Sie verlor ihren Sohn Oğuz Arda Sel bei der Zugkatastrophe von Çorlu... Prozess gegen Mısra Öz vertagt
Der Prozess gegen Mısra Öz, die bei der Zugkatastrophe von Çorlu im Jahr 2018 ihren neunjährigen Sohn Oğuz Arda Sel verlor, wurde vertagt. Es ist das zweite Verfahren, das wegen „Beleidigung eines Amtsträgers in Ausübung seines Dienstes“ gegen sie eingeleitet wurde. Mısra Öz reagierte empört: „Sie lassen nicht von mir ab“.
Der Kampf um Gerechtigkeit von Mısra Öz, die ihren neunjährigen Sohn Oğuz Arda Sel bei der Zugkatastrophe von Çorlu am 8. Juli 2018 verlor, dauert seit Jahren an. In den vergangenen Jahren wurden von den zuständigen Behörden zahlreiche Verfahren gegen Öz eingeleitet; die trauernde Mutter sollte in ein juristisches Korsett gezwängt werden.
Nachdem Öz bereits in einem früheren Verfahren wegen „Beleidigung eines Amtsträgers“ zu einer Geldstrafe von 8.840 TL verurteilt worden war, leitete die Generalstaatsanwaltschaft von Çorlu erneut ein Verfahren wegen „Beleidigung eines Amtsträgers in Ausübung seines Dienstes“ gegen sie ein.
In der Anklageschrift wird auf Äußerungen Bezug genommen, die Öz am 25. Juni 2020 nach einer Verhandlung vor dem 1. Schwurgericht von Çorlu gegenüber einem Polizisten tätigte, der sie filmte:
„Film nur, schäme dich nicht, sie sind alle Marionetten des Palastes. Sie alle spielen die drei Affen. Ich bin Mısra Öz, die Mutter von Oğuz Arda Sel, film mich! Diese Richter haben mich zur Angeklagten gemacht, weil ich gesagt habe, dass sie die drei Affen spielen... Sie decken die Mörder. Sie können nicht einmal eine einzige Person verhaften. Mein Kind ist gestorben, mein Kind. Filmt alle. Ich mag eine Angeklagte sein, ich mag ins Gefängnis gehen, aber sie sind eine Schande. Film, schäme dich nicht, film. Weil du ein Polizist bist, film...“
In derselben Verhandlung hatte das Gericht den Zeugen Fragen gestellt wie: „Hat es stark geregnet, und wenn ja, sind die Hühner verendet?“ Die Reaktion von Mısra Öz auf diese Fragen wurde in der neuen Anklageschrift als „öffentliche Beleidigung des Gerichts“ gewertet.
Die Verhandlung in dem gegen Öz angestrengten Prozess fand gestern vor dem 3. Strafgericht erster Instanz von Çorlu statt. Wie die Nachrichtenagentur ANKA berichtet, hat der vorsitzende Richter die Verhandlung
Die Verhandlung in dem gegen Mısra Öz angestrengten Prozess fand gestern vor dem 3. Strafgericht erster Instanz von Çorlu statt. Mısra Öz, die nicht an der Verhandlung teilnahm, reichte über ihren Anwalt ein Entschuldigungsschreiben ein und beantragte ihren Freispruch. Nach Informationen der Nachrichtenagentur ANKA vertagte der vorsitzende Richter den Prozess auf den 10. Juli.
„SIE LASSEN NICHT VON MIR AB“
Mısra Öz reagierte auf die Vertagung der Verhandlung mit folgenden Worten:
„Der 8. Juli ist der siebte Todestag meines Sohnes. Den Prozess auf zwei Tage danach anzusetzen, ist gewissenlos. Am 10. Juli werde ich persönlich in diesem Saal sein. Sie sollen mir in die Augen schauen und ihre Entscheidung treffen. Sie lassen nicht von mir ab. Sie haben sich nicht so sehr mit den Mördern beschäftigt wie mit mir.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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