Erdoğan lässt Frage zum „Recht auf Hoffnung“ unbeantwortet
Der Vorstoß von MHP-Chef Devlet Bahçeli zur Causa Öcalan in der vergangenen Woche wurde Erdoğan vorgelegt. Erdoğan ließ die Frage zum „Recht auf Hoffnung“ unbeantwortet.
12punto
Präsident Erdoğan äußerte sich in der Fraktionssitzung seiner Partei nicht zu dem Vorstoß von MHP-Chef Devlet Bahçeli, der in der vergangenen Woche in seiner eigenen Fraktionssitzung ein „Recht auf Hoffnung“ für Abdullah Öcalan gefordert hatte.
Beim Verlassen der Fraktionssitzung ließ Erdoğan die Frage eines Journalisten unbeantwortet: „Was denken Sie über Bahçelis Vorstoß, das Thema ‚Recht auf Hoffnung‘ für den Terroristenführer Öcalan auf die Tagesordnung zu setzen?“ Erdoğan hörte sich die Frage des Reporters schweigend und aufmerksam an, sagte dann jedoch nur „Lassen Sie uns diese Menschenmenge hier auflösen“ und ging weiter, ohne auf die Frage einzugehen.
AUCH IN DER FRAKTIONSSITZUNG KEINE ERWÄHNUNG
In seiner Rede vor der Fraktion seiner Partei erklärte Erdoğan acht Tage nach dem Aufruf von MHP-Chef Devlet Bahçeli vom 22. Oktober seine volle Unterstützung. Zu Bahçelis Betonung des „Rechts auf Hoffnung“ in seinem Öcalan-Aufruf äußerte er sich jedoch nicht.
Erdoğan äußerte sich wie folgt:
„Nach dem Putschversuch vom 15. Juli haben wir durch die Gründung der Volksallianz (Cumhur İttifakı) sowohl die Stärke unseres Staates erhöht als auch unserem Volk Selbstvertrauen gegeben. Ich möchte hier im Namen meiner Fraktion dem MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli und der gesamten MHP-Gemeinschaft erneut meine Grüße und meinen Dank aussprechen. Devlet Bey ist ein Anführer, der mit seiner Haltung, seinen Reden, seinem Diskurs, seiner Politik und seinen mutigen Vorstößen stets Geschichte schreibt und den Lauf der Geschichte mitbestimmt. Er hat auf die klarste, deutlichste und eindrucksvollste Weise erklärt, was Nationalismus bedeutet. Wer seine jüngsten Aufrufe in diesem Rahmen liest, erkennt das historische Gelegenheitsfenster und ist begeistert. Diejenigen, die statt gemeinsamer Interessen ihre persönlichen Agenden verfolgen, zappeln im Sumpf der Inkonsistenz und der leeren Worte. Unser Ansprechpartner ist unser Volk. Wir wissen, dass unser Volk unseren Ansatz unterstützt, die notwendigen Schritte zu unternehmen, damit die Türkei den Ballast des Terrors loswird und von der Instabilität in der Welt und in ihrer Region verschont bleibt. Wir haben und können keinen Aufruf an die separatistische Terrororganisation im Norden des Irak und Syriens sowie an die Terrorbarone in Kandil richten.“
Weitere Nachrichten
-
Hintergrund von Bahçelis „Recht auf Hoffnung“-Vorstoß: Gesetzesentwurf zur Freilassung von Öcalan wurde vor einem Monat im Parlament eingereicht! -
Er beließ es nicht bei der Forderung, er solle im Parlament sprechen: Das ist das von Bahçeli für den Terroristenführer Abdullah Öcalan erwähnte „Recht auf Hoffnung“