Nach den jüngsten Morden wenden sich Frauen dem Kampfsport zu
Allein im September wurden in der Türkei 34 Frauen ermordet. Die stetige Zunahme von Frauenmorden hat dazu geführt, dass sich immer mehr Frauen dem Kampfsport zuwenden.
Die Zahl der Gewaltverbrechen und Morde an Frauen steigt weiter an. Nach den jüngsten erschütternden Vorfällen suchen viele Frauen Zuflucht im Kampfsport.
ALLEIN IM SEPTEMBER WURDEN 34 FRAUEN ERMORDET
Während allein im September in der Türkei 34 Frauen ermordet wurden, sind die negativen Auswirkungen der jüngsten Ereignisse noch immer präsent. Die Türkei belegt unter den OECD-Ländern mit einer Rate von 32 Prozent bei Gewalt gegen Frauen den ersten Platz. Die am stärksten von Gewalt betroffene Altersgruppe sind Frauen zwischen 15 und 49 Jahren... Viele Frauen beginnen angesichts der zunehmenden Gewalt neben der Nutzung der KADES-App, Pfefferspray und Elektroschockern auch mit Sportarten wie Karate, Boxen oder Muay Thai, um sich im Ernstfall verteidigen zu können.
Frauen, die sich in Fitnessstudios anmelden, berichten von einem gestiegenen Selbstvertrauen; die monatlichen Kosten für das Training beginnen bei durchschnittlich 1.000 TL.

STEIGERT DAS SELBSTBEWUSSTSEIN
Die Judo-Nationaltrainerin Emine Baştağ, die selbst seit vielen Jahren als Sportlerin aktiv ist und Athleten ausbildet, erklärt, dass sich nach dem Selbstverteidigungstraining sogar die Art und Weise ändere, wie Frauen gehen: "Frauen können selbstbewusster und mutiger auf der Straße gehen. Dieses Selbstvertrauen und die Art zu gehen, halten auch Personen mit bösen Absichten davon ab, sich zu nähern. Frauen haben sich in letzter Zeit verstärkt dem Kampfsport zugewandt, aber Beständigkeit ist sehr wichtig. Wenn ein Vorfall in Vergessenheit gerät, brechen viele das Training ab. Wenn jede Frau sich die Fähigkeiten zur Selbstverteidigung aneignet, sind sie zumindest geschützt, bis die Sicherheitskräfte eintreffen", so Baştağ.
EIN ABSCHRECKENDER SPORT
Der internationale Karate-Schiedsrichter Kamil Üci, der seit 42 Jahren in Esenyurt Sport betreibt und Schüler ausbildet, weist darauf hin, dass es beim Karate keine Altersbeschränkung gibt: "Frauen haben sich nach den Gewalttaten verstärkt dem Kampfsport zugewandt. Früher war die Zahl der Frauen gering, aber sie ist im Laufe der Jahre stetig gestiegen", sagte er. Üci betonte, dass die Kenntnis dieses Sports bei Gewalt oder Raubüberfällen abschreckend wirken könne: "Sport steigert die Intuition und das Selbstvertrauen einer Person. Auch das Gleichgewichtsgefühl, die Reaktionsgeschwindigkeit, die Wahrnehmungsfähigkeit und das Urteilsvermögen verbessern sich. Es gibt einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der Frauen, die sich dem Kampfsport zuwenden", fügte er hinzu.
Nachrichtenquelle: 12punto
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