Wie lässt sich der Unterschied zwischen Reflux und einem Herzinfarkt erkennen?

Experten weisen darauf hin, dass Brustschmerzen durch Reflux mit einem Herzinfarkt verwechselt werden können, und betonen, dass Reflux eine Krankheit ist, die nicht vernachlässigt werden sollte.

İHA

Wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, die medizinisch als Ösophagus bezeichnet wird, entsteht die gastroösophageale Refluxkrankheit oder, wie sie im Volksmund allgemein bekannt ist, Reflux.
Das Zurückfließen der Magensäure in die Speiseröhre führt zu einer Schädigung der Schleimhaut im unteren Bereich des Ösophagus, was wiederum ein Brennen hinter dem Brustbein verursacht.

Der Gastroenterologe Doz. Dr. Bilal Toka weist darauf hin, dass durch Reflux verursachte Brustschmerzen mit einem Herzinfarkt verwechselt werden können, und erklärt, dass Reflux eine Krankheit ist, die nicht vernachlässigt werden sollte.

'KANN MIT EINEM HERZINFARKT VERWECHSELT WERDEN'

Toka sagt: „Bei Reflux reizt die Säure die Speiseröhre, und das Schmerzempfinden der Speiseröhre wird über die Nerven in den etwas höher gelegenen Bereichen an das Gehirn weitergeleitet. Die häufigsten Symptome von Reflux oder die Beschwerden, die er beim Patienten verursacht, sind ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein. Dies wird als ‚Heartburn‘ (Sodbrennen) bezeichnet. Aufgrund dieser Situation wird Reflux oft mit einem Herzinfarkt verwechselt.
In einigen Studien wurde beobachtet, dass ein Teil der Patienten, die sich mit Brustschmerzen im Krankenhaus vorstellen, Symptome aufweisen, die durch Reflux verursacht werden. Denn eines der wichtigsten Symptome von Reflux ist das brennende Gefühl hinter dem Brustbein.“

'DIE ROLLE DES STRESSFAKTORS IST GROSS'

Doz. Dr. Bilal Toka erklärt, dass Reflux viele chronische Symptome hat, die über lange Zeit anhalten, und merkt an, dass Heiserkeit und Husten ebenfalls häufige Anzeichen von Reflux sind. „Da Stress zudem eine Krankheit unserer Zeit ist, hinterfragen wir bei jeder Krankheit den Stressfaktor“, sagt Doz. Dr. Bilal Toka und weist allgemein auf den Einfluss des Stressfaktors bei Magenproblemen hin.

Toka betont, dass die Rolle des Stressfaktors insbesondere bei Magenproblemen groß sei: „Stress erhöht sowohl die Säuresekretion, als auch geht der Körper während des Stresses in eine Art Verteidigungsmodus über. Die dabei ausgeschütteten Hormone schwächen die Schutzschicht auf dem Magen. Dies führt dazu, dass die Säure mehr Schaden anrichtet. Daher führt Stress, wie bei vielen anderen Krankheiten auch, zu einer Zunahme der Schwere des Refluxes“, so Toka.

'KANN ZU GESCHWÜREN FÜHREN'

Doz. Dr. Bilal Toka erklärt, dass Reflux eine Krankheit ist, die mehr als 20 Prozent der Menschen in eine schwierige Lage bringt, und sagt: „Meistens handelt es sich um das Zurückfließen von Mageninhalt wie Säure, Galle oder Nahrung in die Speiseröhre. Eigentlich hat die Magenoberfläche eine besondere Eigenschaft. Da sie ständig Säure ausgesetzt ist, verfügt sie über eigene Abwehrmechanismen, also Schutzfaktoren gegen die Säurewirkung.

Daher schadet Magensäure unter normalen Bedingungen dem Magen nicht. In der Speiseröhre gibt es jedoch keinen solchen Schutzmechanismus. Denn das ist unter normalen Bedingungen kein Ort, an dem sich Säure befindet. Wenn ein starker Säuregehalt, der dazu dient, die von uns aufgenommene Nahrung zu verdauen, an die Wand der Speiseröhre gelangt und dort über längere Zeit in Kontakt bleibt, kann dies zu Problemen wie Reizungen, Verbrennungen und manchmal Geschwüren führen“, erklärte er.