Prozess um die Manipulations-Verschwörung wieder im Fokus: Hacker-Detail sorgt für Aufsehen
Im Rahmen der Ermittlungen gegen die bewaffnete Terrororganisation FETÖ/PDY wurde ein Verfahren gegen vier Personen eingeleitet, die in die Verschwörung rund um die „Manipulations-Operation“ von 2011 verwickelt sein sollen. Ein Hacker-Detail in den Ermittlungen erregte besondere Aufmerksamkeit.
Im Rahmen der Ermittlungen gegen die bewaffnete Terrororganisation FETÖ/PDY gab es bemerkenswerte Entwicklungen bezüglich der „Manipulations-Operation“ vom 3. Juli 2011. Nachdem bekannt wurde, dass es sich bei der Operation um eine Verschwörung handelte, wurde ein Verfahren gegen den ehemaligen Basketballspieler und stellvertretenden TFF-Vorsitzenden Lütfi Arıboğan, den Präsidenten des Türkischen Nationalen Olympischen Komitees (TMOK) Ahmet Gülüm, den ehemaligen Chefjustiziar des TFF, Rechtsanwalt İlhan Helvacı, und das ehemalige Vorstandsmitglied von Galatasaray, Ebru Köksal, eingeleitet. Diesen Personen wird vorgeworfen, die bewaffnete Terrororganisation FETÖ/PDY unterstützt und die Vertraulichkeit der Ermittlungen verletzt zu haben.
DIE ROLLE VON BARANSU
Nach Angaben der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft laufen Untersuchungen gegen vier Personen, bei denen Verbindungen zu Mehmet Baransu festgestellt wurden. Der ehemalige Journalist Mehmet Baransu war durch die Veröffentlichung gefälschter Dokumente in der damaligen Zeitung Taraf bekannt geworden und wurde bereits zu einer Haftstrafe verurteilt. Die aktuelle Untersuchung konzentriert sich darauf, wie Baransu in den Besitz dieser Dokumente gelangte.
ANWEISUNG DER STAATSANWALTSCHAFT: AUSSAGEN AUFGENOMMEN
Im Zuge der Ermittlungen wurden Lütfi Arıboğan, Ahmet Gülüm, İlhan Helvacı und Ebru Köksal wegen „Unterstützung der bewaffneten Terrororganisation FETÖ/PDY“ und „Verletzung der Vertraulichkeit der Ermittlungen“ zur Aussage vorgeladen. Die Istanbuler Polizeidirektion erhielt entsprechende Anweisungen, und die Verdächtigen wurden der Justiz überstellt. Nach ihren Aussagen bei der Staatsanwaltschaft wurden Lütfi Arıboğan und İlhan Helvacı unter Auflagen wie einem Ausreiseverbot und einer Meldepflicht freigelassen. Ahmet Gülüm und Ebru Köksal wurden ohne weitere gerichtliche Kontrollmaßnahmen auf freien Fuß gesetzt.
DIE ROLLE DER HACKER
Der Kern der Ermittlungen liegt darin, dass Hacker das Passwort des E-Mail-Kontos von Lütfi Arıboğan knackten und wichtige Korrespondenzen an den Vorsitzenden des Hohen Beirats des Fenerbahçe-Clubs, Şekip Mosturoğlu, sandten. Mosturoğlu wandte sich am 16. Mai diesbezüglich an die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft und reichte Beschwerde ein. Şekip Mosturoğlu behauptete, dass der damalige stellvertretende TFF-Vorsitzende Lütfi Arıboğan die UEFA manipuliert und zudem Dokumente an Mehmet Baransu weitergegeben habe.
FETÖ HINTER DER VERSCHWÖRUNG
Die Manipulationsermittlungen von 2011 werden als eine der Verschwörungsoperationen der Terrororganisation FETÖ/PDY bewertet. Die von der FETÖ bereitgestellten gefälschten Dokumente wurden in der damaligen Zeitung Taraf veröffentlicht und dienten als Grundlage für den Start der Operation. Mitglieder der Terrororganisation FETÖ/PDY veranlassten Beamte dazu, unrechtmäßige Ermittlungen durchzuführen. Ziel waren zahlreiche Clubfunktionäre und Fußballspieler, allen voran der ehemalige Präsident des Fenerbahçe Sportclubs, Aziz Yıldırım.
DIE WAHRHEIT HINTER DER OPERATION VON 2011
Auf Anweisung der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft wurden am 3. Juli 2011 bei gleichzeitigen Razzien zahlreiche Clubfunktionäre und Fußballspieler festgenommen. Die von dem FETÖ-Staatsanwalt Zekeriya Öz geleiteten Ermittlungen basierten auf Vorwürfen von Spielmanipulation und Bestechungsgeldern. In dem Prozess mit 93 Angeklagten wurden einige verurteilt, während 45 Personen freigesprochen wurden. Der Prozess setzte sich jedoch nach Aufhebungsentscheidungen des Kassationshofs fort und wurde nach der Abschaffung der Sondergerichte im Jahr 2014 neu verhandelt. Der Kassationshof hob einige Urteile auf und bestätigte andere.
DAS AUFFLIEGEN DER VERSCHWÖRUNG
Mit der 2016 eingeleiteten Operation gegen die FETÖ-Verschwörung wurden zahlreiche Journalisten und Polizeibeamte festgenommen. In dem 2017 eröffneten Prozess wurden die Angeklagten im Zusammenhang mit dem als Verschwörung entlarvten Manipulationsfall zu tausenden Jahren Haft verurteilt. Aziz Yıldırım wurde 2012, ein Jahr nach seiner Inhaftierung, aus dem Gefängnis entlassen.
101 TELEFONATE MIT BARANSU
Ein wichtiges Ergebnis der Ermittlungen war, dass zwischen Lütfi Arıboğan und Mehmet Baransu 101 Telefonate geführt wurden. Die Untersuchungen ergaben, dass Arıboğan und Baransu Informationen und Dokumente an Personen weitergaben, die die Manipulationsermittlungen steuerten. Es wird behauptet, dass sie im Sinne der Interessen der FETÖ/PDY handelten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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