Der französische Regisseur Leos Carax bei den Qumra Film Days: „Die Musik hat mich abgelehnt“

Der französische Drehbuchautor und Regisseur Leos Carax nahm an einer Meisterklasse bei den „Qumra Film Days 2024“ teil, die vom Doha Film Institute organisiert wurden. Carax sagte: „Ich denke, das schönste Leben ist ein Leben mit Musik. Da ich als Kind nicht sehr begabt war, hat die Musik mich abgelehnt.“

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Die Veranstaltung, die unter der Moderation des ehemaligen Direktors des New York Film Festivals, Richard Pena, im Auditorium des Museums für Islamische Kunst in Doha stattfand, wurde von zahlreichen Amateurfilmemachern und Regisseuren besucht.

In seiner Rede, in der er argumentierte, dass das Kino ständig neu erfunden werde, sagte Carax: „Das Kino ist die einzige Kunstform, die eine Maschine benötigt. Wir sind vom Stummfilm zum Tonfilm und vom Schwarz-Weiß-Film zum Farbfilm übergegangen. Jede Neuerung im Kino erfindet den Film neu.“

'ICH HABE GELERNT, FILME ZU SCHNEIDEN'

Carax, der für seinen Musicalfilm „Annette“ bei den Filmfestspielen von Cannes mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet wurde, wies darauf hin, dass Musik eine wichtige Rolle in seiner Regiekarriere spiele, und fügte hinzu:

„Ich denke, das schönste Leben ist ein Leben mit Musik. Da ich als Kind nicht sehr begabt war, hat die Musik mich abgelehnt. Aber ich hatte immer den Wunsch, ein Teil der Musik zu sein. Später habe ich gelernt, Filme zu schneiden. Es ist keineswegs einfach, das, was man gedreht hat, immer wieder neu zu arrangieren.

Doch mit der Zeit entwickelt sich die Magie des Schnitts allmählich in einem, und schon bald kümmert man sich nicht mehr um die Schwierigkeiten. Wenn man einen Film macht, fügt man die Bilder zusammen und entdeckt etwas Neues.“

Carax beschrieb das Kino als ein „Spielzeug, mit dem man spielen kann“ und fügte hinzu, dass ein qualitativ hochwertiger Film aus einem gemeinsamen Traum entstehen könne.

Bei der Veranstaltung wurde zudem der Film „Banel & Adama“ der Regisseurin Ramata-Toulaye Sy gezeigt.

WER IST LEOS CARAX?

Carax, der seine Karriere als Filmkritiker begann und für seinen unverwechselbaren visuellen Erzählstil bekannt ist, drehte 1984 seinen ersten Spielfilm.

Carax, der mit einem Verständnis arbeitet, das traditionelle Grenzen herausfordert, wurde mit seinem zweiten Film „Die Nacht ist jung“ (Mauvais Sang) für den Goldenen Bären bei den Berliner Filmfestspielen nominiert.

Carax zeichnete auch für die Filme „Die Liebenden von Pont-Neuf“, „Pola X“ und „Holy Motors“ verantwortlich.