Erwartungen im „Ahmak“-Prozess bei der CHP: „95 Prozent...“

In den Kulissen der CHP wächst die Erwartung, dass das gegen Ekrem İmamoğlu verhängte politische Betätigungsverbot und die Haftstrafe im Berufungsverfahren bestätigt werden. Die Partei erklärte, auf alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein.

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In dem Verfahren gegen den Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu, dem vorgeworfen wird, Mitglieder des Hohen Wahlrats (YSK) als „Dummköpfe“ (ahmak) bezeichnet zu haben, mehren sich in den Kulissen der CHP die Erwartungen, dass das Urteil bestätigt wird. 

İmamoğlu war vor dem 7. Strafgericht erster Instanz von Istanbul-Anatolien zu einer Haftstrafe von 2 Jahren, 7 Monaten und 15 Tagen sowie einem politischen Betätigungsverbot verurteilt worden.

PARTEIINTERNE QUELLEN SPRECHEN VON 95 PROZENT WAHRSCHEINLICHKEIT EINER BESTÄTIGUNG

Nach Informationen, die Kısa Dalga aus Parteikreisen erhalten hat, deuten die der CHP vorliegenden Erkenntnisse darauf hin, dass eine Entscheidung des Berufungsgerichts zur Bestätigung des Urteils mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent als sicher gilt.

Die Quellen räumen zwar ein, dass es in letzter Minute noch zu einer Änderung kommen könnte, bewerten dies jedoch als äußerst unwahrscheinlich.

CHP BESCHLIESST AUSSERORDENTLICHES TREFFEN

Während sich diese Entwicklungen im Prozess abzeichnen, hat die CHP-Führung ein außerordentliches Treffen beschlossen. Zu der Sitzung in der CHP-Parteizentrale werden neben Gül Çiftçi, Burhanettin Bulut, Ensar Aytekin, Gökhan Zeybek und Gökhan Günaydın auch die Anwälte von İmamoğlu erwartet. Bei dem Treffen sollen mögliche Szenarien für ein politisches Betätigungsverbot und die Bestätigung der Strafe gegen İmamoğlu bewertet werden.

GÖKHAN GÜNAYDIN: UNSERE A-, B- UND C-PLÄNE SIND BEREIT 

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CHP, Gökhan Günaydın, schaltete sich in die von Buket Güler moderierte Sendung „Haber Masası“ auf Halk TV ein und erklärte, dass für den Fall eines möglichen politischen Betätigungsverbots gegen İmamoğlu alle Szenarien vorbereitet seien. Günaydın betonte, dass die Partei keinen ihrer Weggefährten im Stich lassen werde und man über A-, B- und C-Pläne verfüge.

Günaydın äußerte sich wie folgt:

„Die Cumhuriyet Halk Partisi ist auf die politischen Hinterhalte gegen unseren Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu vorbereitet. Sie werden es versuchen, und wir werden zeigen, was wir tun werden. In diesem Prozess werden wir weder Ekrem İmamoğlu noch einen anderen unserer Weggefährten allein lassen.“

„WIR SIND AUF POLITISCHE HINTERHALTE VORBEREITET“

Günaydın betonte, dass die CHP in diesem Prozess koordiniert mit Fachleuten und Politikern zusammenarbeite: „Sie versuchen, den Weg unseres Istanbuler Bürgermeisters zu versperren, der Erdoğan in diesem Land bereits dreimal besiegt hat. Heute tun sie es bei Ekrem İmamoğlu, morgen bei Mansur Yavaş oder Özgür Özel. Doch die CHP besitzt die Kraft und die Entschlossenheit, als Ganzes auf solche Angriffe zu reagieren“, erklärte er.

CHP HAT VORBEREITUNGEN ABGESCHLOSSEN

Die CHP hat ihre Strategie für den Fall einer Bestätigung des politischen Betätigungsverbots gegen Ekrem İmamoğlu festgelegt. Mit ihren A-, B- und C-Plänen ist die CHP auf jedes Szenario vorbereitet und wird ihren Kampf sowohl auf juristischer als auch auf politischer Ebene fortsetzen.