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Nach Festnahme bei Straßenumfrage: Stellungnahme des Gouverneursamts Istanbul

Ein Bürger namens Mehmet Şah Karataş gab am Donnerstagabend, dem 7. März, auf dem Weg nach Hause auf dem Şirinevler-Platz in Istanbul einem YouTube-Kanal ein Interview. Berichten zufolge wurde Karataş nach dem Interview festgenommen, weil er Erdoğan kritisiert haben soll.

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Nach Festnahme bei Straßenumfrage: Stellungnahme des Gouverneursamts Istanbul

Mehmet Şah Karataş, der einem YouTube-Kanal ein Interview gab, kritisierte Präsident Tayyip Erdoğan und erklärte, dass er bei den Kommunalwahlen für Ekrem İmamoğlu stimmen werde. Berichten zufolge wurde Karataş innerhalb weniger Minuten von Zivilpolizisten, die sich in der Menge befanden und die Straßenumfrage beobachteten, festgenommen und auf die Wache gebracht.

Karataş, gegen den wegen des Vorwurfs der „Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit oder Herabwürdigung“ ermittelt wurde, behauptete in seiner Aussage, dass die Polizisten sein Geld gestohlen und ihn misshandelt hätten, und schilderte den Vorfall wie folgt:

„Auf dem Şirinevler-Platz wurde eine Straßenumfrage durchgeführt. Jeder äußerte seine Meinung zu Wirtschaft und Politik. In diesem Moment fragte mich die Person mit dem Mikrofon: ‚Möchten Sie auch etwas sagen?‘ Ich sagte: ‚Ja, gerne.‘ Ich erklärte, dass die Wirtschaft schlecht sei und wir nicht über die Runden kämen, und äußerte meine Kritik. Danach fragten sie: ‚Wem werden Sie bei den Kommunalwahlen Ihre Stimme geben?‘ Ich sagte, dass ich Mitglied der CHP bin und für Ekrem İmamoğlu, den Kandidaten der CHP, stimmen werde. Ich erklärte, dass ich İmamoğlu mag und ihm vertraue. Ich sagte, dass er alle seine früheren Versprechen erfüllt habe, und damit war mein Beitrag beendet.

Nachdem ich fertig war, packten mich 4-5 Personen am Arm, sagten ‚Komm mal mit‘, zerrten an mir und zogen mich aus der Menge. Ich fragte: ‚Wer seid ihr? Seid ihr Polizisten? Ihr tragt keine Uniform, wenn ihr Polizisten seid, zeigt euren Ausweis.‘ Die Personen sagten: ‚Vergiss, wer wir sind, wir werden dir schon zeigen, wer wir sind.‘ Bei der Durchsuchung nahmen sie die 20.000 TL aus meinem Geldbeutel und beschädigten mein Mobiltelefon. Dann brachten sie mich gewaltsam zum Fahrzeug und misshandelten mich darin. Sie sagten: ‚Bahçelievler ist eine Hochburg der AK-Partei. Hier kannst du Erdoğan nicht kritisieren und İmamoğlu loben. Geh und mach deine Umfrage in Bakırköy. Wir wollen dich nicht noch einmal in Bahçelievler sehen.‘ Danach brachten sie mich zur Polizeistation. Ich habe den Präsidenten keinesfalls beleidigt. Die Polizisten sagten: ‚Wir sind genervt von dir, deshalb nehmen wir dich mit.‘ Sie sagten, sie würden mit meinem Geld in eine Kneipe gehen und etwas trinken. Ich reiche Beschwerde gegen die Polizisten ein.“

STELLUNGNAHME DES GOUVERNEURSAMTS

Das Gouverneursamt Istanbul hat eine Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben, der in der Öffentlichkeit für Empörung sorgte. In der Erklärung heißt es, dass die Polizei aufgrund einer Anzeige zum Tatort geeilt sei. Zudem wird behauptet, Karataş habe sich geweigert, seinen Ausweis vorzuzeigen, Widerstand geleistet und es wurde festgestellt, dass gegen ihn 8 Vorstrafen wegen Delikten wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Wohnungseinbruchdiebstahl und vorsätzlicher Körperverletzung vorliegen.

Die Erklärung des Gouverneursamts lautet wie folgt:

„Am 07.03.2024 gegen 17.00 Uhr begaben sich Beamte der Sicherheitsdirektion Istanbul zum Tatort, nachdem die Meldung eingegangen war, dass eine Person während einer Straßenumfrage auf dem Şirinevler-Platz im Bezirk Bahçelievler Äußerungen tätige, die das Volk zu Hass und Feindseligkeit aufstacheln könnten.

Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass eine männliche Person auf der Maraşel Fevzi Çakmak Straße lautstark schrie, während Personen eine Straßenumfrage durchführten, sich Bürger um ihn versammelten und die versammelten Bürger den Weg der auf der Straße verkehrenden nostalgischen Straßenbahn blockierten. Die eingetroffenen Polizeibeamten wollten die Identität der Person feststellen; die Person erklärte, sie werde ihren Ausweis nicht aushändigen, begann Widerstand zu leisten, woraufhin die Festnahme unter stufenweiser Anwendung von Gewalt erfolgte.

Die Person, deren Identitätsdaten als M.Ş.K. ermittelt wurden, wurde zur Polizeidienststelle gebracht. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass gegen die Person 8 Vorstrafen als Tatverdächtiger wegen Delikten wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Wohnungseinbruchdiebstahl und vorsätzlicher Körperverletzung vorliegen.

Gegen den festgenommenen Tatverdächtigen wurde ein Verfahren wegen ‚Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit oder Herabwürdigung‘ eingeleitet. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde er von den Justizbehörden freigelassen, damit die Akte vervollständigt werden kann. Die bei der Durchsuchung der Person sichergestellten 120 TL, 1 Schlüssel, eine Istanbulkart und 1 Telefon wurden der Person ausgehändigt. Dies wird der Öffentlichkeit respektvoll mitgeteilt.“


Nachrichtenquelle: 12punto

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