In der Krebstherapie eingesetztes Medikament wird in der Türkei hergestellt
Das Pharmaunternehmen Abdi İbrahim hat durch eine Technologietransfer-Vereinbarung mit dem spanischen Unternehmen mAbxience bekannt gegeben, dass ein bisher importiertes Medikament zur Krebsbehandlung künftig bei AbdiBio produziert wird.
12punto
Das Pharmaunternehmen Abdi İbrahim hat durch eine mit dem auf Biosimilars spezialisierten spanischen Unternehmen mAbxience unterzeichnete Technologietransfer-Vereinbarung angekündigt, dass die Produktion eines bisher ausschließlich über Importe erhältlichen Krebsmedikaments künftig bei AbdiBio erfolgen wird.
Der Technologietransfer, der die Herstellung des Medikaments – welches bei metastasiertem kolorektalem Karzinom, Glioblastoma multiforme (dem häufigsten und am schwersten zu behandelnden Hirntumor) sowie bei Gebärmutterhalskrebs eingesetzt wird – in der Türkei ermöglicht, ist insofern ein Novum für den türkischen Biotechnologiesektor, als der Prozess „ab der Zelle“ erfolgt, also die direkte Produktion des monoklonalen Antikörper-Moleküls (mAb) umfasst.
MARKTSTART IN DER TÜRKEI FÜR 2026 GEPLANT
Die Arbeiten für den Technologietransfer zur Produktion des Produkts im Inland sollen 2024 beginnen; die Markteinführung in der Türkei ist für Mitte 2026 vorgesehen.
'EIN KRITISCHER SCHRITT'
Der Vorstandsvorsitzende von Abdi İbrahim, Nezih Barut, betonte die Bedeutung der Vereinbarung und erklärte:
„Unsere Lizenzpartnerschaft mit mAbxience, deren Produkte in über 100 Ländern weltweit eingesetzt werden, besteht bereits seit 2012. Die kritischste Phase bei biotechnologischen Produkten ist der Prozess, bei dem das Protein aus der Zelle gewonnen wird.
Mit diesem Technologietransfer produzieren wir das Protein selbst und lokalisieren damit alle Phasen eines biotechnologischen Produkts. Die Produktionsfähigkeit ab der Zelle ist ein äußerst kritischer Schritt, da sie die Abhängigkeit von ausländischen Wirkstoffen verringert und somit einen positiven Beitrag zur Volkswirtschaft leistet. Diese Vereinbarung ist sowohl für den türkischen Pharmasektor als auch für den Weg von Abdi İbrahim, ein führendes Unternehmen im Bereich der Biotechnologie zu werden, ein äußerst wichtiger Meilenstein.“
"IMPORTABHÄNGIGKEIT WIRD SINKEN"
Nezih Barut fuhr fort:
„Importierte Medikamente machen zwar nur 10 Prozent des Volumens auf Packungsbasis aus, nehmen jedoch einen Anteil von 45 Prozent am Wert des türkischen Pharmamarktes ein. Der Anteil importierter biotechnologischer Medikamente an den gesamten Arzneimittelimporten liegt bei 37 Prozent. In unserem Land werden jährlich etwa 18 Milliarden TL für importierte biotechnologische Medikamente ausgegeben.
Da es sich um eine Premiere bei 'mAb'-Produkten handelt, die den Prozess ab der Zelle umfasst, zielen wir darauf ab, die Importe des betreffenden Krebsmedikaments durch die Umstellung auf heimische Produktion erheblich zu reduzieren und den Zugang der Patienten zu diesem Medikament zu erleichtern. Als Abdi İbrahim werden wir auf unserer Reise, die Zukunft und das Leben zu verbessern, weiterhin Pionierarbeit leisten.“