Studie: Wie wirken sich Jahreszeitenwechsel auf Frauen aus?

Die Fachpsychologin Tuğçe Alemdar erklärt, dass negative Auswirkungen von Jahreszeitenwechseln auf die menschliche Psychologie und Physiologie zu Depressionen führen können, wenn sie länger als zwei Wochen anhalten: „Besonders in den Herbstmonaten führen sinkende Temperaturen und die Abnahme des Sonnenlichts zu Veränderungen in der Hormonproduktion. Diese Veränderungen betreffen vor allem Frauen.“

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Die Fachpsychologin Tuğçe Alemdar, Dozentin an der Universität Istanbul Esenyurt, betont, dass der Jahreszeitenwechsel einer der Faktoren ist, die den Menschen als soziales Wesen physisch und psychisch am stärksten beeinflussen: „In den Sommermonaten ist ein Anstieg des Serotoninspiegels zu beobachten, den wir als Glückshormon bezeichnen. Das Serotonin-Hormon lässt uns energetischer fühlen. Wir wachen früher auf und starten kraftvoller in den Tag.
In diesen Übergangszeiten kommt es zu einer Störung des zirkadianen Rhythmus (der biochemischen, physiologischen und verhaltensbezogenen Rhythmen, die durch die etwa 24-stündige Erdrotation entstehen).“

'STELLT EINE GEFAHR DAR'

Die Fachpsychologin Tuğçe Alemdar erklärt, dass der Melatoninspiegel mit Beginn des Herbstes ansteigt, und listet die physischen und psychischen Auswirkungen dieses Hormons auf den Menschen wie folgt auf:

„Symptome wie Schwierigkeiten beim morgendlichen Aufstehen, Anspannung, Unruhe, ständige Schläfrigkeit, Antriebslosigkeit, Aggression, unregelmäßiger Appetit, Traurigkeit, durch Arbeitsstress bedingte Krisen, Angstzustände und Hoffnungslosigkeit begleiten dieses Phänomen. Wenn diese Anzeichen auftreten, reagieren die Menschen oft mit dem Satz: ‚Das liegt am Jahreszeitenwechsel, das geht vorbei‘, doch dies zu verharmlosen, stellt eine Gefahr dar. Denn nach mehr als zwei Wochen kann sich dies in eine Depression verwandeln. Wenn diese Symptome länger als zwei Wochen anhalten, ist es unbedingt erforderlich, einen Experten aufzusuchen.“

'SIE SIND BETROFFEN, WEIL SIE EXTRAVERTIERT SIND'

Alemdar erläutert die Gründe, warum Jahreszeitenwechsel Frauen stärker betreffen: „Frauen sind strukturell sensibler, empathischer und extravertierter, weshalb sie stärker betroffen sind. Auch bei Personen mit einer Vorgeschichte von Depressionen oder einer genetischen Veranlagung dazu tritt dies sehr häufig auf. Zudem betrifft es Menschen mit einer perfektionistischen Struktur, mangelnder Flexibilität oder allergischen Erkrankungen.

Es wurde ein Zusammenhang zwischen allergischen Erkrankungen und Depressionen festgestellt. Auch bei Menschen mit einer verschlossenen, introvertierten Persönlichkeitsstruktur tritt dies sehr häufig auf. Obwohl Frauen stärker betroffen sind, erleben Männer die Symptome oft schwerwiegender“, so Alemdar.

'ABSTAND VOM STRESS IST UNERLÄSSLICH'

Um sich vor den negativen Auswirkungen des Jahreszeitenwechsels zu schützen, sollte man laut Alemdar vor allem auf den Schlafrhythmus achten: „Die Schlafenszeit und die Aufstehzeit sollten konstant sein. Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte keine Flüssigkeit mehr aufgenommen werden, drei Stunden vorher keine Mahlzeiten mehr. Frühstücken ist ein Muss. Denn es reguliert den Blutzuckerspiegel im Körper und beeinflusst emotionale Schwankungen.

Man sollte sich tagsüber bewegen. Wenn wir einen Job haben, bei dem wir ständig sitzen, müssen wir aufstehen und spazieren gehen. Wir müssen uns Zeit für uns selbst nehmen. Da wir im Herbst in eine arbeitsintensive Phase übergehen, steigt auch die Stressbelastung. Deshalb muss man sich Zeit für sich nehmen und Aktivitäten nachgehen, bei denen man sich wohlfühlt und vom Stress abschalten kann. Da die Vergesslichkeit zunehmen kann, sollten Aktivitäten wie Lesen das Gedächtnis fördern. Am wichtigsten ist es, psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen“, sagte sie.