Vorwurf des Kindesmissbrauchs in einem Koran-Kurs der İsmailağa-Gemeinde: Eğitim-İş reicht Strafanzeige ein
Die Gewerkschaft Eğitim-İş in Bursa hat bei der Generalstaatsanwaltschaft Bursa Strafanzeige wegen des Vorwurfs erstattet, dass Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren in einem Koran-Kurs der İsmailağa-Gemeinde sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren. In der Erklärung wurde betont, dass das Bildungsministerium seinen verfassungsmäßigen Pflichten nicht nachkomme und Kinder in unkontrollierten Unterkünften von religiösen Gruppierungen gefährdet seien.
Der Vorfall, der Gegenstand der Strafanzeige von Eğitim-İş ist, kam ans Licht, nachdem Kinder, die einen Koran-Kurs des der İsmailağa-Gemeinde nahestehenden Uluçınar-Vereins besuchten, aufgrund von Renovierungsarbeiten in einen Koran-Kurs des ebenfalls der Gemeinde nahestehenden Orhaneli Dağımder-Vereins verlegt wurden. Berichten zufolge wurden in diesem Zeitraum mindestens fünf Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren Opfer sexuellen Missbrauchs.
In der Erklärung wurde kritisiert, dass der Fall des sexuellen Missbrauchs trotz Kenntnisnahme vertuscht werden sollte und die für die Aufsicht zuständigen Institutionen ihre Aufgaben nicht wahrgenommen hätten. Eğitim-İş kritisierte insbesondere das Muftiat von Bursa und die Bildungsdirektion für ihre Versäumnisse.
Die Eğitim-İş-Niederlassung in Bursa erklärte, dass die Unterbringung von Kindern im schulpflichtigen Alter in Heimen von religiösen Gemeinschaften der laizistischen und wissenschaftlichen Bildung schweren Schaden zufüge. In der Erklärung hieß es, dass Kinder in solch unkontrollierten Umgebungen nicht nur physischem, sondern auch geistigem Missbrauch ausgesetzt seien.
Eğitim-İş argumentierte, dass die Aushöhlung von KYK-Stipendien und die Übertragung von Bildungseinrichtungen an religiöse Gemeinschaften die Zukunft der Kinder gefährdeten. "In einem System, in dem das Bildungsministerium seinen verfassungsmäßigen Pflichten nicht nachkommt, ist das Auftreten solcher Fälle unvermeidlich", hieß es.
AUFRUF ZUM KAMPF
Eğitim-İş gab bekannt, dass sie nicht nur gegen die der İsmailağa-Gemeinde nahestehenden Einrichtungen Strafanzeige erstattet habe, sondern auch gegen die Verantwortlichen der Bildungsdirektion der Provinz Bursa und des Bezirks Orhaneli sowie gegen das Muftiat von Bursa, da diese ihre Aufsichtspflichten vernachlässigt hätten.
Die Gewerkschaft rief die Öffentlichkeit dazu auf, gegenüber solchen Strukturen wachsam zu sein und entschlossene Schritte zum Schutz ihrer Kinder zu unternehmen. "Wir werden den Druck und den Missbrauch durch Sekten und religiöse Gemeinschaften zum Wohle der Zukunft unserer Kinder nicht hinnehmen", betonte Eğitim-İş und unterstrich, dass der Kampf in dieser Angelegenheit mit Entschlossenheit fortgesetzt werde.
"WIR MÜSSEN VERANTWORTUNG FÜR UNSERE KINDER ÜBERNEHMEN"
Abschließend erinnerte Eğitim-İş daran, dass es die verfassungsmäßige Aufgabe des Staates sei, sicherzustellen, dass Kinder in sicheren, laizistischen, wissenschaftlichen und öffentlichen Bildungsumgebungen aufwachsen, und wies darauf hin, dass die weitreichenden Bereiche, die religiöse Gemeinschaften im Bildungssektor gewonnen haben, geschlossen werden müssten. Die Erklärung, in der es hieß: "Unser Volk muss für die Zukunft seiner Kinder seine Stimme erheben und die Lehrer unterstützen", löste in der Öffentlichkeit ein großes Echo aus.
Nachrichtenquelle: 12punto
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