Warnung von TÜSİAD zum Mindestlohn: 'Es ist mittlerweile eine Existenzfrage'
Nach der Entscheidung der Zentralbank, die Zinsen unverändert zu lassen, steigen die Erwartungen an Zinssenkungen, während aus der Geschäftswelt und von TÜSİAD bemerkenswerte Äußerungen kamen. TÜSİAD-Präsident Orhan Turan erklärte: 'Die Kosten einer verfrühten Senkung wären hoch.'
Die Zentralbank hat den Leitzins bei 50 Prozent belassen. Während die Entscheidung im Einklang mit den Markterwartungen stand, hat der seit acht Monaten unveränderte Zinssatz neue Diskussionen in der Geschäftswelt ausgelöst. Die Zentralbank hatte ihre Inflationsprognose für das Jahresende von den zu Jahresbeginn festgelegten 38 Prozent auf 44 Prozent angehoben.
WARNUNG VON TÜSİAD
Der Vorstandsvorsitzende von TÜSİAD, Orhan Turan, sprach auf dem vom Verband der Industriellen und Geschäftsleute der Ägäis (ESİAD) organisierten Investitionsgipfel und betonte, dass man bei Zinssenkungen vorsichtig sein müsse. Laut einem Bericht von Ekonomim betonte Turan, dass im Kampf gegen die Inflation zwar gewisse Erfolge erzielt worden seien, der Prozess jedoch sorgfältig gesteuert werden müsse.
Turan äußerte sich wie folgt:
"Eine Zinssenkung, die wir zu früh sehen, könnte dazu führen, dass der Erfolg, den wir in diesem Prozess erzielt haben, beschädigt wird und sich der Prozess in die Länge zieht. Wir müssen sehr vorsichtig sein, da wir die Kosten dafür bereits spüren, insbesondere auf Industrieseite, sowohl durch hohe Finanzierungskosten als auch durch die Verlangsamung der Nachfrage."
Turan betonte zudem, dass die öffentlichen Ausgaben strenger kontrolliert werden müssten und hob die Bedeutung eines gesellschaftlichen Konsenses im Kampf gegen die Inflation hervor.
RUF NACH ZINSSENKUNGEN AUS DER GESCHÄFTSWELT
Wirtschaftskreise, die darauf hinweisen, dass hohe Zinsen die Finanzierungsprobleme verschärfen, haben ihre Forderungen nach Zinssenkungen erneuert. Insbesondere Industrievertreter äußerten, dass sie von der Zentralbank eine Zinssenkung zur Entlastung der Kostenlast erwarten.
IST DER MINDESTLOHN DIE URSACHE DER INFLATION?
Auch Gewerkschaften haben sich in die Debatte um Zinsen und Inflation eingeschaltet. Der Vorsitzende von TÜRK-İŞ, Ergün Atalay, äußerte sich vor den Mindestlohngesprächen und sagte, dass die Inflation nicht mit dem Mindestlohn in Verbindung gebracht werden dürfe. Atalay erklärte:
"Seit einem Jahr gibt es keine Erhöhung des Mindestlohns, aber die Inflation hält an. Das bedeutet, dass der Mindestlohn nicht die Ursache der Inflation ist. Der Mindestlohn ist zu einer Existenzfrage geworden. Das ist für dieses Land kein korrekter Wert. Der Mindestlohn sollte ein Lohn sein, von dem ein Arbeitnehmer menschenwürdig leben kann."
Nachrichtenquelle: 12punto
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