Neue Entwicklung im Fall Gülistan Doku: Zwei an Sucharbeiten beteiligte Taucher verhaftet
Im Fall Gülistan Doku wurden zwei Taucher, die an den Sucharbeiten beteiligt waren, verhaftet. Diese Entwicklung bringt den juristischen Prozess erneut in den Fokus.
Im Ermittlungsverfahren zum Verschwinden von Gülistan Doku gibt es neue Entwicklungen. In der Akte waren zuvor bereits Haftbefehle gegen 28 Personen erlassen worden, darunter der damalige Gouverneur von Tunceli, Tuncay Sonel, dessen Sohn Mustafa Türkay Sonel, Polizeichefs, der damalige Chefarzt des Staatskrankenhauses Tunceli sowie zahlreiche weitere Beamte. Im Rahmen der Ermittlungen wurden nun auch zwei Taucher, die an den Sucharbeiten teilgenommen hatten, wegen des Vorwurfs der "Beweismittelverdunkelung" verhaftet.
IM STAUDAMM GEFUNDENE MATERIALIEN WURDEN GEGENSTAND DER UNTERSUCHUNG
In dem von der Generalstaatsanwaltschaft Erzurum geführten Ermittlungsverfahren wurde untersucht, wie die während der Sucharbeiten aufgetauchten Beweismittel in den Staudamm gelangten und wie deren Registrierung und Aufbewahrung erfolgte.
Laut einem Protokoll in der Akte vom 8. Januar 2020 wurden bei den Unterwassersuchen verschiedene Papierstücke gefunden. Unter den durchnässten Dokumenten befand sich neben einem ärztlichen Rezept mit Barcode, das auf den Namen Gülistan Doku ausgestellt war, auch ein Notizzettel, auf dem, soweit lesbar, der Satz "psychologisch wird Druck auf uns ausgeübt" stand.
Im Protokoll wurde vermerkt, dass die besagten Materialien den Tatortuntersuchungsteams als Beweismittel übergeben wurden.
GUTACHTERBERICHT SORGT FÜR AUFMERKSAMKEIT
In einem weiteren Protokoll vom 10. Januar 2020, das sich in der Ermittlungsakte befindet, wird erwähnt, dass im Staudamm eine etwa 14 Zentimeter lange Schere mit schwarzem Griff gefunden wurde.
In einem der Akte vorgelegten Gutachten wurden technische Bewertungen zu den unter Wasser gefundenen Papierstücken vorgenommen. Der Bericht stellte fest, dass es nicht möglich sei, dass ein Papierstück etwa 14 Meter tief über einen längeren Zeitraum unbeschadet überdauere, da es aufgrund von Wasserbewegungen hätte fortgespült werden müssen.
Nach diesen Bewertungen konzentrierten sich die Untersuchungen erneut auf die Umstände, unter denen die im Staudamm sichergestellten Beweismittel gefunden wurden. Die zwei an den Suchaktivitäten beteiligten Taucher wurden daraufhin wegen des Vorwurfs der "Beweismittelverdunkelung" verhaftet.
ZAHLREICHE HAFTBEFEHLE IM ERMITTLUNGSVERFAHREN ERLASSEN
Nachdem von der 21-jährigen Universitätsstudentin Gülistan Doku in Tunceli seit dem 5. Januar 2020 kein Lebenszeichen mehr empfangen wurde, erstattete ihre Familie am 6. Januar 2020 eine Vermisstenanzeige. Die eingeleiteten Sucharbeiten blieben ergebnislos.
Im Zuge der Ermittlungen wurden aufgrund später gewonnener Erkenntnisse Verfahren wegen "vorsätzlicher Tötung", "Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung", "sexueller Nötigung", "Verbergen oder Vernichten von Beweismitteln", "rechtswidrigem Eindringen in ein IT-System zur Löschung oder Veränderung von Daten", "Freiheitsberaubung", "Nichtanzeige einer Straftat" und "Strafvereitelung" eingeleitet.
In diesem Zusammenhang wurden der damalige Gouverneur von Tunceli, Tuncay Sonel, und sein Sohn Mustafa Türkay Sonel verhaftet. Gegen den ehemaligen Polizisten Gökhan Ertok, der die Daten auf der SIM-Karte von Gülistan Doku gelöscht haben soll, sowie gegen den damaligen Chefarzt des Staatskrankenhauses Tunceli, Çağdaş Özdemir, dem die Löschung von Krankenhausunterlagen vorgeworfen wird, wurden ebenfalls Haftbefehle erlassen.
Zu den weiteren Verhafteten im Rahmen der Ermittlungen zählen der ehemalige Mitarbeiter der Provinzverwaltung Tunceli, Erdoğan Elaldı, Celal Altaş, Nurşen Arıkan und Ferhat Hanedan Güven. Auch der Freund von Doku, Zeinal Abakarov, dessen Mutter Cemile Yücer und sein Stiefvater, ein ehemaliger Polizist namens Engin Yücer, wurden verhaftet.
Darüber hinaus wurden Haftbefehle gegen Şükrü Eroğlu, der damals als Personenschützer für Tuncay Sonel tätig war, sowie gegen den Sicherheitswächter Fatih Özmen erlassen. Der flüchtige Verdächtige Umut Altaş, nach dem mit internationalem Haftbefehl (Red Notice) gefahndet wurde, soll in den USA festgenommen worden sein.
Nachrichtenquelle: 12punto
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