Wie war Atatürks außenpolitisches Verständnis?

Mustafa Kemal Atatürk betrachtete Innen- und Außenpolitik als eine Einheit und entwickelte seine Politik in diesem Sinne. 12punto-Autor Barış Doster erläutert Atatürks außenpolitisches Verständnis.

12punto

Um die Frage ‚Wie war Mustafa Kemal Atatürks außenpolitisches Verständnis?‘ zu beantworten, muss man auch die Innenpolitik der Türkei betrachten.

Die Grundformel: Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt

Unser Autor Barış Doster beschreibt Atatürks Außenpolitik mit diesen Worten:

"Atatürk betrachtete Innen- und Außenpolitik als eine Einheit und behandelte sie als sich gegenseitig ergänzende Bereiche. Für Atatürk waren nationale Souveränität und vollständige Unabhängigkeit das Fundament des Befreiungskrieges und der Republik. Als natürliche Folge daraus muss die Außenpolitik auf den Grundlagen von Antiimperialismus, Regionalzentriertheit, gegenseitigem Nutzen, gemeinsamen Interessen und der Achtung der inneren Angelegenheiten aufbauen. Atatürks Prinzip ‚Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt‘ ist die Zusammenfassung und Formel dafür. Eine Außenpolitik, die nicht von Ehrgeiz, Groll oder Aggressivität geprägt ist und die sich von Expansionismus, Abenteurertum und Träumereien fernhält, ist sowohl für unser Land als auch für unsere Nachbarn und die Länder der Region die ideale Außenpolitik."

Keine zaghafte, sondern eine wegweisende Außenpolitik

Das Prinzip ‚Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt‘ bedeutet nicht, dass eine passive Politik verfolgt wird. "In der Außenpolitik ist sie niemals passiv, ängstlich oder zaghaft. Im Gegenteil, wenn die Interessen des Landes es erfordern, ist sie offensiv, wegweisend und mutig. Die Balkanentente (1934), das Montreux-Abkommen über die Meerengen (1936), der Saadabad-Pakt (1937) und der Anschluss von Hatay an das Mutterland (1939) sind Beispiele dafür."