Murat Ağırel erklärt das System der illegalen Wetten: Das sind die Geldwäschemethoden der Wett-Barone...
Über die Art und Weise, wie Gelder aus illegalen Wetten gewaschen werden, sind verblüffende Details ans Licht gekommen. Der Journalist Murat Ağırel erläuterte in einem Interview mit Fatih Altaylı alle Fakten zu illegalen Wetten. Hier sind die Einzelheiten...
Es hat sich herausgestellt, dass Organisationen für illegale Wetten ihre Einnahmen durch verschiedene Methoden waschen.
In einer Erklärung, die der Journalist Murat Ağırel in der Sendung von Fatih Altaylı abgab, sagte er, dass diese Organisationen viele verschiedene Methoden anwenden, um die auf illegalem Wege erzielten Einnahmen zu legitimieren.
WANN TRATEN ILLEGALE WETTEN ZUERST AUF?
Der Journalist Murat Ağırel erklärte detailliert, wie illegale Wettorganisationen in der Türkei strukturiert sind und wie sie die erzielten Einnahmen waschen. Ağırel wies darauf hin, dass das System, das 2001 begann und durch die Operation "Game Over" bekannt wurde, durch Hinweise aus Deutschland aufgedeckt wurde, und erklärte, dass diese Struktur auch auf die Türkei übergegriffen habe.
WIE FUNKTIONIERT DER GELDSTROM-MECHANISMUS?
Den Ausführungen von Ağırel zufolge erzielten illegale Wettseiten Millionen von Dollar an Einnahmen durch virtuelles Glücksspiel. In der ersten Phase kauften die Nutzer Jetons über Prepaid-Karten. Um diesem System einen Anschein von Legalität zu verleihen, behaupteten einige Seiten, sie würden "Statuen verkaufen". Es wurde jedoch festgestellt, dass es sich in Wirklichkeit um Spieljetons handelte.
Ağırel betonte, dass der Großteil des Geldes aus illegalen Wetten über Geldautomaten abgehoben wurde und das Geld auf Privatkonten überwiesen wurde, wobei es sich bei den meisten dieser Konten um gemietete Konten handelte. Über diese gemieteten Konten wechselte das Geld mehrmals den Besitzer, bis es schließlich eine echte Person erreichte. Das Geld, das an die echte Person überging, wurde durch Immobilien- und Luxuskonsumausgaben in das System eingeschleust und gewaschen.
GELDWÄSCHE ÜBER IMMOBILIEN
Murat Ağırel erklärte, dass eine der Methoden, auf die illegale Wettorganisationen am häufigsten zurückgreifen, Immobilieninvestitionen sind. In diesem Zusammenhang sagte er, dass eine Person namens Hakan Canbay die durch illegale Wetten erzielten Gelder über das Bauunternehmen NEF gewaschen habe.
Ağırel gab an, dass er diesbezüglich mit dem Eigentümer von NEF Merter, Erden Timur, gesprochen habe. Timur sagte, dass die betreffenden Käufe nicht in Form von großen Wohnungen, sondern in Form von Anteilen an 1+1-, 2+1- und 3+1-Wohnungen getätigt wurden. Er erklärte, dass eine detaillierte Nachverfolgung der einzelnen Käufer nicht möglich gewesen sei, da in diesem Zeitraum fast 1000 Wohnungen verkauft wurden. Timur gab an, dass sie nach der polizeilichen Untersuchung von der Situation erfahren hätten und nicht gewusst hätten, dass die mit illegalen Wetten in Verbindung stehenden Personen Wohnungen kauften.
Ağırel erklärte, er habe aufgedeckt, dass eine Person namens Veysel Şahin über dieses System 24 Wohnungen gekauft habe. Er führte aus, dass die Wett-Barone die Einnahmen aus dem Verkauf dieser Wohnungen offiziell machten.
KRYPTO UND LUXUSAUSGABEN
Ağırel erklärte, dass die illegalen Wettbanden ihre Geldwäschemethoden nicht nur auf den Immobiliensektor beschränkten, und fügte hinzu, dass auch der Kauf von Luxusfahrzeugen einen wichtigen Platz im System einnehme. Die auf illegalem Wege erzielten Gelder werden zunächst in Luxusfahrzeuge umgewandelt und dann in Krypto-Assets investiert. Durch Transaktionen über Krypto-Börsen wird das Geld auf Cold Wallets übertragen und die Spur vollständig verwischt.
SCHÖNHEITSSALONS UND FUSSBALL-SPONSORING
Ağırel wies darauf hin, dass zur Wäsche von Einnahmen aus illegalen Wetten auch kleine Unternehmen wie Schönheitssalons genutzt werden. Darüber hinaus erklärte er, dass illegale Wettunternehmen versuchen würden, durch Sponsoringverträge mit einigen Sportvereinen Legitimität zu erlangen.
An dieser Stelle brachte er die Behauptung zur Sprache, dass der von Acun Ilıcalı geführte Verein Hull City einen Sponsor habe, der mit dem illegalen Wettsektor in Verbindung stehe. Es wurde angegeben, dass das Unternehmen namens Jeton Valet Sponsor von Hull City sei und dass die Werbung für dieses Unternehmen von Ozan Tufan gemacht wurde.
Ağırel berichtete auch von seinem Gespräch mit Acun Ilıcalı. Ilıcalı habe zunächst gesagt, dass er von diesem Sponsor nichts gewusst habe, später aber erfahren habe, dass das Unternehmen tatsächlich Sponsor von Hull City sei. Ilıcalı erklärte, dass er keinerlei Verbindung zu illegalen Wetten habe, dass sie das Geld der Wettunternehmen nicht benötigten und dass sie das Sponsoring beendet hätten, als sie von der Angelegenheit hörten. Ağırel erklärte zudem, dass gegen Jeton Valet im Jahr 2019 ermittelt wurde, während Hull City den Sponsoringvertrag im Jahr 2022 abschloss.

SIE SCHLEICHEN SICH IN FUSSBALLVEREINE EIN
Murat Ağırel erklärte, dass illegale Wettorganisationen versuchen, in die großen Fußballvereine der Türkei einzudringen. Er sagte, dass Vereine wie Fenerbahçe, Galatasaray, Beşiktaş und Trabzonspor als ein Tor zur Legitimität für illegale Wettnetzwerke angesehen würden.
Ağırel betonte, dass solche Organisationen versuchen, sich durch große Sponsoringverträge und Fußballspieler als legal darzustellen, und erklärte, dass das Eindringen von Einnahmen aus illegalen Wetten in die Sportwelt eine große Gefahr darstelle.
Nachrichtenquelle: 12punto
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