergeben.“

VERHANDLUNG AUF FEBRUAR 2026 VERTAGT

In der unter Sicherheitsvorkehrungen stattfindenden Verhandlung wurden zahlreiche Behauptungen erneut thematisiert. Das Gericht vertagte den Fall auf den 9. Februar 2026.


Nachrichtenquelle: 12punto

Mehmet Ağar Uğur Mumcu